Haarfrosch besitzt knochige Krallen zur Verteidigung

Haarfrosch

Haarfrosch

Der Haarfrosch kommt in den kühlen Nigerzuflüssen nördlich des Äquators, im Westen des afrikanischen Kontinents vor. Dieser groteske Frosch scheint mit „Haaren“ bewachsen zu sein. Dichte Massen, feiner Fäden überziehen seine Flanken und Schenkel. Dieses zottlige Gewirr des Tieres bildet sich besonders nach der Brunftzeit mit 10 bis 15 mm Länge zur vollen Entfaltung aus. Die Männchen leben ausschließlich in schnellfließenden Bergbächen, in denen sehr viel Sauerstoff gelöst ist. Die Weibchen dagegen halten sich die meiste Zeit am Ufer auf. Die dünnwandigen Hautfäden gestatten einen wirksamen Sauerstoffaustausch zwischen Wasser und Blut. Sie verdoppeln somit die Atemkapazität der Haut bei den männlichen Tieren, solange sie untergetaucht sind und ihre Lungen nicht einsetzen können.

Steckbrief Haarfrosch

Systematik

  • Ordnung: Froschlurche (Anura)
  • Unterordnung: Neobatrachia
  • Familie: Langfingerfrösche (Arthroleptidae)
  • Unterfamilie: Astylosterninae
  • Gattung: Trichobatrachus
  • Art: Haarfrosch
  • Wissenschaftlicher Name der Gattung: Trichobatrachus
  • Wissenschaftlicher Name der Art: Trichobatrachus robustus
  • Größe: Der Haarfrosch hat eine durchschnittliche Körperlänge von 11 cm. Die Männchen sind deutlich größer als die Weibchen.
  • Die Körperfarbe ist olivgrün bis -braun. Zwischen den Augen und auf dem Rücken befinden sich schwarze Bänder. Der Kopf ist breit mit kurzer abgerundeter Schnauze, die Augen besitzen senkrecht stehende Pupillen.
  • Einmalige Besonderheit: Die Krallen der Haarfrösche sind anders als die von Katzen. Sie bestehen aus Knochen und nicht aus Hornsubstanz. Sie sind aber nicht die einzigen Frösche, die zur Verteidigung Krallen besitzen, sondern auch die Krallenfrösche, die aber hornige Nägel besitzen.
  • Der Haarfrosch ist keine bedrohte Tierart. Über die Lebensweise ist wenig bekannt. Man nimmt an, dass die Froschart auf dem Waldboden lebt und nur zur Fortpflanzung und Eiablage sich zum Wasser begibt.
  • Die Paarungszeit findet in der Regenzeit statt. Als erstes finden sich die geschlechtreifen Männchen an den Laichgewässern ein. Das Weibchen legt Laichpakete auf Steinen in Flüssen ab. Aus denen schlüpfen muskulöse Kaulquappen, die im Mund mehrere Reihen von Hornzähnen besitzen.
  • Nahrung: Schnecken, Heuschrecken, Käfer, Tausendfüßer und Spinnen.
  • Verbreitung: Der Haarfrosch lebt im westlichen Teil Zentralafrikas, einschließlich in den Osomba-Bergen von Ostnigeria bis zur Demokratischen Republik Kongo reichend. Auch im südwestlichen Teil Kameruns, in Äquatorialguinea und in den Mayombe-Bergen. In der Demokratischen Republik Kongo sowie in Teilen Gabuns.

Foto: Von Miguel Artime – cc