Meisen sind unsere häufigsten Gartengäste

Meisen

Kohlmeise füttert Jungvogel. – Foto: Von Julian

Arten von Meisen, die in Deutschland vorkommen

Die Familie der Meisen sind an Arten und Unterarten recht häufig vertreten. Sie besiedeln als eigentliches Wohn- und Jagdgebiet den Wald. Doch sind einige Arten in die Nähe des Menschen übergesiedelt und in Gärten und Parks nützliche Gäste geworden. Die Meisen gehören zu den lebendigsten und beweglichsten Vögeln unserer heimischen Vogelwelt. Den ganzen Tag sind sie beschäftigt,  fliegen von Baum zu Baum oder klettern pausenlos nahrungssuchend in Zweigen von Büschen umher. Die Singvögel sind die besten Insektenvertilger, auch, wenn sie kein fliegendes Insekt erhaschen können. Ihr Geselligkeitstrieb ist gut entwickelt und sie lieben nicht nur das Zusammenleben mit Angehörigen der eigenen Art. So sieht man sie auch in Gesellschaft mit anderen Meisenarten, Baumläufern und Goldhähnchen.

Meisen kann man gut beobachten

Bartmeise war früher weiter nach Norden verbreitet

Singvogel Bartmeise

Bartmeise – Foto: Mibby23 – CC BY-NC 2.0

Das Gefieder der Bartmeise (Panurus biarmicus) ist aschgrau und zimtrot, auf der Unterseite weiß mit rötlichem Anflug auf den Brustseiten. Kennzeichnend für diese Meisenart ist der vom Zügel beginnende, aus verlängerten Federn bestehende schwarze Bartstreifen. Die Bartmeise ist an Röhricht gebunden und hüpft hier nach Art unserer Rohrsänger geschickt zwischen den Halmen umher. Mit der Urbarmachung und wirtschaftlichen Ausnutzung der Rohrwälder an verlandeten Seen und seichten Flüssen ist das Vorkommen der Bartmeise immer mehr eingeengt worden.

Die Kohlmeise ist am weitesten verbreitet

Eine der bekanntesten Arten ist unsere Kohlmeise (Parus major), die mit 16 cm Länge die größte der europäischen Meisen ist. Die Oberseite ist olivgrün, die Unterseite schwefelgelb. Sie hat einen schwarz-weißen Kopf und mit dem auffälligen schwarzen Bauchstreifen ist der Singvogel unverwechselbar. Beim Weibchen sind die Farben etwas blasser und der Bruststreifen ist kürzer und schmäler. Die Kohmeise zieht die reinen Laubwälder und die gemischten Bestände ebenso wie die Nadelwälder vor. Sie kommt aber gerne in Parks und größere Gärten und besucht im Winter nicht selten die Futterhäuschen auf. Der einfache Gesang der Kohlmeise klingt laut, aber nicht unangenehm. Die Hauptnahrung sind Insekten, Sämereien und verschiedene Baumfrüchte.

Blaumeise ist ein Standvogel und auch ein Teilzieher

Blaumeise – Foto: cc – Daniel Macher

Eine hübsch gefärbte Art der Meisen ist die Blaumeise (Cyanistes caeruleus), mit 11,8 cm Körperlänge. Auch sie zieht die Laub- und Nadelwälder vor. Darüber hinaus besiedelt sie aber auch buschiges Gelände, Gärten und Parks. Die Oberseite des Männchens ist blaugrün. Der Kopf und die Flügel und  leuchten blau. Die Unterseite ist schwefelgelb mit schwarzblauem Längsband über der Brustmitte. Die Schwungfedern sind schwarz und tragen eine hellblaue und weiße Zeichnung. Blaumeisen sind vom Mittelmeer bis nach Skandinavien verbreitet und fehlen nur im Norden und Nordosten Russlands. Die nördlichen Populationen überwintern südlich ihrer Brutgebiete, alle anderen sind Jahresvögel.

Tannenmeise ist kein seltener Vogel in Europa

Die Tannenmeise liebt Nadelwälder.

