Heringshai (Lamna nasus)

Der Heringshai wird von der IUCN als eine gefährdete Art eingestuft.

Der Heringshai wird von der IUCN als eine gefährdete Art eingestuft.

Die großen Haie sind wahre Fressmaschinen der Weltmeere. Einer davon ist der Heringshai, der mit seinem spindelförmigen Körper in die Herings- Sardinen- oder Makrelenschwärme hinein schießt und die auseinander sprengt. Immer wieder treibt er seinen Körper mit enormer Schwimmgeschwindigkeit und mit angreifenden Schwanzschlägen in die Fischmassen hinein, um die betäubten, taumelnden Heringe oder Makrelen zu fressen. Es kommt es auch vor, dass der Heringshai Fische, die im Fischernetzen zappeln angreift und dabei die Netze zerfetzt. Die Haie sind auch gesellige Tiere mit Teamgeist, die sich oft zu Trupps zusammen schließen. Sie sind auch Kannibalen, die auf kleinere Haiarten und Wale Jagd machen. Meist machen die Räuber Jagd auf Schwarmfische wie Heringe, Dorsche und Makrelen. Mit seinem schlanken Körperbau erreicht der Hai eine hohe Schnelligkeit unter Wasser.

Ist der Heringshai gefährlich?

Ungefährlich sind Heringshaie nicht, immerhin beträgt die Größe der Tiere bis zu drei Meter. Er ist jedoch deutlich kleiner, als sein Verwandter der Große Weiße Hai. Das der Heringshai Angriffe auf Menschen gewagt hat ist schon vorgekommen. Das ist aber sehr selten geschehen und das „International Shark Attack File“ (ISAF) hat nur zwei Angriffe gelistet. Einen vor der englischen und einen vor der kanadischen Küste. Der Heringshai gilt potenziell als gefährlich. Da es bisher kaum Angriffe durch ihn gab, braucht man ihn aber nicht zu fürchten. In der Nordsee kommt der Heringshai mittlerweile selten vor. Durch Überfischung wurde die Art in den 80er Jahren fast ausgerottet. Heute erholt sich die Haiart wieder sehr langsam.

Gibt es den Heringshai in der Ostsee?

Der Heringshai kommt auch in der Ostsee vor. Vor allem in den Grenzgewässern zur Nordsee (Kattegat und Skagerrak). Dort gibt es auch Katzenhaie und Dornhaie, die manchmal bis in die Westliche Ostsee vordringen können. Nicht bekannt ist, dass es in der Ostsee einen Angriff von einem Heringshai auf Menschen gab.

In der Zukunft könnte sich etwas durch den Klimawandel verändern. Es wäre möglich, dass auch weitere große Haiarten in der Nordsee aufkreuzen. Es ist durchaus denkbar, dass dann auch z.B. ein Weißer Hai sich um Großbritannien herum einen neuen Lebensraum erobert.

Steckbrief Heringshai

Systematik

  • Haie (Selachii)
  • Klasse: Knorpelfische (Chondrichthyes)
  • Ordnung: Makrelenhaiartige (Lamniformes)
  • Familie: Makrelenhaie (Lamnidae)
  • Gattung: Heringshaie (Lamna)

Merkmale

  • spindelförmiger, schwer gebauter Körper
  • durchschnittliche Größe 150 bis 180 cm, Gewicht 135 kg
  • die Farbe des Körpers ist blau/grau
  • die erste Rückenflosse hat ein weißes freies Ende
  • in europäischen Gewässern sind Angriffe von Heringshaien auf Menschen bekannt
  • die Lebenserwartung dieser Haiart beträgt ein Alter von ca. 30 Jahren
Im Erscheinungsbild errinnert der Heringshai stark an den Weißen Hai.

Im Erscheinungsbild errinnert der Heringshai stark an den Weißen Hai.

Vorkommen

in der Region von Neufundland und New Jersey bis in die Nord- und Ostsee, auch im Mittelmeer, auf der südlichen Halbkugel um Südaustralien, vor Chile und in Regionen des subantarktischen Raums

Nahrung

die Hauptnahrungsquelle sind Schwarmfische, auch kleinere Haiarten und Wale

Fortpflanzung Heringshaie

Die Tragzeit ist unbekannt. Die Weibchen bringen durchschnittlich 5 lebende Jungtiere ohne Dottersack-Plazenta (ovovivipar)  zur Welt, die ca. 60 bis 75 cm groß sind.

Der Heringshai kommt auch in der Nord- und Ostsee vor.

Der Heringshai kommt auch in der Nord- und Ostsee vor.

Große Haiarten: Steckbrief Riesenhai
Schneehuhnarten: Steckbrief Alpenschneehuhn

1. Foto: ccPorbeagle shark (Lamna nasus). Global Red List Assessment: Vulnerable; Sub-population Red List assessment for the Northeast Atlantic: Critically Endangered © Steven Campana – von IUCNweb
2. Foto: cc – Porbeagle Shark 018 – von Stichting De Noordzee
3. Foto: cc – Sildehaj (Lamna nasus) – von Bjørn Steiner