Kleine Hufeisennase ein bedrohter Flugakrobat

Kleine Hufeisennase

Kleine Hufeisennase

Die Kleine Hufeisennase ist unter den deutschen Fledermausarten die kleinste. Sie ist ein nur 40 Mellimeter langer Winzling. Mit der Spannweite von maximal 250 Millimetern ist sie deutlich kleiner als die Große Hufeisennase. Die Fellfärbung ist auf der Oberseite graubraun und unten heller. Die Flughaut zieht sich bis zur Spitze des Schwanzes. Das Gewicht des kleinen Säugetieres beträgt nur 4 bis 7 Gramm. Die Tiere sind in Mittel- und Südeuropa zu finden, aber auch in Nordafrika und in Asien bis zum Himalaja. In Deutschland sind diese kleinen Fledermäuse in den Mittelgebirgen häufig und kommen bis zu den Ufern der Nord- und Ostsee vor.

Die Kleine Hufeisennase schläft am Tage gern mit anderen zusammen in Höhlen oder auch in menschlichen Behausungen, wo sie ebenfalls ihren Winterschlaf verbringen. Die Tiere jagen in der Nacht bevorzugt in Laubwäldern und halboffenen Landschaften wie Parks, Alleen und Streuobstwiesen. Wichtig dabei sind zur Orientierung im Flug nahezu lückenfreie Strukturen von Gehölzen und Hecken. Seit den 1950er Jahren sind die Bestände aller Arten unserer heimischen Fledermäuse rückläufig.

Steckbrief Kleine Hufeisennase

Systematik

  • Überordnung: Laurasiatheria
  • Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
  • Überfamilie: Hufeisennasenartige (Rhinolophoidea)
  • Familie: Rhinolophidae
  • Gattung: Hufeisennasen (Rhinolophus)
  • Art: Kleine Hufeisennase
  • Wissenschaftlicher Name: Rhinolophus hipposideros
  • Vorkommen: In Europa von Irland über West- und Mitteleuropa bis Russland und Vorderasien.
  • Lebensraum Kleine Hufeisennase: Winterquartiere: Das sind Stollen Höhlen und Keller. Sommerquartiere sind warme Dachböden, Höhlen, Schächte von Heizungkellern und Kirchtürme.
  • Nahrung: Käfer, Fliegen, Schnaken und Nachtfalter.
  • Laute: Die Fledermäuse geben ein Zetern und Zirpen mit extrem hohe und langanhaltende Ortungslaute mit einer Frequenz von 105 bis 112 kHz von sich.
  • Wanderungen zwischen Sommer- und Winterquartieren betragen zumeist nur wenige 5 bis 20 km.
  • Die Paarungszeit beginnt im Herbst und dauert bis zu Frühjahr an, die aber im Winter unterbrochen wird. Die Weibchen finden sich im Frühjahr in Wochenstuben zusammen, um ihren Nachwuchs einzeln zu gebären. In den ersten Wochen fliegen die Jungen unabhängig von den Muttertieren auf die Jagd nach Insekten.

Foto: Jessicajil – CC BY-SA 2.0