Heuschrecken bilden sich oft zu riesigen Schwärmen

Heuschrecken

Wanderheuschrecken

Wanderheuschrecken sind ausdauernde Flieger

Ein specktakuläres Schauspiel ist eine Massenwanderung von Wanderheuschrecken, die durch Regenfälle in der Wüste ausgelöst wird. Die Wanderheuschrecke ist eine Art, die von Nordafrika über Vorderasien bis zur Thar-Wüste verbreitet ist. In der Trockenzeit ist die Heuschrecke ein träges und einzeln lebendes Geschöpf, dessen Färbung auf die helle Wüstenlandschaft abgestimmt ist. Die Heuschrecken pflanzen sich alljährlich fort, indem sie ihre Eier über dem Boden verteilen. In den Dürreperioden finden die ausschlüpfenden Larven nur wenig Nahrung, so dass nur eine kleine Zahl überlebt. Wenn es jedoch regnet, ist das Nahrungsangebot groß und viele Larven bleiben am Leben. Setzt dann die Trockenperiode wieder ein und die Vegetation geht zurück, werden die nunmehr sehr zahlreichen Heuschrecken auf kleinen „Inseln“ mit rasch abnehmender Pflanzenkost zusammengedrängt.

Die beengten Verhältnisse wirken auf die Tiere stimmulierend und sie werden munterer. Auch nehmen sie eine auffälligere Färbung an, die für das gesellige Stadium charakteristisch ist. Schließlich bilden sich Schwärme aus Millionen von Tieren, deren Erregung einen solchen Grad erreicht, dass sie sich in die Luft erheben, sobald ein Tiefdruckgebiet über das Land hinwegzieht. Das Emportragen von den aufsteigenden Winden, bewegen sich die Heuschrecken längs einer Sturmfront nach Osten.

Bringen die Tiefdruckzonen Regen mit, nutzen die Tiere instinktiv eine Wetterlage. Die wird ihnen wahrscheinlich irgendwann, wenn sie sich wieder niederlassen, Feuchtigkeit und Pflanzenwuchs als Nahrung bescheren. Die zerstörende Wirkung der Wanderheuschrecken ist bekannt und gefürchtet. Bevor die Anzahl der wandernden Heuschrecken zurückgeht und ihr solitäres Leben wieder aufnehmen, vernichten sie alles, was sie auf ihrer Wanderschaft vorfinden. So werden Felder, Weiden und Bäume völlig kahlgefressen.

Heuschrecken in Deutschland

Die vorwiegend grün bis braun gefärbten Heuschrecken sind bei uns gut bekannte Insekten, die man im erwachsenen Stadium von Juni bis September im ganzen Bundesgebiet antreffen kann. Die meisten unserer einheimischen Arten sind 7 bis 35 mm lang und haben stark verlängerte, in Sprungbeine umgewandelte Hinterbeine. Die Fühler sind entweder sehr kurz oder länger als der Körper.

Das Zirpengeräusch ist artspezifisch, d.h. man kan die einzelnen Arten schon an dem für sie typischen „Gesang“ erkennen. Bei den Kurzfühlerschrecken entsteht das Zirpen dadurch, dass sie die Innenseiten der Hinterschenkel an einer Flügelkante reiben und die Langfühlerschrecken bewegen die beiden Vorderflügel gegeneinander. Heuschrecken leben bei uns auf Wiesen, Heidelanschaften, auf Feldern, im Gebüsch und in lichten Wäldern. Sie überwintern fast immer im Eistadium und im April schlüpfen die Larven.

Foto: Von Niv Singer – CC BY-SA 2.0