Das Wisent lebt in Deutschland wieder in freier Wildbahn

Wildlebende Wisente in Polen.

Wildlebende Wisente in Polen (Bialowieza-Nationalpark).

Der Wisent (Bison bonasus) stand kurz vor dem Aussterben, der früher in ganz Eurasien vom Atlantik bis zum Pazifik verbreitet war. In letzter Sekunde fand das Wildrind eine letzte Zuflucht in den Wäldern von Bialowieza an der polnisch-russischen Grenze. Dort wurde im …

Jahr 1921 der letzte wildlebende Wisent von einem Wilderer abgeschossen.
Aber glücklicherweise lebten noch 56 Tiere in zoologischen Gärten und mit diesem Überlebenden glückte der Versuch, die Wisente in freier Natur wieder einzubürgern. Der nächste Verwandte des Wisents ist der Bison (Bison Bison), der in Amerika lebt.

Im Jahre 1923 begann die planmäßige Zucht der Wisente in Polen, in Deutschland, der Sowjetunion und anderorts. So wurde 1956 eine kleine Herde im polnischen Bialowieza-Nationalpark wieder ausgesetzt, die sich bis heute zu einer großen Anzahl vermehrt hat. Auch in Deutschland ist eine Herde Wisente im Rothaargebirge ausgewildert worden. Der Auerochse oder Ur hatte nicht so ein Glück, der wurde im 17. Jahrhundert ausgerottet.

Steckbrief Wisent

Wisente sind gar nicht wasserscheu.

Wisente sind gar nicht wasserscheu.

Systematik
– Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
– Familie: Hornträger (Bovidae)
– Unterfamilie: Bovinae
– Tribus: Rinder (Bovini)
– Gattung: Bisons (Bison)
– Art: Wisent
– Wissenschaftlicher Name: Bison bonasus
– es gibt zwei Unterarten vom Wisent: Der Flachlandwisent und der Bergwisent aus dem Kaukasus, sie gehören wie auch das Hausrind zur Familie der Hornträger (zur Ordnung der Paarhufer)
– Größe: Das männliche Tier erreicht eine Höhe bis zu zwei Meter, eine 2,5 bis 3,5 Meter Länge, Gewicht bis zu 1000 kg (die Weibchen sind ca. ein Drittel kleiner), Schwanzlänge 50 bis 80 cm
– der Wisent hat eine massige Gestalt, einen tief gesenkten Schädel, der höchste Punkt ist die Schulter, die einen hohen Buckel bilden (Widerrist)
– das Fell ist zottelig, die Farbe kastanien- bis dunkelbraun, am Hals und Nacken sind die Haare besonders lang
– Weibchen und Männchen haben spitze Hörner, die leicht nach innen gebogen sind
– ein Wisent kann ein Alter von etwa 15 bis 25 Jahre erreichen
– die imposanten Wisente werden in Deutschland wieder ausgewildert

Der Wisent hat sich wieder in freier Wildbahn vermehrt.

Der Wisent hat sich in freier Wildbahn wieder gut vermehrt.

Nahrung Wisent
– die Wildrinder fressen junges Laub, Zweige, Knospen und im Winter auch Baumrinde von verschiedenen Baumarten, in freier Landschaft viele Pflanzenarten, Heidekraut, Brombeere, Himbeere, im Herbst Eicheln und Bucheckern
Fortpflanzung Wisent

– die Paarungszeit findet im August bis September statt
– es kann unter den Bullen zu heftigen Kämpfen kommen
– ein Bulle hat ein Harem von 2 bis 8 Kühen
– die Tragzeit eines Wisent-Weibchen dauert ca. 260 bis 270 Tage
– steht die Geburt an, sondert sich das Weibchen von der Herde ab
– das Junggeborene wird von der Mutter trockengelegt, die Fruchthülle wird aufgefressen, ca. drei Tage bleibt die Mutter mit ihrem Kalb alleine im Waldversteck, danach kann das Junge dem Muttertier zur Herde zurück folgen

Der Auerochse (Bos primigenius)

Skelett Auerochse, der am Anfang des 17. Jahrhundert ausgestorben ist.

Skelett Auerochse, der am Anfang des 17. Jahrhundert ausgestorben ist.

Steckbrief Auerochse
– Größe Auerochse: Höhe (Stockmaß): ca. 1,60 – 1,80 Meter, Gewicht 800 bis 1000 kg
– Hörnerlänge: ca. bis 100 cm
– der Auerochse hatte einen kräftigen Körperbau, heller Unterbauch, große Hörner, die ursprünglich nicht nach oben sondern nach vorne zeigten
– die Wildrinder lebten in ausgedehnten Wäldern mit wechselfeuchten Böden und in Sümpfen und Mooren, Vorkommen bis Afrika, Nordamerika und Asien
– Auerochsen lebten zusammen in gemischten Herden aus Kühen, Kälbern und Bullen verschiedenen Alters
– die Ernährung der Auerochsen bestand aus Gräser, Kräuter, Blätter von Bäumen und Sträuchern, im Winter schälten sie Rinde von Bäumen ab und suchten nach Eicheln und Bucheckern
– die Paarungszeit war im Spätsommer und die Jungen wurden im Mai/Juni geboren

Tiere in Asien: Grosser Panda
Fische: Schwarzmeergrundeln

Foto1 ccEuropean Bison (Bison bonasus), Teremiski, Białowieża Forest, Poland – Frank.Vassen
Foto2 cc – Bison bonasus – European Bison San Diego Wild Animal Park California 1995 162
von Carlos Urdiales
Foto3 ccWisent – Andreas Knappweis
Foto4 ccAuerochs-skeleton1 – markus_buehler