In einer Baumsteppe gibt es ein reges Vogelleben

Baumsteppe

In einer Baumsteppe leben viele Vogelarten.

Die Vögel der Gras- und Baumsteppe sind stärker an ihren Lebensraum gebunden. Die Vogelarten, die zum Nisten und Ruhen Bäume benötigen, wagen sich aus der baumbestandenen Steppe nicht ins offene Grasland hinaus. In der Baumsteppe finden sie sowohl Bäume zum Nestbau als auch freie Flächen für die Nahrungsaufnahme vor. Insbesondere Singvögel  bevölkern in großer Fülle diese gemischte Landschaft aus Lichtungen und Baumgruppen. In den kleinen Lichtungen tummeln sich zahlreiche Hänflinge und Stieglitze. In den dichten Gehölzen finden Sprosser, nahe Verwandte unserer Nachtigall Schutz und Geborgenheit. Im Frühjahr und Frühsommer lassen sie in Osteuropa und im benachbarten Teil Asiens ihren herrlichen Gesang ertönen. Die Jungvögel müssen die melodischen Sprossenstrophen erlernen und zwar von einem ausgewachsenen Männchen mit einer voll entwickelten Stimme.

Steppenlandschaft

Baumbestandene Steppenlandschaft

Während der Brutzeit, die etwa zwei Wochen dauert, singen die Männchen in der Nacht und am Tag füttern sie ihre brütende Partnerin. Sobald die Jungen geschlüpft sind, ist der Vater mit der Futterbeschaffung so sehr beschäftigt, dass er nicht mehr zum Singen kommt. Doch wenn die Nachkommen das Nest verlassen haben, erhebt er wieder seine Stimme. Das ist auch wahrscheinlich die Zeit, in der die Jungvögel das Singen lernen. Aber sie machen erst ein Jahr später nach Eintritt der Geschlechtsreife von der Fähigkeit Gebrauch. Die Anlage zum Singen ist zwar angeboren, aber sie muss durch eine kurze Lernperiode erweckt werden.

Greifvögel in der Grassteppe

Noch typischer als die Bodenvögel sind für die Grassteppe die Greifvögel, für die das weite, offene Land ein ideales Jagdgebiet ist. Über dem Grasland ziehen der Kaiseradler (Aquila heliaca), der Adlerbussard (Buteo rufinus) und die Steppenweihe (Circus macrourus) ihre Kreise. Die Weihen fliegen niedrig, oft nur ein oder zwei Meter über dem Boden.

Auf ausgebreiteten Schwingen, gleiten die Greifvögel mühelos dahin und halten Ausschau nach kleinen Nagetieren, die ihre Hauptnahrung bilden. Da sich die Nager im Winter unter die Erde verkriechen, wandern die Weihen nach Afrika in die Savanne. Sie kehren erst wieder dann zurück, wenn das Wetter wärmer wird und die Nager wieder hervorkommen. Dieses Wanderverhalten ist charakteristisch für die Greifvögel der eurasischen Steppe, die nach Südasien oder Afrika ziehen.

  1. Foto: Von Andrei Zverev – CC BY-NC 2.0
  2. Foto: Jorge Lascar – CC BY 2.0