Die Savanne mit ihren Tieren

Savanne

Viele Tierarten leben in der Savanne.

Für die Steppenlandschaften der Erde gibt es eine Reihe unterschiedlicher Namen: Savanne, Grasland, Grasflur, Prärie, Pampa, und Plain. Diese Vielfalt ist nicht nur in der Verschiedenartigkeit der Sprachen begründet, sondern auch in der Landschaftsformen. Die weit gestreuten Steppengebiete, die etwa 27 Prozent der natürlichen Pflanzendecke unserer Erde ausmachen, verteilen sich über alle Kontinente mit Ausnahme der Arktis. Es ist zuweilen schwer zu unterscheiden, wo die Steppe oder Savanne aufhört und die nächste Landschaftsform anfängt.

Die natürlichen Savannen, Steppen, Prärien und andere Graslandschaften lassen den Säugetieren, besonders den großen eine höhere Bestandsdichte zu, als in den Wäldern. Während die ersten Pferde den Wald mit dem offenen Gelände vertauschten, betrat auch eine andere Huftierfamilie, die Horntäger (Bovidae), das Grasland. Die Hornträger entstanden gleichzeitig mit dem Graslandschaften und die meisten sind auch heute noch in der Savanne zu Hause. Die Boviden, zu denen unter anderem die Rinder, die Antilopen und die Gazellen gehören, entwickelten sich zu besonders erfogreichen Steppenbewohnern.

Tierbewohner in der Savanne

Savanne Tiere

In der Savanne herrscht das Gesetz fressen und gefressen werden.

Die Savannentiere verwerten praktisch die gesamte Vegetation, die sich als Nahrung eignet. Ein und dieselbe Graslandschaft kann zu gleicher Zeit so unterschiedliche Tiere wie Flusspferde, Nashörner, Elefanten, Kaffernbüffel, Giraffen, Antilopen, Warzenschweine, Hasen, Trappen, allerlei Raubvögel, Kraniche sowie ungezählte Wirbellose ernähren. Die großen Weidetiere nutzen dabei zwei der drei Schichten des Graslandbiotops, das gebildet wird von dem die beiden folgenden Schichten trennenden Boden (Oberfläche des Erdreichs), der darüberliegenden Krautschicht (die Teile der Gräser und der anderen Pflanzen, die sich über der Oberfläche befinden) und der unterirdischen Schicht.

Die Pflanzen- und Tierwelt der Krautschicht und des Bodens fällt dem normalen Steppenbesucher am ehesten ins Auge. Zu den Weidtieren gesellen sich aber noch zahllose andere Lebewesen, große und kleine. Viele Insekten, manche Frösche und zahlreiche Säugetiere leben fast ausschließlich in der Krautschicht. Störche, Kraniche und Raufußhühner bilden eine andere wichtige Gruppe, die in der Krautschicht und auf dem Boden heimisch ist. Viele kleinere Tiere nutzen nicht nur eine Schicht. Kaninchen, Hamster, Meerschweinchen und Erdhörnchen suchen ihre Nahrung auf dem Boden, leben aber unter der Erde. In der unterirdischen Schicht der Steppenlandschaften, die sich unseren Blicken entziehen, wimmelt es förmlich von Leben. Maulwürfe, Wiesel, Gürteltiere, Käfer, Mäuse, Würmer, Wespen, Spinnen, Termiten, Schildkröten, Eidechsen, Schlangen und ein nahezu unübersehbares Heer anderer Tiere bewohnen die Welt unter dem Gras.

Tiere unter der Erde in der Savanne

Erdhörnchen

Erdhörnchen leben in ihren Bauen unter der Erde.

Manche dringen noch tiefer hinab als die Graswurzeln. Die nordamerikanische Prärie-Klapperschlange stellt noch von fast sechs Metern den Präriehunden in ihren Bauen nach. Präriebewohnende Ameisen legen ihre Gänge bis zu drei Meter tief an, also ein gutes Stück unter den Wurzelsystemen der Pflanzen. Alle Organismen, die über, in oder unter dem Gras leben, bilden zusammen ein kompliziertes Gewebe ökologischer Abhängigkeiten und Beziehungen. Der Schlüssel zu diesem Gefüge ist das Gras selbst. Sein dichtes Wurzelgeflecht schützt den Boden, auf dem das gesamte System beruht. Eine dichte Grasdecke kann die Sonnenhitze am Boden um 15 Celsiusgrade senken. Sie hindert das Erdreich daran, sich zu einer undurchdringlichen Kruste zu verhärten. Sie lässt Feuchtigkeit in den Boden einsickern, während sie ihn gleichzeitig vor dem Aufprall des Regens bewahrt.

  1. Fotos: Marcel Oosterwijk – cc
  2. Foto: Hugo Brighling