Watvögel haben lange Schnäbel und Beine

Watvögel

Watvögel leben meist an Meeresküsten.

Watvögel leben in Wassernähe

Der Flussregenpfeifer ist ein Brutvogel, der sich in Deutschland an Flussufern und Teichen seinen Lebensraum aussucht. Dort kann man den lerchengroßen Vogel mit schnellen, trippelnden Schritten dahinhuschen sehen. Ebenso wie der Sandregenpfeifer (Charadrius hiaticula) besitzt er ein weißes Halsband, das körperwärts, vor allem an den Seiten und an der Brust, durch einen schwarzen Ring abgeschlossen ist. Der Sandregenpfeifer hat dazu noch eine weiße Flügelbinde, die besonders im Flug deutlich zu erkennen ist. Nur nach längerem Suchen findet man das Nest des Flussregenpfeifers auf Schotter- und Sandbänken. Seine 4 Eier sind in der Färbung dem Untergrund gut angepasst. Sie liegen in einer selbstgedrehten Nestmulde, deren Ränder gern mit Steinchen, kleinen Muschelschalen und Holzstückchen belegt werden.

Die Bekassine benötigt ungestörte Brutplätze

Die Bekassine ist nicht wasserscheu. Foto von Gidzy – cc

Ein ebenfalls bekannter Schnepfenvogel ist die Bekassine. Sie ist kleiner als die Waldschnepfe und bewohnt feuchte Wiesen und Moore. Im Volksmund erhielt sie auch den Namen „Himmelsziege“, da bei den im Balzfluge regelmäßig eingeschalteten Sturzflügen durch das Vibrieren der äußerlichen Steuerfedern ein dem Ziegenmeckern ähnliches Geräusch entsteht. Auch bei dieser Art brütet das Weibchen allein. Auf dem Zuge kommen regelmäßig, jedoch vereinzelt, zwei weitere Bekassinenarten bei uns durch. Die sind im nördlichen Eurasien verbreitet: die Doppelschnepfe (Gallinago media) und die Zwergschnepfe (Lymnocryptes minimus).

Die Uferschnepfe ist ein Mittel- bis Langstreckenzieher

Seltenheitswert hat heute auch die Uferschnepf, ein langschnäpliger und hochbeiniger Watvogel. Sie ist vor allem auf den hochgrasigen Feuchtwiesen anzutreffen. Ursprünglich besiedelte die Uferschnepfe die Randbereiche ausgedehnter baum- und strauchloser Moore, die Federgrassteppen im Osten und die offenen Küstengebiete. Im Mittelalter begann dieser Schnepfenvogel die vom Menschen geschaffenen Feuchtwiesen in Besitz zu nehmen und breitete sich enlang der Flüsse aus.

Großer Brachvogel ein Bewohner von Feuchtwiesen

Der Große Brachvogel ist eine gefährdete Art..

Großer Brachvogel – Foto Tim Strater – cc

Die Niederungsmoore und Wiesen sind die Brutgebiete des in Mittel- und Nordeuropa verbreiteten Großen Brachvogels (Numenius arquata). Sein langer, nach unter gekrümmter Schnabel brachte ihm auch den Namen ein. Er ist in Norddeutschland verbreitet, nistet aber auch an einigen Stellen von West- und Süddeutschland. Wie alle unsere Schnepfenvögel ist er ein Zugvogel, der uns schon im Juli bis August verlässt. Dann klingt sein melodischer Zugruf „tlahuid, tlahuid“ in den sternklaren Spätsommernächten. Bei der Balz fliegen die Männchen etwa 30 Meter in die Höhe, um dann im Gleitflug laut trillernd wieder auf den Boden einzufallen. Beide Altvögel brüten, doch scheint auch hier das Männchen besonders stark beteiligt zu sein.

Kampfläufer sind selten, die man kaum zu Gesicht bekommt

Kampfläufer in der Balz. – Foto cc – Von Arjan Haverkamp

Ein besonders interessanter Vertreter unter Watvögel ist der Kampfläufer. Die sehr viel größeren Männchen haben zur Brutzeit eine aufrechtbare Halskrause und Ohrbüschel. Die sind in der Färbung sehr verschieden und können eine genaue Unterscheidung der einzelnen Männchen innerhalb einer Brutkolonie ermöglichen. Diese Halskrause wird unter den Einfluss des männlichen Geschlechtshormones ausgebildet. Das Verbreitungsgebiet der Kampfläufer erstreckt sich über das nördliche Eurasien, wo diese Vogelart auf Niederungswiesen und Mooren anzutreffen ist. In Deutschland sind die Watvögel recht selten geworden und ihr Lebensraum ist wesentlich in den Küstengebieten beschränkt.

Der Kiebitz brütet typischer Weise auf Marschwiesen

Kiebitz Küken

Kiebitz-Küken – Foto Udayan Patil

In den deutschen Tiefebenen findet man den an seinem metallisch grünen Federschopf kenntlichen Kiebitz (Vanellus vanellus). Auch seine Bestände haben stark abgenommen. Nur noch stellenweise kann man die Vögel als Zugvögel beobachten. Am Brutplatz fallen die Watvögel durch ihre gaukelnden Balzflüge und Rufe auf. Ihre Eier waren als Delikatesse sehr beliebt und wurden regelmäßig abgesammelt. Der Bestand der Vögel blieb aber durch Nachgelege erhalten. In der Nähe des Nestes und der Jungen greifen die Altvögel Feinde mit großer Hartnäckigkeit durch Sturzflüge an.

  1. Foto: Von Saketh Upadhya