Ein Teich ist ein Lebensraum für viele Tiere

Teich

Die Idylle trügt, in einem Teich herrscht immer das Gesetz fressen und gefressen werden.

Ein Teich sollte in keinem Garten fehlen, auch wenn er nur sehr klein ist. Die Pflanzen wie Wasserhahnenfuß, weiße Seerosen und Laichkraut sind die Nahrungsquelle für Teller- und Schlammschnecken. Die Pflanzen dienen auch als Eiablage etwa von Libellen. Alle fliegenden Insekten, die das Pech haben ins Wasser zu fallen, werden von den Wasserläufern ausgesaugt. Zu den Raubtieren in Tümpeln zählen auch die Wasserspinnen, die unter Wasser atmen, indem sie eine Luftblase mit sich tragen.

Teiche sind ideal, um das komplizierte Netzwerk von Beziehungen zwischen den einzelnen Arten eines Ökosystems zu beobachten. Pflanzen sind die Primärproduzenten, die die Energie des Sonnenlichts dazu verwenden, aus Wasser und Kohlendioxid Zucker herzustellen. Dabei entsteht Sauerstoff, der sich im Wasser löst und von den Tieren aufgenommen wird. Zu den Räubern im Teich gehören Wasserskorpione, Frösche, Teichmolche sowie Stichlinge.

Ein Teich wird von Menschen künstlich angelegt. Das können große Fischteiche sein mit einer Fläche von 400 bis 500 Hektar und einer Wassertiefe von etwa fünf Metern. In der Regel kann der Wasserstand eines Teiches durch einen Zu- und Abfluss reguliert werden. Solche Gewässer legte der Mensch an, um sie zu nutzen. Meist werden die Gewässer zur Fischzucht genutzt, aber auch für andere Zwecke z.B. als Lösch-, Park-, Zier- und Gartenteiche. Auch beim Abbau von Kies oder Sand entsteht als Nebeneffekt ein Teich. Besonders in den letzten Jahrzehnten bekamen diese Nasszellen immer eine größere Bedeutung als bereichernde Strukturen, als Freizeitgelände, aber auch als naturnahe Rückzugsflächen für viele Pflanzen- und Tierarten.

Tiere im Teich

Die Teichmuschel

Direkt am schlammigen Grund durchpflügt eine Teichmuschel den Boden. Auch sie stellt hinsichtlich Wasserqualität und Sauerstoffgehalt hohe Ansprüche an Teich und Weiher. Wo sie existiert , kann sich auch der Bitterling vermehren. Diese kleine Fischart legt nämlich ihre Eier in den Kiemenblättern der Muschel ab. Dort können sie sich gut geschützt vor Fressfreinden entwickeln, bis schließlich die Jungfische die Muschel verlassen. Ein derartiges Verhalten der Elternteile nennt man in der Biologie Brutfürsorge.

Im Gegensatz zu den Muscheln sind die meisten Süßwasserschnecken wie die Große Schlammschnecke in der Lage, Luftsauerstoff aufzunehmen. Dazu müssen sie allerdings von Zeit zu Zeit an die Oberfläche steigen. Die Wasserqualität ist daher für mancher dieser Weichtiere kein allzu bedeutendes Kriterium bei der Auswahl des Lebensraums; ein stark verkrauteter Tümpel sagt ihnen mehr zu.

Der Gelbrandkäfer

Unter Wasser bahnt sich eine Tragödie an. Im Pflanzengewirr verborgen, lauert ein großer Gelbrandkäfer auf seine Beute, einen kleinen Fisch, der ahnungslos in der Nähe des Versteckes schwimmt. Auf einmal schießt der Käfer auf das Fischchen zu und packt es mit seinen kräftigen Kieferwerkzeugen. Der Fisch hat keine Möglichkeit mehr zu entkommen. Neben den verschiedenen Libellenlarven zählen der Gelbrandkäfer und seine Larve zu den gefräßigsten Unterwasserräubern unter den Insekten. So verzehrt eine Larve dieses dunkel oliv gefärbten Käfers während ihrer Entwicklungszeit von zirka sechs Wochen pro Tag so viele Beutetiere, wie sie mengenmäßig etwa 20 Kaulquappen entsprechen. Dagegen verhält sich der inzwischen sehr selten gewordene Kolbenwasserkäfer recht friedlich. Mit knapp fünf Zentimeter einer der größten Wasserkäfer, lebt er von Pflanzen und nur sehr selten von tierischer Nahrung.

