Meeresvögel: Tölpel sind überwiegend an das Meer gebunden

Meeresvögel

Meeresvögel haben ihre Lebensgrundlage am Meer oder an nahen Meeresküsten.

Die Tölpel (Sulidae), in einer einzigen Gattung mit neun Arten zusammengefasst, sind große Meeresvögel. Sie sind teils weiß, teils dunkelbraun gefärbt, mit langen spitzen Flügeln. Der Schwanz ist keilförmig, der kräftige Schnabel konisch, der zum Unterschied wie beim Kormoran an der Spitze nicht gebogen ist. Auch die Tölpel sind vortreffliche Flieger. Oft sieht man die Wasservögel weit draußen auf See dicht über Wasser dahinfliegend. Sie ernähren sich ausschließlich von Fischen, die sie stoßtauchend unter Wasser fangen. Tölpel können aus ziemlicher Höhe von etwa 30 Metern oder mehr mit angelegten Flügeln kopfüber fast senkrecht ins Meer stürzen. Zur Brutzeit versammeln sie sich in starken Kolonien an den Steilhängen und Felsen der Meeresküsten oder auf kleinen Felseninseln. Jedes Weibchen legt nur ein einziges, weißes, kalkrustiges Ei. Alle Meere der topischen und gemäßigten Zone und deren große Binnengewässer beherbergen die Tölpel an ihren Gestaden.

Die Meeresvögel Basstölpel

Der Basstölpel (Morus bassanus) kommt im Nordatlantik bis an den Polarkreis vor. Das Gefieder dieses etwa gänsegroßen Vogels (91,4 cm) ist bis auf die ausgedehnten schwarzen Spitzen seiner Flügel reinweiß. Er ist häufig um Island und die Färöer, brütet auch an den Felsenküsten und Inseln Westenglands, Schottland und Irlands. Auch seit dem Jahr 1991 brütet der Basstölpel auf Helgoland in den Felsennischen der Langen Anna. Die Nester der Meeresvögel stehen in langen Reihen, dicht neben- und übereinander, auf Vorsprüngen der ins Meer abstürzenden Felsen. Die Brutzeit beträgt etwa 43 Tage. Die Fortbewegung der Basstölpel auf dem Land ist im höchsten Grade unbeholfen und tölpelhaft.

Der Tordalk (Alca torda)

Tordalk

Paar Tordalk – Foto: Melissa McMasters – CC BY 2.0

Mit den Trottellummen gemeinsam, allerdings in kleinen Gruppen, nistet häufig der knapp stockentengroße Tordalk. Die Meeresvögel besiedeln in zwei Rassen, die amerikanischen und europäischen Küsten, des nördlichen Atlantiks. Einige Paare brüten unter den Lummen auch auf Helgoland. Auch sie besuchen nur zur Brutzeit die Felsküsten und werden ebenso wie die Trottellummen im Alter von zwei bis drei Jahren geschlechtsreif.

Außerhalb der Brutzeit gehen sie stets in einiger Entfernung von der Küste auf Nahrungssuche. An den Vogelbergen bewohnen sie vor allem die Felswände in mittlerer Höhe. Ihre bevorzugte Nahrung sind wie auch die der Papageitaucher Sandaale. Tauchend fassen die Seevögel den halb im Sand vergrabenen Fisch quer, schieben ihn möglichst weit nach hinten in den Schnabelwinkel. Dann drücken sie ihn gegen den Gaumen und schon haben sie den Unterschnabel zu neuem Griff frei.

  1. Foto: Von Phil Botha