Seeotter sind am Tag und in der Dämmerung aktiv

Der Seeotter kann harte Muscheln mit Werkzeugen öffnen

Der Seeotter kann harte Muscheln mit Werkzeugen öffnen.

Der lernfähige Seeotter (Enhydra lutris), auch Meerotter genannt, lebt nur im Meer und frisst neben Fischen auch Schnecken, Seeigel und Muscheln. Da Muscheln gut gepanzerte Leckerbissen sind, haben die Tiere eine Strategie entwickelt, die Muscheln zu knacken. Sie sind größer als der Fischotter und gehört zu den intelligenten Tieren, die Werkzeuge gebrauchen. An der amerikanischen Pazifikküste knacken sie Schalentiere mit Hammer und Amboss.

Die lebhaften Seeotter sind perfekt an das Leben im Wasser angepasst. Ihr dichtes weiches Fell ist wasserabweisend, zwischen den Zehen haben sie Schwimmhäute. Die Ohren und Nasenlöcher können sie beim Tauchen verschließen. Bei Sonnenuntergang beginnen die Otter im Wasser Fische, Amphibien und Krebse zu jagen. An Land stellen sie allen möglichen Wirbeltieren nach.

Die sehr bewegungsempfindliche Barthaare helfen dem Otter, unter Wasser seine Beute auszumachen. Die ungewöhnliche aufrechte Stellung des Fischotters ist eine Beobachtungshaltung wie es auch das Alpenmurmeltier tut. Der Otter ist sehr scheu und ihn selbst wird man selten sehen. Die Füße der Tiere hinterlassen mit seinen  Schwimmhäuten auffällige Abdrücke.

Der Seeotter klemmt sich einen scharfen Stein unter die Achsel und taucht bis zu ca. 40 Meter damit zum Meeresgrund ab. Von einem Riff wird ein Schalentier abgemeißelt und zur Oberfläche gebracht. Auf dem Rücken schwimmend legt sich der Seeotter zusätzlich einen flachen Stein auf dem Bauch. Mit dem anderen Stein wird dann die Schale der Muschel aufgeklopft und der Inhalt genüsslich verspeist. Der Spezies wurde wegen seines Fells fast ausgerottet. Es erfolgte im Jahr 1911 ein Jagdverbot und seitdem steigen die Bestände weiterhin an.

Seeotter Besonderheiten

Die Otter wälzen sich gerne an der Wasseroberfläche, dass ein Verhalten ist, was Wissenschaftlern lange ein Rätsel war. Doch genaue Untersuchungen der Tiere und insbesondere ihres Fells haben den Grund für diese Drehbewegungen enthüllt. Im Gegensatz zu den meisten Meeressäugern besitzen die Seeotter unter ihrer Haut keine dicke isolierende Fettschicht. Um ihre Körpertemperatur zu regulieren, um sich also in ihren kalten heimatlichen Gewässern warm zu halten, wälzen sie sich im Oberflächenwasser. So wird auf diese Weise Luft in ihrem langhaarigen Fell gespeichert. Die Luft dient dann der Wärmeisolierung.

Steckbrief Seeotter

Systematik

  • Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
  • Überfamilie: Hundeartige (Canoidea)
  • Familie: Marder (Mustelidae)
  • Unterfamilie: Otter (Lutrinae)
  • Gattung: Enhydra
  • Art: Seeotter
  • Wissenschaftlicher Name der Art: Enhydra lutris

Merkmale

  • Größe Seeotter: Von 70 bis 120 cm, Schwanzlänge 25 bis 35 cm, Gewicht ca. 20 bis 40 kg. Die Weibchen sind deutlich kleiner mit geringerem Gewicht.
  • Dr Körper ist schlank und stromlinienförmig.
  • Das Fell hat eine braun bis rotbraune Färbung, der Kopfbereich hat eine hellgräuliche Farbe.
  • Die Tiere haben eine wasserdichte Unterwolle, die isoliert vor Nässe und Kälte schützt.
  • Die Hinterbeine mit Schwimmhäuten zwischen den Zehen dienen dem Tier als Paddel.
  • Der Seeotter kann ein Alter von ca. 10 Jahren erreichen.

Feinde

Verbreitung und Lebensraum

  • Die Raubtiere halten sich tropische und subtropische Gewässer. Seeotter verbringen den größten Teil ihres Lebens in den küstennahen Flachgewässern und bevorzugen dabei felsige Regionen.

Nahrung

Fortpflanzung

  • Die Geschlechtsreife erreichen Weibchen mit 4 bis 5 Jahren, Männchen ab 6 Jahren.
  • Bei der Paarung umarmen sich die Pärchen mit der Stellung Bauch zu Bauch.
  • Im Sommer und Herbst finden die meisten Paarungen statt, können aber das ganze Jahr über stattfinden.
  • Die Tragzeit der Weibchen beträgt 150 bis 270 Tage, meist wird nur ein Junges geboren mit einem Gewicht von etwa 1,8 kg.
  • Das Jungtier lernt mit ca. sechs Wochen das Schwimmen und wird von der Mutter in der Zeit von fünf bis acht Monaten alleine gelassen.

Tiere die ständig im Wasser leben: Bisamratte
Hinweis nachtaktive Greifvögel: Die Eulen

Foto1: cc – Mike Baird