Mauereidechse besiedelt ein breites Biotopspektrum

Mauereidechse

Mauereidechse

Die Mauereidechse sucht Unterschlupf in Hohlräumen von Mauern gegen Kälte in der Nacht und auch gegen hohe Temperaturen im Hochsommer. Günstig für die Eidechsen sind Felsen undMauern mit gleimäßig verteileilten Spalten oder Fugen. Die Mauereidechse ist wie die Smaragdeidechse urprünglich eine Mittelmeerform, die in unsere westdeutschen warmen Flusstäler vorgedrungen ist. Die Echse kommt am Kaiserstuhl, im Mosel-, Nahe- und Lahntal vor. Sie hat wie die Smaragdeidechse am spitzen, flachen Kopf  zwischen den Augenlid- und Augenbrauenschildchen eine feine Körnerschuppenreihe. Ihr Körper ist schlank, der Rumpf abgeplattet, der lange Schwanz sehr dünn. Der Rücken der in unseren Breiten lebenden Mauereidechsen ist etwa 18 cm lang und braungrau.

Beim Männchen wird das Farbkleid durch schwarzbraune Marmorierung belebt. Außerdem hat es eine Reihe blauer Schmuckflecken an den Körperseiten. Die Unterseite ist hell. Die Eidechsen besiedeln die an Sonnenstrahlen stark ausgesetzten Mauern von Weinbergen, Gärten, Ruinen oder Uferbefestungen. In deren Spalten verschwinden sie blitzschnell bei Gefahr. Die Mauereidechse hat eine erstaunliche Kletterfähigkeit wie aufwärts und abwärts. Das verdankt sie ihre starken und scharfen Krallen an den weitausgreifenden Gliedmaßen, durch den flachen Rumpf und den langen, zum Stützen und Balancieren geeigneten Schwanz. Sie springt auch sehr gewandt.

Steckbrief Mauereidechse

Systematik

  • Überordnung: Schuppenechsen (Lepidosauria)
  • Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
  • Familie: Echte Eidechsen (Lacertidae)
  • Unterfamilie: Lacertinae
  • Gattung: Mauereidechsen (Podarcis)
  • Art: Mauereidechse
  • Wissenschaftlicher Name: Podarcis muralis
  • Größe: Mauereidechsen werden maximal 22,5 Zentimeter lang. Davon entfallen etwa zweidrittel auf den Schwanz und ein maximales Gewicht von 10 Gramm. Von Ende September bis November suchen sie ihre Winterquartiere auf. Bei längeren Schönwetterperioden sind sie auch im Winter aktiv.
  • Nahrung: Spinnen, Fliegen, Käfer, Nacktschnecken und Ameisen.
  • Mauereidechsen Vorkommen in Deutschland: In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sowie in Hessen, dem Saarland, Bayern und Nordrhein-Westfalen.
  • Fortpflanzung: Der Paarung im späten Frühjahr gehen Balzzeremonien voraus. Beim Männchen lässt sich eine Impornierstellung beobachten, ein erhober Kopf und Hals.
  • Das Weibchen gibt der Bereitschaft zur Paarung durch Kopfnicken und Trippeln mit den Vorderfüßen Ausdruck.
  • Etwa 30 Tage nach der Paarung kommt es von Mai bis Mitte August zur Eiablage. Ein Weibchen legt je nach nach dem Ernährungszustand drei bis zehn mattweiße, pergamentartigschalige Eier ab. Die werden am Ende eines selbstgegrabenen, bis zu 20 Zentimeter langen Ganges im lockeren Erdreich abgelegt.
  • Die Entwicklungszeit der Eier und auch der Schlupferfolg sind stark temperaturabhängig. Die für die Entwicklung der Eier optimale Temperatur liegt bei etwa 28 °C (kritischer Grenzbereich: 29–32 °C).

Foto: Von Benjamin Balázs – cc