Der Hoatzin ist ein lebendes Fossil

Hoatzin

Der Hoatzin Vogel ist ein lebendes Fossil

In den Uferdickichten des tropischen Regenwalds lebt der Hoatzin (Opisthocomus Hoazin). Er ist ein seltsamer Vogel mit langem Federschopf. Die bizarre Vogelart hat sich vermutlich vor 64 Millionen Jahren von anderen Vogelfamilien

Hoatzin

Diese Vogelart lebt in den tropischen Regenwäldern Südamerikas.

abgespaltet. Ein Hoatzin Küken, das gerade frisch aus den Eiern geschlüpft ist, trägt an jeder Vorderkante seiner Flügel drei funktionsfähige Krallen. Nach wenigen Tagen beginnen die Küken in den Bäumen herumzuklettern. Dabei halten sie sich mit den Flügelkrallen und den Füßen im Gezweig fest. Die Krallen der Hoatzin Jungvögel werden nach drei bis vier Wochen abgestoßen. Häufig bauen die Hoatzins ihr Nest mitten in einem Überschwemmungsgebiet. Fällt ein Hoatzin Küken ins Wasser, so kann er mit allen vier Gliedmaßen schwimmen und ist in der Lage am Baum zum heimischen Nest wieder hochzuklettern. Die Vögel sind schlechte Flieger mit wenig Ausdauer. Dafür können sie gut schwimmen und tauchen. Bedroht ist der Hoatzin Vogel vor allem im Amazonas-Regenwald. Dort wird der Lebensraum durch Abholzung von Wäldern und Brandrodungen für neue Plantagen, Siedlungen und Weideland eingeschränkt. Zu den größten Feinden der Hoatzins zählen die Baumschlangen.

Hoatzin Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Opisthocomus Hoazin
  • Er wird auch Schopfhuhn genannt
  • Größe: Es sind große Vögel mit einer Länge zwischen 60 und 70 Zentimeter
  • Gewicht zwischen 700 und 900 Gramm
  • bräunliches Gefieder
  • kleiner überwiegend unbefiederter Kopf
  • langer Hals und langer Schwanz

Die Nahrung des Hoatzin

Der Vogel ernährt sich überwiegend von pflanzlicher Nahrung. Er frisst überwiegend schwerverdauliche Blätter bestimmter Pflanzen. Durch seinen muskulösen Kropf und eine Erweiterung der Speiseröhre kann er diese gut verdauen. Weiterhin dienen als Nahrung Blüten und Früchte.

Lebensraum

In tropischen Regenwälder im nördlichen Teil von Südamerika. Im Osten von Kolumbien. In Venezuela. In Nord- und Zentral-Brasilien. Im äußersten Osten Perus und Ecuadors sowie im Nordosten von Bolivien.

Fortpflanzung

Die Brutzeit findet in den Monaten der Regenzeit statt. Die Nester legen die Vögel auf Ästen von Bäumen mit Zweigen in der Höhe von 2 bis 5 Meter an. Diese werden nah an Flussufern und immer über Wasser gebaut. Bei Gefahr vor Feinden können so die Jungvögel sofort ins Wasser springen. Das Weibchen legt zwei bis vier Eier ins Nest. Beide Geschlechter wechseln sich beim Brüten ab. Die Brutdauer beträgt ca. 26 bis 30 Tage, die Nestlingszeit ca. 3 Wochen.

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Bildangaben
 Foto1 by Bill Bouton CC BY-SA 2.0
 Foto2 by Dick Culbert from Gibsons, B.C., Canada CC BY 2.0