Das Gürteltier ist ein gepanzertes Säugetier

Gürteltier

Braunborsten-Gürteltier (Chaetophractus villosus)

Das Gürteltier ist ein urtümliches Säugetier, dass einen Panzer aus gürtelförmig angeordneten beweglichen Knochenplättchen trägt. Es gibt etwa 20 Arten von Gürteltieren. Die kleinsten wiegen lediglich 100 Gramm, das Riesengürteltier wird bis zu 55 kg schwer. Oberseite und Schwanz der Tiere sind mit Hornplatten bedeckt, die Gürtel bilden können und die durch normale Haut verbunden sind, so dass sich das Tier bewegen kann. Das Kugelgürteltier kann sich so zusammenrollen, dass es eine vollständig gepanzerte Kugel bildet. Wenn sich das Braunborsten-Gürteltier (Chaetophractus villosus) bedroht fühlt, kann es sich in dem festen lederartigen Rückenpanzer zusammenrollen und unter ihm Schutz suchen wie eine Schildkröte. Die Gürteltiere sind nahe Verwandte mit dem Ameisenbär und Faultier.

Dichte Vegetation bietet den Tieren genügend Schutz gegen Umwelteinflüsse, außer gegen die Kälte. Im Gegensatz zu fast allen anderen Säugetieren besitzen Gürteltiere kein wärmendes Fell. Ihr nordamerikanisches Verbreitungsgebiet beschränkt sich auf die südlichen Staaten von Florida bis Texas. In der Nacht streifen Gürteltiere umher und suchen nach Nahrung.

Man kann ein Gürteltier häufig hören bevor man es sieht, denn es gibt ständig grunzende Laute von sich. Riesengürteltiere haben 80 bis 100 Backenzähne, die ständig nachwachsen. Dabei handelt es sich um die primitivsten Säugetierzähne, die man kennt. Es sind lediglich Stifte aus weichem Zahnbein ohne harten Zahnschmelz. Von allen anderen Gürteltieren kann sich der Gürtelmull sehr schnell eingraben.

Steckbrief Gürteltiere

Systematik

  • ohne Rang: Synapsiden (Synapsida)
  • Klasse: Säugetiere (Mammalia)
  • Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
  • Überordnung: Nebengelenktiere (Xenarthra)
  • Ordnung: Gepanzerte Nebengelenktiere (Cingulata)
  • ohne Rang: Gürteltiere
  • Wissenschaftlicher Name: Dasypoda
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge von 11 bis 100 Zentimeter, der Schwanz kommt noch hinzu.
  • Die vorwiegend nachtaktiven Gürteltiere in freier Wildbahn können ein Alter bis zu 18 Jahre erreichen.
  • Lebensraum: Die Tiere leben zum Teil im tropischen Regenwald, in Steppen und Savannen und im offenen Gelände.
  • Nahrung: Ameisen, Termiten, Larven, Kleintiere, pflanzliche Kost und Aas.
  • Verbreitung: Zentral- und Südamerika.
  • Feinde Gürteltiere: Kojote, Wolf und Bär.

Fortpflanzung Gürteltiere

  • Bei der Forpflanzung der Gürteltiere kommt es zur Polyembryonie. Das bedeutet, dass sich das befruchtete Ei teilt und es entwickeln sich zwei oder mehrere identische Embryos. Neunbinden-Gürteltiere z.B. haben stets eineiige Vierlinge.
  • Die Einzelgänger finden sich nur in der Paarungszeit zusammen.
  • Tragzeit der Weibchen je nach Art beträgt 2 bis 4 Monate.
  • Jungtiere kommen mit einem weichen Panzer zur Welt, der später hart wird.

Foto: von Juanma Carrillo – cc