Käfer bilden die größte Tiergruppe auf unserer Erde

Käfer

Käfer: Unter den vielen Arten gibt es Nützlinge und Schädlinge. – Foto: Timoty Dykes

Käferarten

Die Käfer sind bei weitem die artenreichste Ordnung des ganzen Tierreichs. Sie umfassen fast ein Drittel aller bekannten Tierarten und fast die Hälfte der Insektenarten. Allerdings ist diese an Formen und Farben so ungemein abwechslungsreiche Gruppe seit jeher ein beliebtes Objekt für Sammler gewesen. Die Käfer sind durch ihre kräftigen Vorderflügel gekennzeichnet, die als Flügeldecken die zarten Hinterflügel in der Ruhelage schützen. Nur die Hinterflügel dienen als Flugorgane, während die Decken im Fluge entweder gespreizt werden oder wie bei den Rosenkäfern, geschlossen bleiben.

Entsprechend der sehr großen Artenzahl ist auch die Lebensweise der Käfer ungemein mannigfaltig. Größtenteils räuberisch leben die Adephaga, zu denen die Sandlaufkäfer (Cicindelidae) und viele Wasserkäfer, wie die Gelbrandkäfer (Dytiscidae) und Taumelkäfer (Gyrinidac) gehören. Die Räuber verdauen ihre Nahrung außerhalb des Mundes, indem sie ihren Verdauungssaft darüber ergießen und dann die hierdurch gelösten Stoffe aufschlürfen.

Glühwürmchen

Glühwürmchen sind Leuchtkäfer. – Foto: David Evans – CC BY 2.0

Die im Winter lebenden Gelbrandkäferlarven und die Larven der zu den Polypphaga gehörenden Leuchtkäfer (Lampyris, Glüwürmchen), leben von Schnecken.  Sie injizieren ihre Verdauungssäfte mit Hilfe ihrer mit Kanälen versehenen Mandibeln direkt in das Opfer; bei nur äußerlichem Übergießen würden die Säfte durch das umgebende Wasser bzw. durch den Schneckenschleim bis zur Unwirksamkeit verdünnt werden. Unter den Adephaga gibt es auch die schädlichen Getreidelaufkäfer (Zabrus tenebrioides) und einige andere als Samenfresser schädliche Harpalinen. Die Marienkäfer (Coccinellidae) sind größtenteils sowohl als Larve wie als Imago Blattlausfresser.

Ameisenbuntkäfer

Ameisenbuntkäfer – Foto: Pierre Bornand – CC BY-NC 2.0

Unter den Buntkäfern (Cleridac) wird der Ameisenbuntkäfer (Clerus formicarius) durch Vertilgen von Borkenkäfer nützlich. Er kann aber deren Massenvermehrung nicht entscheidend hemmen. Der Gemeine Bienenkäfer (Trichodes apiarius) auch Bienwolf genannt, macht seine Entwicklung in Bienenstöcken durch und wird dabei schädlich. Räuberisch leben auch die Kurzflügler (Staphylinidae), von denen in Deutschland etwa 1.250 Arten heimisch sind. Die Käfer der Gattung Stenus besitzen sogar eine aus der Unterlippe, hervorschnellbare Fangmaske, ähnlich den Libellenlarven.

Käfer die Kot und Aas fressen

Schwarzhörniger Totengräber

Schwarzhörniger Totengräber (Nicrophorus vespilloides) ist ein Aasfresser. – Foto: S. Rae – CC BY 2.0

Von besonderem Interesse sind viele Kot- und Aasfresser, da die Vergänglichkeit der für die Brut bestimmten Nahrung ihre Bearbeitung durch die Eltern notwendig macht. Sie üben Brutfürsorge oder gar Brutpflege aus. So graben unsere Mistkäfer (Geotrupes stercorarius) unter den von ihnen durchwühlten Kuhfladen tiefe Gänge mit Seitenstollen in die Erde. Sie legen in je einen Ballen aus Dung ein Ei hinein.

Heiliger Pillendreher

Heiliger Pillendreher – Foto: Von Jochen Smolka – cc

Die Pillendreher (Scarabacus sacer) formen ihre Brutpillen schon auf der Erdoberfläche, vergraben sie dann und bilden sie zur Brutbirne um. In den wird ebenfalls ein Ein hineingelegt. Die Totengräber (Necrophorus), meist schon schwarzgelb gezeichnete Aaskäfer (Silphidae), leben als Larven an dem Aas kleiner Wirbeltiere. Die werden von den Eltern sorgfältig präpariert und vergraben. In Anpassung an die geringe Haltbarkeit dieser Larvennahrung beschleunigt die Mutter die Entwicklung der Lärvchen, indem sie diese nach jeder Häutung, wenn sie noch weiche Mundteile besitzen, mit vorverdauter Nahrung füttert; damit übt sie echte Brutpflege aus.

Auch das Haar- oder Federkleid toter Tiere hat seine eigene Käferfauna, hier leben die Larven der Speckkäfer (Dermestes lardarius). Im Baumaterial der Vogelnester leben die Larven der Teppichkäfer (Anthrenus scrophulariae). Sie alle finden aber auch in Pelzen und Wollwaren der menschlichen Haushaltungen ein reichliches Nahrungsangebot und können großen Schaden anrichten.

Maikäfer

Maikäfer

Maikäfer – Foto: By Enrico Mevius CC BY 3.0

Von den zahllosen Großschädlingen aus anderen Polyphagen-Familien gehören die beiden Maikäfer, der Feldmaikäfer (Melolontha melolontha) und der Waldmaikäfer (Melolontha hippocastani) sowie die Borkenkäfer (Scolytinae). Die Enwicklungszeit der Feldmaikäfer beträgt je nach Klima drei oder vier Jahre, die der Waldmaikäfer vier oder fünf Jahre. Entsprechend diesen periodisch wiederkehrenden Maikäferjahren finden auch die großen Aktionen zu ihrer Bekämpfung statt.

Die Borkenkäfer leben teils unter der Rinde, teils im Holz. Die Larven der Holzbrüter, wie des Nutzholzborkenkäfers fressen kein Holz, sondern ernähren sich den in ihren Gängen wachsenden Pilzrasen. Unter den Rindenbrütern ist vor allem der Buchdrucker (Ips typographus) zu erwähnen, der nach dem Kriege in unseren Fichtenwäldern große Zerstörungen anrichtete. Auch Parasiten gibt es im Käferreich. Zu ihnen wird vielfach die in die nähere Verwandschaft der Aaskäfer gehörigen Biberlaus ( Platypsyllus castoris) gerechnet, die im Fell des Bibers lebt und in ihrer Anpassung so tiefgreifend umgewandelt ist, dass sie mehr einer Laus als einen Käfer gleicht. Wahrscheinlich ernährt sich die Biberlaus aber von Milben, die auf dem Biber leben.