Halbaffen sind meist Baumbewohner mit großen Augen

Halbaffen

Die überwiegend tagaktiven Kattas (Lemur catta) verbringen viel Zeit am Boden.

Mit den Affen haben die Halbaffen wenig Ähnlichkeit. Sie verdanken ihren Namen in erster Linie ihren affenähnlichen Händen und Füßen, während der Körperbau nur selten, der Kopf jedoch nie dem der Affen annähernd ähnlich ist. Stammesgeschichtlich gesehen, weisen sie altertümliche Merkmale auf. Schläfengrube und Augenhöhle sind noch nicht vollständig voneinander getrennt. Ihr Gebiss zeigt eine geschlossene Zahnreihe. Das Gehirn nimmt eine Mittelstellung zwischen dem der niedrigen Säugetiere und Affen ein. In Übereinstimmung damit sind die geistigen Fähigkeiten noch nicht besonders hoch entwickelt.

Die Halbaffen sind kleine bis mittelgroße Baumbewohner mit dichtem, wolligem Haarkleid, die erstaunlich gewandt springen und klettern können. Viele übertreffen darin die eigenlichen Affen und nur manche Formen bewegen sich langsam und bedächtig. Die meisten Arten sind nachts am regsamsten und klettern, begleitet von lärmendem Geschrei, in den Zweigen tropischer Urwälder umher. Ihr Nahrungsbedarf ist groß, so ernähren sie sich von Früchten, Knospen, Blättern und daneben auch von kleinen Tieren. Alle Arten sind furchtsam. Die Jungen klammern sich unmittelbar nach der Geburt an der Mutter fest, die sie mit sich trägt, bis sie selbstständig geworden sind.

Systematik

Überklasse: Kiefermäuler (Gnathostomata)
Reihe: Landwirbeltiere (Tetrapoda)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Primaten (Primates)
Paraphyletisches Taxon:
Unterordnung: Halbaffen
Wissenschaftlicher Name: Prosimiae

Lemuren (Lemuriformes)

Alaotra-Bambuslemuren

Die typischen Lemuren findet man in den Gattungen Hapalemur, Lemur und Lepilemur. Bei den Halbmakis (Hapalemur) ist der Kopf rund, kurzschnäuzig und sie haben kurze, fast im Pelz versteckte, behaarte Ohren. Sie haben ziemlich kurze Gliedmaßen und einen ganz körperlangen Schwanz. Im Gegensatz zu den Echten Makis besitzen sie zwei Paar Brustdrüsen. An der Innenseite befindet sich ein Schwielenkissen. Ihr Gebiss besteht aus 36 Zähnen, von denen die oberen inneren Schneidezähne vor den äußeren stehen. Die Backenzähne sind stumpfhöckerig wie bei Tieren mit Pflanzennahrung. Zwei Arten sind bekannt.

Beim Grauen Halbmaki (H. griseus), von den Eingeborenen Bokombouli genannt, ist die Schnauze schmal. Tagsüber hält er sich schlafend im Bambusdickicht verborgen. Nachts ist er unglaublich lebhaft. Seine Stimme tönt wie ein schwaches Grunzen. In seiner grauen Rasse (H. g. griseus, Gesamtlänge etwa 71 cm) kommt er in Zentralmadagaskar und im trockenem Südwesten, als Olivbrauner Halbmaki (H. g. olivaceus, ca. 62 cm) in feuchten Gebieten der Ostküste vor. Die größere Art der Breitschnauzige Halbmaki (H. simus) von der Ostküste Madagaskars, der Bandro, mit einer Gesamtlänge von 90 cm.

  1. Foto: Von Schwenzfeier – CC BY-NC 2.0
  2. Foto: cc – Mark Kent