Meeresreptilien waren Herrscher der Ozeane

Meeresreptilien

Meeresreptilien (Hauffiosaurus zanoni)

In einem festen Zeitabschnitt unserer Erdgeschichte, im Mesozoikum vor etwa 130 Millionen Jahren, wimmelte es in den Meeren nur so von großen und furchterregenden Meeresreptilien. Das war das Zeitalter der Reptilien, als die Dinosaurier das Festland beherrschten. Wie die Dinosaurier starben auch die großen marinen Reptilien am Ende der Kreidezeit vor rund 50 Jahrmillionen aus. Unsere heutigen Meeresreptilien sind nur noch kümmerliche Überbleibsel aus dieser großen Vergangenheit. Die Meeresschildkröten und Seeschlangen aus jüngerer Zeit sind in den Tropen und Subtropen zu Hause. Viele dieser Tiere werden aber von den Flüssen des Meeres z.B. dem Golfstrom, weit auf die hohe See hinausgetragen.

Meeresschildkröten sind fähige Navigatoren

Ein seltener Vertreter der Meeresschildkröten ist die Echte Karettschildkröte (Eretmochelys imbricata). Der Panzer dieser Tiere ist ein begehrtes Handelsobjekt und daraus werden kostbare Kämme und Schmuckgegenstände hergestellt. Die hornigen Platten des Rückenpanzers überlappen sich wie Ziegel auf einem Dach. Diese große Schildkröte, deren Panzer bis zu 1 Meter lang werden kann, besitzt einen greifvogelähnlichen Kopf und Schnabel. Die schwergewichtigen Tiere kommen in allen Meeren vor und auch im Mittelmeer.

Eine der seltsamsten und größte Meeresschildkrötenart ist die Lederschildkröte (Dermochelys coriacea). Dieses Ungetüm besitzt keinen Rückenpanzer aus Hornplatten, sondern ist mit einer dicken, längsgekielten lederartigen Haut bedeckt, in die ein Mosaik aus vielen kleinen Knochen eingebettet ist. Durch die gewaltige Größe braucht das Tier nicht viele Feinde zu fürchten, außer vielleicht große Haie oder Schwertwale. Die Lederschildkröte erreicht eine Panzerlänge von 2 m und wiegt bis zu 500 kg. Bei einem ausgewachsenen Tier von 1,70 m haben die mächtigen flügelartigen Vorderbeine eine Spannweite von fast 3 m.

Adulte Meeresschildkröten brauchen zwar keine große Angst vor Raubfeinden zu haben, einige sind aber selbst angreifende Räuber, die Fische und allerlei Wirbellose angreifen und verspeisen. Erstaunlicherweise ernähren sich mehrere Arten von giftigen Quallen, sogar von der sehr gefährlichen Portugiesischen Galeere. Das Gift ihrer Opfer kann ihnen offensichtlich nichts anhaben. Andere Arten wie etwa die Suppenschildkröte (Chelonia mydas), sind erwachsen Vegetatier und leben von Meerespflanzen. Wie so viele andere Bewohner der Weltmeere sind auch Meeresschildkröten durch Bejagung, als Beifang, durch illegalen Handel, Umweltverschmutzung und ansteigender Klimaerwärmung stark bedroht.

Foto: Von Petr Hykš – CC BY-NC 2.0.