Wasservögel in den weiten Ebenen der Llianos

Wasservögel

Wasservögel

Wasservögel sind in den Feuchtsavannen der Llianos überall häufig anzutreffen, mit Ausnahme der trockensten Monate. In riesigen Scharen gehen Reiher, vor allem die großen Silberreiher in den überschwemmten Steppen oder an den Ufern der Flüsse und Lagunen auf Nahrungssuche. Diese Feuchtgebiete im nördlichen Südamerika beherbergt wahrscheinlich, wie keine andere Region der Erde, so viele Reiher-, Storch– und Ibisarten. Viele dieser Vögel, etwa der Scharlachsichler (Eudocimus ruber), der Rosalöffler (Platalea ajaja) und der Speerreiher (Agamia agami), sind ungewöhlich farbenprächtig.

Der Speerreiher zeigt so viele Besonderheiten, dass er eine Gattung für sich bildet. Das Federkleid des Altvogels schimmert in kastanienbraunen, grünblauen oder grauen Tönen. Die Beine sind gelblich und durch den speerförmigen , himmelblauen Schnabel unterscheidet sich der Vogel von den anderen Reihern. In den Llianos ist auch der Große Flamingo zu sehen. In den Uferdickichten lebt ein seltsamer Vogel, der Hoatzin (Opisthocomus hoazin), ein bizarres Tier mit langem Federschopf.

Die Wasservögel treten im Llianos in großen Mengen auf, wobei die Landvögel nicht so vielseitig sind. Aber einige Arten sind wegen ihrer auffälligen Färbung oder wegen ihres Flugbildes nicht zu übersehen, wenn sie über der Ebene ihre Kreise ziehen. Das gilt etwa für die verschiedenen Geierfalken, den Königsgeier, den Rabengeier und den Truthahngeier. Was die kleineren Sperlingsvögel angeht, so beleben nicht selten ganze Schwärme von roten, schwarzen und weißen Trupialen die Savannenbäume.

Außer Wasservögel gibt es auch Wühler und Schwimmer

Die Säugetierfauna ist in den Pampas groß, wo verschiedene Nagerarten weit zahlreicher sind als in den tropischen Steppen. Dazu gehören z.B. die Kammratten, maulwurfsähnliche Grabtiere, die in Kolonien leben. Ihre Anwesenheit zeigen die Nager durch in Reihen angeordnete kleine Bodenerhebungen. Eine andere Nagetierart ist das Viscacha, ein koloniebildendes viel größeres Tier. Die Tiere graben ein weiträumiges Labyrinth aus Gängen und Kammern, das man an den aufgeworfenen Erdhügeln sofort erkennt. Die Maras sind hochbeinige Nager und Verwandte der Cabybaras, Pakas und Agustis.

Foto: Von Guille Álvarez