Der Waldrapp soll wieder ein heimischer Vogel werden

Ein Waldrapp-Pärchen in freier Wildbahn (Marokko).

Ein Waldrapp-Pärchen in freier Wildbahn (Marokko).

Der Waldrapp (Geronticus eremita) ist ein Zugvogel, der noch bis ins 17. Jahrhundert in Mitteleuropa vertreten war. Durch intensive Bejagung verschwand der Vogel völlig und zählt heute auf der ganzen Welt zu den am stärksten bedrohten Vogelarten. Im Jahr ….

2013 wurde ein EU Projekt (LIFE+ Biodiversity) im Rahmen mit Partnern aus Österreich , Italien und Deutschland zur Wiederansiedlung ins Leben gerufen, damit der Waldrapp in Europa wieder heimisch werden soll.

Steckbrief Waldrapp

Der Waldrapp ist ein gesellieger Vogel, der sich zu Kolonien von mehreren Dutzend zusammenschließt. Die Brutstimmung entsteht erst in einer großen Kolonie.

Der Waldrapp ist ein gesellieger Vogel, der sich zu Kolonien von mehreren Dutzend zusammenschließt. Die Brutstimmung entsteht erst in einer großen Kolonie.

Systematik
– Klasse: Vögel (Aves)
– Ordnung: Schreitvögel (Ciconiiformes)
– Familie: Ibisse und Löffler (Threskiornithidae)
– Unterfamilie: Ibisse (Threskiornithinae)
– Gattung: Geronticus

Waldrapp genießt die Sonnenstrahlen.

Anmutig genießt der Waldrapp auf seiner Brust die Sonnenstrahlen.

– erwachsene Vögel (Männchen) erreichen inklusive Schwanzfedern eine Körperlänge von 60 cm, die Weibchen bis 75 cm (Gewicht bis zu 1,5 kg), die Weibchen sind etwas kleiner als Männchen
– das Gefieder ist metallisch schwarz glänzend, der Hals und Bauch schimmert gräulich/silbrig
das Gesicht und die Stirn sind kahl mit fleischroter Farbe, die Nackenfedern sind lanzettförmig, stark verlängert und werden bei Gefahr und während der Balzzeit aufgespreizt
– der Schnabel vom Waldrapp ist rot und sichelförmig nach unten gebogen, die Beine sind kahl und stämmig
– die Schreitvögel sind gesellig und bilden Kolonien
– ein Waldrapp kann ein Alter von ca. 15 bis 20 Jahren erreichen

Waldrapp-Vögel fliegen über das Mittelmeer.

Waldrapp-Vögel fliegen über das Mittelmeer.

– die Vögel stehen auf der Roten Listen bedrohter Tierarten
– Vorkommen: in Syrien, ganzjährig im Nationalpark Souss Massa in Marokko und in Birecik in der Provinz Şanlıurfa in der Türkei, wo eine halbwild lebende Kolonie besteht
– Nahrung Waldrapp: Insekten, Larven, Würmer, Schnecken, Spinnen, Heuschrecken, seltener kleine Säugetiere, Amphibien und Reptilien
Fortpflanzung Waldrapp
– eine Brut pro Jahr (von März bis Juni)
– das Nestgelege besteht aus 2 bis 4 Eier
Brutplätze sind in Nischen von Felswänden und an Steilküsten, das Nest wird von beiden Geschlechtern mit Zweigen, Gras und Blättern hergerichtet
– die Brutzeit beträgt ca. 27 bis 28 Tage, die Jungvögel werden mit ca. 45 bis 50 Tagen flügge und bleiben noch längere Zeit mit den Altvögeln zusammen und werden bei der Futtersuche angelernt

Waldrapps brüten wieder in freier Wildbahn. Zum Verhalten der Waldrapps gehört ein ausgedehntes Begrüßungsritual.

Waldrapps brüten wieder in freier Wildbahn. Zum Verhalten der Vögel gehört ein ausgedehntes Begrüßungsritual.

1 + 3. Foto: ccNorthern Bald Ibis – Waldrapp – von nihilbaxter42
2. Foto: cc – 2013-05-12-14h11m40.272P2212 – von Arjan Haverkamp
4. Foto: cc – Waldrapp ibis – von Sibylle Stofer
5. Foto: cc – Ibis Eremita-Geronticus eremita_36 – von Pedro Jordano