Marder sind nahezu auf der ganzen Welt verbreitet

Baummarder

Baummarder

Die Familie der Marder (Mustelidae) ist reich an Formen und Arten. Der Körperbau, das Gebiss und die Fußbildung schwanken sehr. Die Marder sind Tiere einer Familie von mittelgroßen oder kleinen Raubtieren, deren Leib gestreckt ist und auf niedrigen Beinen ruht. Die Füße der Tiere tragen vier oder fünf Zehen. In der Nähe des Afters finden sich Drüsen, die besonders zur Ranzzeit einen meist unangenehm riechenden Stoff absondern. Die Behaarung ihrer Körper ist gewöhnlich sehr reichlich und fein, deshalb wird ihr Pelz sehr geschätzt. In vielen Erdteilen haben sich die Marder angepasst. Ihre Aufenthalsorte sind Wälder oder felsige Gegenden, auch freie, offene Felder und Gärten. Teils leben sie auf der Erde und bewohnen auch die Gewässer. Meist können sie gut klettern und auch vortrefflich schwimmen.

Wo Marder leben

Viele Marderarten graben sich Löcher und Höhlen in die Erde oder nisten sich in bereits vorhandene Baue ein. Die meisten Marder haben einen festen Wohnsitz und etliche schweifen aber auch umher. Sie sind in hohem Grade gewandte und bewegliche Raubtiere. Der Nerz und der Baummarder bewegen sich beim Springen in kühn aufgerichteter Haltung. Der Steinmarder dagegen schleicht mehr, der Ilstis fast nach Art einer Ratte.

Das Wiesel huscht mäuseartig flink über den Boden. Der Fischotter gleitet aalartig, der Vielfraß wälzt sich im Boden rollend fort und die Tayra schnellt sich mit krumm gebogenem Rücken weiter. Ein Dachs trabt bedächtig, der Honigdachs noch lässiger und bummelnder. Alle Sinne der Tiere sind gut ausgebildet, wie auch die geistigen Fähigkeiten hohe Leistungen zeigen. Die Jungen, deren Anzahl bei jedem Wurf erheblich schwankt, kommen blind zur Welt. Sie werden vom Muttertier lange gesäugt, gepflegt und sorgfältig bewacht. Die Jungtiere lassen sich gut zähmen und können leicht in Gefangenschaft gehalten werden.

Was ein Marder jagt

Die meisten Marder sind Nachttiere, wenn sie auch manchmal am Tag ihre Raubzüge unternehmen. Ihre Nahrung besteht vorzugsweise aus aus kleinen Säugern, Vögeln und deren Eiern, Frösche und Kerbtiere. Einige Tiere fressen Schnecken, Fische, Krebse und Muscheln.

Der Fischotter zählt unter den Landraubtieren zu den besten Schwimmern

Fischotter

Fischotter – Foto: Andreas Schantl

Die Otter bewohnen Flüsse und Meeresküsten und verbreiten sich mit wenigen Ausnahmen über fast alle Erdteile. Europa beherbergt eine einzige Art der Gruppe, den Fischotter (Lutra lutra), ein Wassermarder von über 1,2 Meter Länge. Die Marderart liebt vor allem Flüsse, deren Ufer mit Wald bedeckt ist. Hier wohnt er in unterirdischen Gängen, deren Mündungen unter der Wasseroberfläche liegen. Ein etwa 2 Meter langer Gang führt nach aufwärts zu einem geräumigen Kessel. Der wird mit Gras ausgepolstert und ein zweiter Gang mündet an die Erdoberfläche.

Der Fischotter ist ein ausgesprochenes Wassertier, das sich auf dem Lande nur langsam, aber nicht ungeschickt bewegt. In seinem Element, dem Wasser, bewegt er sich meisterhaft, so dass er alle Fische fangen kann. Mittels empfindlicher Tastborsten an der Schnauze nimmt er Erschütterungen, die seine Beute verursacht wahr. Er schwimmt durch Bewegung des Hinterleibes und jagt selbst im Winter unter Eis, wenn einige Löcher das Luftschnappen ermöglichen. Außer Fischen sind Krebse, Frösche und andere Wassertiere seine Nahrung. Die Begattung findet fast das ganze Jahr über statt, Jungtiere werden sehr zahm und lassen abrichten. In Deutschland nehmen die Bestände durch strenge Schutzmapnahmen wieder zu.

  1. Foto: Von Charlie Marshall – CC BY 2.0