Tannenmeise ist die kleinste Meisenart. – Foto: cc – m-weger

Eine weitere Meisenart ist die Tannenmeise (Periparus ater) mit 11 cm Länge. Kopf, Hals bis zum Mantel, Kinn und Kehle sind glänzend schwarz. Backen und Halsseiten sind weiß, die übrige Oberseite aschgrau, die Unterseite grauweiß. Kennzeichnend ist ein breiter weißer Längsflecken im Nacken. Die Tannenmeise bewohnt vor allem Nadelwälder. Darüber hinaus findet man sie auch in Parks, wo Nadelbäume vorkommen. Die Vögel sind gesellig und schließen sich oft auch mit verwandten Arten zu kleinen Gruppen zusammen, mit denen sie gemeinsam nach Futter suchen.

Eine Haubenmeise ist größtenteils ein Standvogel

Die Haubenmeise kommt in ganz Europa vor.

Haubenmeise – Foto: cc – Von Isfugl

Eine nordische Form ist die Haubenmeise (Lophophanes cristatus) mit 13 cm Länge, deren Oberseite rötlich braungrau und die Unterseite grauweiß gefärbt ist. Die Federn des Kopfes sind breit und lang, die des Scheitels zu einem ausgedehnten, stufigen und nach vorneüber gebogenen Schopf verlängert. Im Gegensatz zur Kohlmeise und Blaumeise zieht sie Nadelwälder vor. Hierin kommt sie der Tannenmeise gleich. Die Haubenmeise ist als Jahresvogel von Südspanien und ostwärts zum Ural verbreitet. Im Winter bleibt sie oft ihrem Brutgebiet treu. Als Feinde müssen die Meisen den Eichelhäher, die Elster und das Eichhörnchen fürchten.

Sumpfmeise kommt seltener vor als die Weidenmeise

Sumpfmeise

Sumpfmeise – Foto: Erik Karits

Die glanzköpfige Sumpfmeise (Poecile palustris) und die mattköpfige Weidenmeise sind auch in Mitteleuropa verbreitete Brut- und Jahresvögel. Die Sumpfmeise bewohnt aber durchaus nicht Sümpfe, sondern lichte Auwälder in Gärten und Parks. Während die Weidenmeise (Poecile montanus) ihren Namen mit Recht verdient, da sie ihren Aufenthalt mit Vorliebe in niedrig gelegenen Büschen und wasserreichen Gegenden aufsucht. Die Sumpfmeise ist in großen Teilen Eurasiens verbreitet. Als Jahresvogel kommt sie von Nordspanien und ostwärts bis zum Ural vor.

Die Schwanzmeise ist leicht an ihrem langen Schwanz zu erkennen

Schwanzmeise (Aegithalos caudatus)

Schwanzmeise (Aegithalos caudatus) Foto: Ben Knoop

Niedliche und zierliche Vögel sind die Schwanzmeisen (Aegithalos caudatus). Sie sind durch einen langen, stark abgestuften Schwanz und durch einen gedrungenen Leib gekennzeichnet. Die eleganten Vögel weisen sich mit einer schwarzen Oberseite mit weißem Scheitel und rosa Schultern aus. Die Meisen haben haben kurze Schnäbel und beide Geschlechter sind gleich gefärbt. Schwanzmeisen leben in Misch- und Laubwäldern mit reichlich Unterholz. Ebenso in Heidelandschaften, Hecken, Gärten und Parkanlagen. Schwanzmeisen sind in Eurasien und Nordafrika verbreitet. Die Vögel sind in weiten Teilen Europas und Asien als Standvogel heimisch.

Beutelmeise brütet meist in der Nähe von Wasser

Beutelmeise

Beutelmeise Foto: Von Karsten – cc

Die Beutelmeise (Remiz pendulinus) ist eine mehr südeuropäische Form, die in Deutschland als Sommergast seltener nistet. Beutelmeisen sind als Teilzieher in elf Unterarten in großen Teilen Eurasiens beheimatet. In West- und Südeuropa sogar als Jahresvogel vertreten. Sie bevorzugen sumpfige Standorte, in deren Dickichten von Weiden und Pappelbüschen sie sich aufhalten. Die kleine Beutelmeise ist durch einen kastanienbraunen Rücken gezeichnet und eine weißliche, auf der Brust rötlich braun angehauchte Gefiederunterseite. Der Kopf ist aschgrau mit einer auffälligen schwarzen Gesichtsmaske, der Schnabel ist kurz und spitz. Das Weibchen hat ein weniger kontrastreiches und schlichteres Federkleid.