Zwergtaucher heimlicher Bewohner auf Stillgewässern

Zwergtaucher

Zwergtaucher mit zwei Küken auf dem Rücken

Der kleinste und zugleich unscheinbarste unserer Taucher ist der Zwergtaucher. Irgendwelche Schmuckfedern am Kopf fehlen dem Vogel in allen Kleidern. Männchen und Weibchen sind zur Brutzeit schwarzbraun, nur Kopf- und Halseiten sind rotbraun mit purpurviolettem Glanz. Die Flanken sind heller als die Oberseite. Charakteristisch ist ein weißer Fleck an den Schnabelwinkeln. Im Ruhekleid ist die Oberseite nicht so dunkel wie im Brutkleid, die Flanken sind dann rostbraun, die Unterseite glänzend weiß. Die Kopf- und Halsseiten sind rostbraun getönt. Das Daunenkleid ist düster schwarzbraun mit hellerer Streifung.

Bei einer Störung taucht der kleine Vogel blitzschnell unter Wasser. Erst im Schutz von genügendem Pflanzenbewuchs taucht er vorsichtig wieder auf. In der Brutzeit fällt der Wasservogel durch seine Balztriller auf. Der Nachwuchs kann am ersten Tag nach der Schlüpfung gleich tauchen. Oft sieht man die Küken, wenn sie sich auf den Rücken der Eltern chauffieren lassen.

Steckbrief Zwergtaucher

Sytematik

  • Klasse: Vögel (Aves)
  • Ordnung: Lappentaucherartige (Podicipediformes)
  • Familie: Lappentaucher (Podicipedidae)
  • Gattung: Tachybaptus
  • Art: Zwergtaucher
  • Wissenschaftlicher Name: Tachybaptus ruficollis
  • Größe: Der Zwergtaucher erreicht eine Körperlänge von 25 bis 29 cm. Eine Flügelspannweite von 40 bis 45 cm, Gewicht 130 bis 235 Gramm.
  • Stimme: Meist hört man diesen kleinen, recht versteckt lebenden Taucher nur an der Stimme und bekommt ihn aber selten zu Gesicht. Der Vogel verrät einen Beobachter nur seine Anwesenheit durch seine trillernden „bibibibi“ -Rufe.
  • Verbreitung: Der Zwergtaucher brütet im Norden bis nach Schottland, Südschweden, im Süden reicht sein Brutgebiet bis nach Nordwestafrika, Kleinasien, Syrien und Palästina. Im Südosten bis in die südlichen Teile der europäischen Sowjetunion. In Mitteleuropa ist er der häufigste Taucher, da er auch mit kleinen Teichen vorlieb nimmt. In Asien, Australien und Afrika wird unser Zwergtaucher durch andere Rassen vertreten.
  • Wanderungen: Der Zwergtaucher überwintert vielfach schon in Mitteleuropa, bisweilen ziehen sie aber auch nach West- und Südeuropa. Auf dem Durchzug und als Wintergast ist dieser kleine Taucher oft auch inmitten der Städte an Flüssen anzutreffen. Der Abzug erfolgt meist im September/Oktober, die Ankunft an den Brutplätzen gewöhnlich im März.

Fortpflanzung Zwergtaucher

  • Das übliche Tauchernest wird vom Männchen und Weibchen zusammen gebaut. Das Männchen beschafft Nestmaterial herbei und das Weibchen legt damit das Nest an. Es steht meist in dichter Vegetation, oft nur etwa einen Meter vom Ufer entfernt.
  • Die Wasservögel brüten nicht kolonieweise, wohl aber können mehrere Paare auf einem Teich brüten.
  • Ein Gelege kann aus 5 bis 7 Eier bestehen, die den übrigen Taucherarten gleichen. Sie sind nur entsprechend kleiner (37,5 x 26,2 mm). Das Gelege findet man von Anfang Mai an bis zum Juli. Die Eier werden täglich abgelegt. Die Bebrütung setzt gewöhnlich nach Ablage des ersten Eies ein und dauert 19 bis 20 Tage.

Foto: Von Frank Vassen