Spechte sind für ihr Klopfen bekannt

Spechte

Spechte – Foto: Bonnie Kittle

Die Spechte umfasst eine aus über 200 Arten bestehende Familie, die in Eurasien, Afrika und Amerika verbreitet sind. Es sind hauptsächlich Baumvögel, deren Klammerfuß mit den zwei nach vorn und zwei (bzw. einer) nach hinten gerichteten Zehen und stark gebogenen Krallen, die sie gut zum Klettern befähigt. Der Steife Schwanz der Unterfamilie Picinae dient dabei als Stütze. Von diesen echten Spechten weichen die Wendehälse (Jynginae) mit ihrem weichen Schwanz und schwächerem Halsschnabel ab.

Der Buntspecht ist ein guter Zimmermann

Buntspecht

Buntspecht – Foto: Katharina von Knobloch

Der häufigste unserer Spechte ist der Große Buntspecht (Dendrocopos major), der in Wäldern, Parks und baumbestandenen große Gärten lebt. Ungesellig mit seinesgleichen, sieht man den Specht im Winter auf der Nahrungssuche oft gemeinsam mit Meisenscharen, die sich ihm wohl anschließen. Allerlei Insektenarten und deren Entwicklungsstadien sammelt er zwischen der Rinde oder hackt sie mit seinem Schnabel frei. Gern leckt der Buntspecht mit seiner Zunge Pflanzensäfte auf, die er sich in der Zeit des Saftsteigens dadurch besorgt, dass er Stämme spiralig anschlägt. Mit Vorliebe frisst der Buntspecht auch Eicheln, Bucheckern, Beeren und Knospen.

Fortpflanzung Buntspecht

Als Nisthöhle nimmt der Buntspecht auch gerne vorhandene Höhlen an, der sich aber auch selbst welche in weichem Holz zimmert. Das Heim kann in etwa 14 Tagen von beiden Gatten fertig gestellt werden. Gemeinsam brüten sie 5 bis 7 Eier in 10 bis 13 Tagen aus und füttern die Jungen. Die Familie zerstreut sich rasch, nachdem die Jungen flügge werden. Im Winter sieht man die Spechte oft einzeln und auch nicht weit von ihren Nistplätzen. Neben den Nisthöhlen werden auch besondere Schlafhöhlen angelegt.

Der Grünspecht ist ein lachender Vogel

Grünspechte

Grünspecht – Foto Regine Tholen

Einer der verbreitetsten Spechte in Deutschlands ist der Grünspecht (Picus viridis). Oberseits grün mit heller Unterseite, unterscheidet sich das Männchen vom Weibchen durch den Besitz eines roten Fleckes auf Oberkopf und Nacken. In lichten Laubwäldern, in Parks, aber auch in Obstbaugebieten hört man im Frühjahr sein charakteristisches „glückglückglückglück“ das Lachen, das zuerst langsam, dann immer schneller vorgetragen wird.

Häufig sieht man den Vogel auf der Erde, wo er besonders nach Ameisen und deren Puppen Jagd macht. Die werden an der Spitze der langen Zunge angeleimt und verzehrt. Wird er aufgescheucht, so fliegt er an den nächsten Baum und klettert wie alle Spechte immer nach oben. Der Grauspecht: In Mittel-, Süd- und Westdeutschland, stellenweise nicht allzu oft zu sehen, trifft man den Grauspecht (Picus canus) an, der kleiner und nicht so intensiv grün gefärbt ist wie der Grünspecht.

Das Hämmern eines Schwarzspechtes ist unverkennbar

Schwarzspecht  – Foto: cc – Von Stefan Berndtsson

Der größte unserer Spechte ist der Schwarzspecht (Dryocopus martius), ein Bewohner von Nadelwäldern, der in mehreren Rassen über Europa und Asien verbreitet ist. Der krähengroße Vogel ist in beiden Geschlechtern tief schwarz. Das Männchen hat eine rote, vom Schnabel bis zum Nacken reichende Kopfplatte, die beim Weibchen nur über den Hinterkopf ausgedehnt ist. Sein Balzruf ist ein grünspechtähnliches „glückglückglück“. In seinem Wohngebiet findet man häufig Fichtenstämme, die nicht allzu hoch über dem Boden große, meist längliche Löcher aufweisen. Die werden vom Schwarzspecht aufgemeißelt, um den Holzameisen beizukommen. Auf der Jagd nach Ameisen treffen wir ihn auch nicht selten auf dem Boden an.

Spechtarten

Weit seltener in Deutschland ist der Weißrückenspecht (Dendrocopos leucotos), der regelmäßig nur im deutschen Alpen- und Voralpengebiet, im Böhmer- und Bayerischen Wald brütet. – Häufiger dagegen sind der nur sperlingsgroße Kleinspecht (Dryobates minor), der in ganz Deutschland anzutreffen ist. Den Mittelpecht (Leiopicus medius) trifft man in Auwäldern an, dem man auch verhältnismäßig häufig begegnet. Zwei Vorder- und nur eine Hinterzehe besitzt der in deutschen Gebirgen nur sehr selten anzutreffende Dreizehenspecht (Picoides tridactylus). Etwa so groß wie der Mittelspecht ist er dadurch gekennzeichnet, dass ihm jegliches Rot im Gefieder fehlt.