Köcherfliegen sind fast in allen Gewässern anzutreffen

Köcherfliege

Die Entwicklungszeit der Köcherfliegen dauert vom Ei bis zum Erwachsen werden etwa ein Jahr.

Von den Köcherfliegen (Trichoptera), die meistens bräunlich gefärbt sind, gibt es etwa 13.000 bekannte Arten, davon leben in Mitteleuropa knapp 400 Arten. Die meisten Tiere sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Sie leben in fließenden und stehenden Gewässern. Die Larven der Köcherfliege bauen sich als Schutz aus kleinen Kieselsteinen, Holz oder Pflanzenmaterial kleine röhren- oder trichterförmige Köcher, wo nur der Kopf und die Vorderfüße herausschauen. Die Tiere haben ihren Namen nach dem „Köcher“, mit dem sich ihre Larven umgeben, räuberisch oder pflanzenfressend, auch von feinsten Bestandteilchen im Wasser lebend. Die Verpuppung erfolgt in lockerem Gespinst oder in dichtem Kokon, auch in dem beiderseits mit einer Siebmembran verschlossenen Köcher. Die meist düster gefärbten Vollkerfe, die ihren behaarten oder beschuppten Flügel dachförmig tragen, trifft man häufig in der Nähe ihrer Herkunft an.

Skorpionsfliegen

Die häufigsten Vertreter dieser Ordnung sind die Skorpionsfliegen (Panorpidae). Insekten mit glasartigen, gefleckten Flügeln und im männlichen Geschlecht mit einem knotenartig verdickten Hinterende. Es wird wie der Giftstachel  des Skorpions über den Rücken nach vorwärts gebogen getragen, dient jedoch nur als Klammerapparat bei der Kopulation. Die Skorpionsfliegen, deren Mundgliedmaßen sich auf einer schnabelartigen Verlängerung des Kopfes befinden, sind wohl Fleischfresser, aber keine Räuber, da sie sich mit toten und bereits zerfallenden Insekten begnügen. Ihre Larven hingegen leben räuberisch in den oberen Bodenschichten, zur Verpuppung gehen sie in größere Tiefen. Den Skorpionsfliegen verwandt sind auch die Winterhafte (Boreidae), die man zuweilen auf der winterlichen Schneedecke hüpfen sieht. Sie sind flugunfähig, da ihre Flügel verkümmert sind.

Köcherfliegenlarve Steckbrief

Foto Köcherfliege: cc – Von S. Rae