Die Wasseroberfläche ist das Reich der langbeinigen, lebhaft dahingleitenden Wasserläufer, der räuberisch lebenden Ruderwanzen oder Rückenschwimmer und der schwarz glänzenden Taumelkäfer. Besonders letzteren schauen wir gebannt zu, wenn sie wie wild gewordene Autoscooter in Schlangenlinien, Kreiseln oder haarsträubenden Kurven auf der Wasseroberfläche auf einem Teich herumsausen.

Eine große Anzahl landlebender Insekten verbringt das Larvenstadium im Wasser, so etwa Libellen, Eintagsfliegen oder Köcherfliegen. Am auffälligsten sind jedoch die farbenprächtigen Flugkünstler, die Libellen. Wie ein Hubschrauber in der Luft stehend, schnell geradeaus fliegend oder einen Haken schlagend, aber auch im Rückwärtsflug oder Loopings drehend, unermüdlich sind sie unterwegs. In der Fortpflanzungszeit sieht man die Libellen häufig ein sogenanntes Paarungsrad schlagend an Halmen oder Zweigen über dem Wasser. Dort legen die Elterntiere die Eier ab. Die Entwicklung der räuberischen Laven erfolgt dann im Wasser.

Tiere am Teich

Tiere am Teich

Ein Fischotter ist auf der Jagd nach Fischen.

Einige Arten von Säugetieren haben sich auf das Leben an und im Wasser spezialisiert. Im Frühsommer kann man an manchen Teich und Tümpel ein wohlklingendes, reines Glockengeläut hören. Bereits von ferne schallt es herüber. Urheber dieser zarten Glockentöne ist die knapp fünf Zentimeter große, auf dem Rücken unscheinbar gefärbte Gelbbauchunke.

Unter den Säugetieren haben sich einige Arten auf das Leben im Wasser spezialisiert. Den Biber bekommt man auch wieder zu Gesicht. Das Tier ist neben dem Menschen der bedeutungsvollste Landschaftsgestalter. Durch den Bau seiner stabilen Burgen und Dämme vermag dieses große Nagetier mit dem kellenartigen Schwanz Bäche und Flüsse aufzustauen und somit die Landschaft umfassend zu verändern. Wiedereinbürgerung und strenge Schutzbestimmungen erlauben es ihm sich bei uns wieder zu vermehren. Ebenso vermehrt sich auch wieder der Fischotter in Mitteleuropa an Flüssen und Seen. Der Marder ist stark an das Leben und den Beuteerwerb im Wasser angepasst, der auch streng geschützt ist.

Die Bisamratte, ursprünglich in Nordamerika heimisch, wurde ihres Pelzes wegen bei uns ausgesetzt oder entkam aus Pelztierfarmen. Durch ihre emsige Bautätigkeit im Bereich der Ufer bereitet diese Art oft große Schäden an den Dämmen von Teichen, Flüssen und Kanälen. Säugetiere suchen die Gewässer hauptsächlich zum Trinken, aber auch zum Baden auf. Manche Tümpel dienen Hirschen und Wildschweinen als Suhlen. Die Nutzung hat zur Folge, dass sich der Tümpelboden verdichtet und somit die Dauerhaftigkeit des Gewässers verbessert.

Hin und wieder wird die Ruhe am Teich gestört. Das können rufende Möwen sein, die Ausschau nach fressbaren suchen oder ein Fisch, der auf der Jagd nach einer Fliege sich zu weit aus dem nassen Element herauswagt und plumsend dorthin zurückfällt. Gemählich rudert eine Stockente mit ihren sieben Jungen im Gefolge auf der unbewegten Wasserfläche. Hier und da tauchen sie ihre Schnäbel in das Wasser, um etwas essbares von der Oberfläche aufzunehmen. Zwischen dem Teppich von Seerosenblättern verstecken sich weitere Wasservögel wie das Blässhuhn, Haubentaucher, Reiherente und Krickente.

Im dichten Halmenmeer des Schilfs, gut vor unseren Blicken versteckt, lauert regungslos der Seidenreiher auf einem Teichfrosch, auf Fische oder auf eine Rötelmaus. Über den Watvogel wiegt sich, an einen Halm geklammert, ein Teichrohrsänger im Wind und trägt seine hastigen Strophen vor. Kleine und große Wasserflächen, Seen, Weiher, Teiche und Tümpel beleben und bereichern unser Landschaftsbild im ganz besonderen Maße.

  1. Foto: Von MaewNam – cc
  2. Foto: Von Tauralbus – cc