Die Teichmuschel

Teichmuschel

Die Große Teichmuschel steht unter Naturschutz.

Setzt man eine Teichmuschel ins Aquarium, dann dauert es nicht lange, bis sie sich mit Hilfe ihres beiförmigen Fußes mit dem Vorderende in den Bodengrund eingräbt. Bald schaut nur noch das spitzere Hinterende heraus. Zwischen den leicht klaffenden Schalenhälften sind zwei Öffnungen zu sehen. Durch die untere, von kleinen Papillen umgebene „Einströmungsöffnung“ führt ein Wasserstrom in die Muschel, der durch die darüber liegende „Ausströmungsöffnung“ wieder hinausbefördert wird. Initiator dieser Sauerstoff und Nahrung liefernden Wasserströmung ist vor allem der Wimperschlag des Kiemenepithels.

Teichmuscheln besitzen wie Maler- Häubchen-, Erbsenmuscheln und andere zur Ordnung Eulamellibranchiata gehörende Arten Blattkiemen. Zu beiden Seiten des Fußes finden man zwei Kiemenblätter. Jedes von ihnen besteht aus zwei netzartig gebauten, eng nebeneinander liegenden Lamellen, die an ihrem unteren Rand ineinander gehen. Unter dem Mikroskop sieht man eine große Zahl langer, parallel verlaufender Kiemenfäden, die durch Längsbrücken und innerhalb des Kiemenblattes von Lamelle zu Lamelle durch Querbrücken miteinander verwachsen sind.

Dieses engmaschige Netzwerk ist mit Flimmerepithel überzogen, das die Wand der zahllosen Spalten bedeckt. Die Nahrungspartikel, Kleinplankton, Detritus sowie viele beim Durchpflügen des Gewässerbodens aufgewirbelte kleine Bodenorganismen werden durch die Wimpern ausgefiltert, in Schleim eingehüllt und über Wimperbahnen zum Mund geflimmert. Übrigens weist nahezu die ganze freie Körperfläche der Teichmuschel einen „Flimmerbesatz“ auf. Da die Tiere fast pausenlos tätig sind, werden auch bemerkenswerte Wassermengen eingestrudelt.

Steckbrief Große Teichmuschel

Systematik

  • Ordnung: Unionida
  • Überfamilie: Flussmuschelähnliche (Unionoidea)
  • Familie: Fluss- und Teichmuscheln (Unionidae)
  • Unterfamilie: Anodontinae
  • Gattung: Teichmuscheln (Anodonta)
  • Art: Große Teichmuschel
  • Wissenschaftlicher Name: Anodonta cygnea
  • Die Schale einer Teichmuschel ist breit bis eiförmig, dünnrandig, gelblich bis dunkelbraun.
  • Auf der Schale befinden sich konzentrisch verlaufende Streifen welche parallel zu den Wachstumsstreifen verlaufen.
  •  Die Innenseite der Muscheln glänzen perlmuttartig.
  • Eine Große Teichmuschel eine Größe bis zu 20 Zentimeter.
  • Die Muscheln sind Bodentiere, die sich mit ihrem Fuß im Weichen Boden verankern. Sie wühlen den Boden auf und saugen den hochgewirbelten Bosensatz auf, um daraus Nahrung auszufiltrieren. Das sind kleine Algen, Detritus, Plankton und Kleinlebewesen.
  • Teichmuscheln leben in Teichen, Seen und langsamen Fließgewässern. Die Tiere haben ihren Ursprung in Mitteleuropa.

Fortpflanzung Teichmuschel

  • Die Muscheln sind Zwitter und können bis zu 60.000 Eier produzieren, die in den Kiemen befruchtet werden.
  • Die Pflege der Brut findet dann in den Spalträumen zwischen den Kiemen statt.
  • Bei der Großen Teichmuschel überwintern die Larven in den Kiemen, die erst im Frühjahr ausgestoßen werden. Die Larven leben parasitisch in Haut und Kiemen von Süßwasserfischen (Karpfen, Bitterling). Dabei halten sie sich mittels eines 15 mm langen Haltfadens und einem kräftigen Haken fest. Beim Aussstoßen aus dem Kiemenraum werden schleimige Klumpen gebildet mit denen sich die Larven an vorbeischwimmenden Fischen andocken. Dann trennen sie sich voneinander und besiedeln den Wirt, der keinen Schaden davon nimmt. Während dieses parasitischen Stadiums ernähren sie sich von dem Gewebe des Wirtes. Nach der Umwandlung werden die ehemaligen Larven zu kleinen Muschelformen entwickelt und lösen sich vom Wirtstier.

Foto: Dr Mary Gillham Archive P… – cc