Lemminge vermehren sich rasant

Lemminge

Lemminge neigen zu Massenvermehrungen.

Lemminge sind die häufigsten Kleinsäuger im hohen Norden. Sie leben in Tundren, Wäldern und auf Hochflächen um den Polarkreis. Die Tiere sind dämmerungs- und nachtaktiv und ernähren sich von Gras, niedrigwüchsigen Pflanzen und Moosen. Mit Hilfe der Grabkrallen an ihren Vorderpfoten bauen sie unterirdische Gangsysteme. Die Wintermonate verbringen Lemminge unter der Schneedecke, halten jedoch keinen Winterschlaf.

Die Lemminge sind das ganze Jahr über munter und verbringen den Sommer meist unter dicken Flechten- und Moosteppichen, die ihnen Schutz vor Räubern wie dem Wiesel, Iltis, Schnee-Eule, Polarfuchs und Rabenvögel gewähren. Wenn der Winterschnee die Landschaft bedeckt, ziehen sich die Lemminge nicht wie viele ihrer Raubfeinde in tiefere Lager zurück, um ihren Nachwuchs vor allzu großer Feuchtigkeit zu schützen.

Versteckt in ihren Höhlenlagern unter dem Schnee, bringen die Lemminge mehrere Würfe mit 3 bis 9 Jungen hervor. Während die Eltern unter der Schneedecke auf Futtersuche gehen, kuscheln sich die Jungen in ihr Lager, das aus Moos, Flechten und anderen weichen Pflanzenmaterial besteht. Dauert der Winter lange an, müssen viele Jungen und auch Alttiere sterben. Doch ein kurzer Winter mit beständigem Wetter und genügend Schnee, der die Tiere vor Beutegreifern schützt, begünstigt den Fortbestand der Lemminge.

Lemminge Wanderung

Das berühmteste von allen kleinen Gebirgstieren Europas ist der Berglemming (Lemmus lemmus), bei dem es plötzlich zu rätselhaften Massenvermehrungen kommt. Die Nager sind fast so groß wie Ratten, die sich dann in riesigen Mengen versammeln und treten eine unaufhaltsame, hektische Reise ins Ungewisse an. Die Ursachen der Lemmingzüge sind noch immer umstritten. Eine mögliche Ursache ist, dass eine bestimmte Bestandsdichte innerhalb eines Gebietes überschritten wird und eine allgemeine Ausweichreaktion wegen Nahrungsmangel ausgelöst wird.

Weil in vielen Gegenden von Norwegen die Berghänge direkt in Meer abfallen, stürzt ein Teil der Tiere in die Fluten und ertrinken. Lemminge können gut schwimmen, ertrinken aber leicht in unruhigem Wasser. Die große Bevölkerungsdichte hat nur für ein paar Wochen Bestand. Die kleinen Säuger werden schnell von Räubern dezimiert und der Einbruch des Winters bedeutet für viele den Hungertod. Die Population nimmt ab und der Lebenszyklus beginnt erneut. Dieser Kreislauf der Populationsdichte wiederholt sich alle drei bis vier Jahre.

Steckbrief Lemminge

Systematik

  • Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
  • Überfamilie: Mäuseartige (Muroidea)
  • Familie: Wühler (Cricetidae)
  • Unterfamilie: Wühlmäuse (Arvicolinae)
  • Tribus: Lemmini
  • Gattung: Echte Lemminge
  • Wissenschaftlicher Name: Lemmus
  • Größe: Von 8 bis 15 cm. Gewicht 30 bis 110 Gramm.
  • Die Fellfarbe ist braun, schwarz und grau.
  • Vorkommen: In Nordeuropa, Nordamerika und Nordasien.
  • Alter: Die Nager haben eine Lebenserwartung von 1 bis 3 Jahre.

Fortpflanzung Lemminge

  • Die Tragzeit der Weibchen beträgt 20 Tage.
  • Ein Lemmingweibchen bringt in einem Jahr bis zu 35 Junge zur Welt, die selbst schon im Alter von fünf Wochen geschlechtsreif sind.
  • Wenn genügend Futter vorhanden ist, vermehren sich Lemmingpopulationen sehr schnell.

Foto: Von kgleditsch – cc