Nagetiere in der Prärie

Belding-Ziesel (Spermophilus beldingi)

Belding-Ziesel (Spermophilus beldingi)

Weit verbreitet in den Great Plains, östlich der Rocky Mountains in Nordamerika, sind die Richardson-Erdhörnchen (Spermophilus richardsoni). Die Nagetiere kommen dort zahlreich vor und haben sich mühelos an die Gebiete angepasst, die von Haustieren stark abgeweidet werden. Es gibt in Nordamerika etwa 28 Erdhörnchenarten, die kolonieweise in unterirdischen Bauen leben. Erdhörnchen sind tagaktive Tiere und verhalten sich ähnlich wie die Perlziesel der eurasischen Steppen.

Zu den anderen 22 Nagerarten, die in verschiedenen Prärielandschaften heimisch sind, zählen die Präriewühlmaus (Microtus ochrogaster), die Hirschmaus (Peromyscus maniculatus), die Steppenerntemaus und die Flachland-Taschenratte (Geomys bursarius). Die Bisamratte (Ondatra zibethicus) ist häufig in fast allen Präriesümpfen anzutreffen. Die kegelförmigen Behausungen der Tiere fallen sofort ins Auge.

Eselhasen

Eselhase (Lepus californicus)

Eselhase (Lepus californicus)

Foto: David A. Hofmann – cc

Die größten Nagetiere in der Steppe sind drei Kaninchenarten und zwei Eselhasen, der Weißschwanz- und der Schwarzschwanz-Eselhase. Der größte Eselhase ist der weißschwänzige, der fast fünf Kilogramm schwer werden kann. Die anderen bleiben etwas kleiner. Auf der Flucht vor Feinden erreichen die Hasen eine Spitzengeschwindigkeit von etwa 70 km/h. Kojoten, aber auch Haushunde und Füchse stellen den Tieren am häufigsten nach. Verschiedene andere Tiere, von der Klapperschlange bis zum Adler, betrachten die Hasen ebenfalls als willkommene Beute. Die normalerweise stillen Tiere vollführen ein furchtbares Geschrei, wenn sie angegriffen werden. Das Kreischen warnt die Artgenossen vor dem nahen Feind.

Nahrung Eselhase

Die Nagetiere gehen des Nachts auf Nahrungssuche, weil sie dann am wenigsten auffallen. Ihre Kost ist abwechslungsreich und besteht aus Beifußgewächsen, Kakteen, viele Sträucherarten und vor allem Gras. Wenn bei einer Dürre das Futter knapp wird, wandern die Hasen oft kilometerweit, um etwas Genießbares zu finden.

Schaut euch bitte auch mal unseren Bericht an: Die Savanne mit ihren Tieren

  1. Foto: K Schneider – cc