Schildkröten sind überlebende der Urzeit

Schildkröten

Schildkröten sind faszinierende Tiere, die sehr alt werden können.

Die Schildkröten weichen im Körperbau wesentlich von den übrigen Kriechtieren ab. Den Namen verdanken sie dem ihren Rumpf umschließenden Panzer. Er besteht aus dem gewölbten Rückenpanzer und einem flachen, bei den Männchen etwas eingedellten, eirunden oder kreuzförmigen Bauchpanzer. Die Verbindungen zwischen beiden können dauernd weich bleiben oder auch verknöchern. In die so gebildete Panzerhülle können bei den meisten Arten der lange, bewegliche Hals mit dem kleinen Kopf und die Gliedmaßen hineingezogen werden. Eine vordere Öffnung dient dem Ein- und Ausstrecken von Kopf und Vorderbeinen, die hintere Spalte ebenso für Hinterbeine und Schwanz.

Die großflächigen Platten des Rückenpanzers sind Verknöcherungen der Lederhaut, sie sind verwachsen mit den darunterliegenden verbreiterten Dornfortsätzen der acht unbeweglichen Rückenwirbel bzw. den Rippen. So entstehen acht Wirbelplatten, jederseits davon ebenso viele Rippenplatten. Die sind umrahmt von der Nackenplatte, ein bis zwei Steißplatten und einer größeren Anzahl Randplatten. Nur die Randplatten des Rückenpanzers haben keine unmittelbare Verbindung mit dem Skelett. Dieser Knochenpanzer ist von außen von dem Schildpattkleid überdeckt. Es besteht aus von der Oberhaut gebildeten, regelmäßig angeordneten Horntafeln, deren Umrisse sich aber nicht mit denen der darunterliegenden Knochenschilde decken; sie lassen konzentrische Wachstumsstreifen erkennen.

Wo Schildkröten leben

Ihre größte Mannigfaltigkeit erlangen die Schildkröten in warmen, wasserreichen Gegenden; von den etwa 350 Arten dringt keine bis zu den Polargebieten vor. Glühende Hitze und Dürre können die Tiere ertragen, Kälte dagegen nicht. Ihre Wohngebiete sind Sümpfe, feucht-schattige, auch trocken-lichte Wälder, sogar Steppen und Wüsten und überdies das Meer. Ihrem Wärmebedürfnis muss man unbedingt auch Rechnung tragen. Wenn man Schildkröten in Gefangenschaft hält, darf man ihnen keinen Aufenthalt in kühlen Räumen oder kaltem Wasser zumuten. Sie müssen Gelegenheit haben, sich durch Anschmiegen an eine warme Unterlage zu erwärmen, sonst fallen sie trotz ihrer großen Lebenszähigkeit langsam einschleichenden Schädigungen oder Krankheiten zum Opfer.

Fortpflanzung Schildkröten

Die Eier der Schildkröten sind mit einer Kalkschale, bei Seeschildkröten mit einer pergamentartigen Hülle versehen. Die Weibchen legen die Eier, je nach Arten ein Dutzend bis über ein Hundert, in selbgegrabene Bodenvertiefungen, die sie wieder mit Sand zudecken. Eine weitere Brutpflege ist nicht beobachtet worden. Die Entwicklung dauert einige Monate. Die allergrößte Zahl der Jungtiere fällt anderen Wirbeltieren wie Säugetiere, Vögeln und größeren Kriechtieren als Nahrung zum Opfer. Nur die ungewöhnliche Lebensdauer derjenigen, die diesem Schicksal entgehen, gewährleistet das Fortbestehen der meisten Arten.

Foto: Von Marco Verch – CC BY 2.0