Der Greifvogel Steinadler ist ein Jäger der Lüfte

Greifvogel

Greifvogel Steinadler – Foto von Craig Hughes

Der Steinadler (Aquila chrysaetos) gilt im europäischen Hochgebirge als Wahrzeichen. Diesen majestätischen Greifvogel durften nur die Könige im Mittelalter für die Beizjagd verwenden. Mit Vorliebe legt der Greifvogel seinen Horst an steilen Felswänden an. Aber er wohnt bisweilen auch auf öden Meeresklippen und auf hohen Bäumen. Wie auch andere Greifvögel hat der Steinadler unter dem Menschen gelitten. Er wurde von Jägern und Bauern abgeschossen, die befürchteten, dass so ein großer Greifvogel ihre Jungtiere wegschleppen könnte. Der Steinadler wurde vergiftet durch Pestizide, die seine Vermehrung beeinträchtigte. Obwohl die Einsamkeit seines Lebensraumes zunehmend gestört wurde, hat der Adler dennoch überlebt.

Lebensraum und Jagdtechnik des Steinadlers

Der Greifvogel Steinadler mit seinen mächtigen Schwingen ist ein Beherrscher der Lüfte. Er zieht seine Kreise über den Alpen, dem Apennin, den Karpaten, den Pyrenäen, dem Pindos und anderen Gebirgsmassiven. In den Alpen ist der Adler das einzige Tier, das auch junge Gämsen und Steinböcke schlägt, obwohl er sich hauptsächlich von Hasen und Murmeltieren ernährt. Oberhalb der Waldgrenze, auf den freien Bergwiesen, findet man zuweilen die Überreste von Murmeltieren (Fellfetzen, Knochen), an denen sich der Adler satt gefressen hat.

Wenn der Steinadler jagt, streicht er in geringer Höhe über die Hänge. Er nimmt sich ein bestimmtes Gebiet vor, das er nach Murmeltieren, Hasen und Hühnervögeln wie Schnee– und Birkhühner absucht. Obwohl er mehr als 5 kg wiegen kann, ist er ein gewandter Flieger. Selbst ein hakenschlagender Hase entwischt ihm kaum. Hat der Adler ein Beutetier ausgemacht, schießt er wie eine Rakete mit gespreizten Fängen herab und stößt mit einer Geschwindigkeit von mehr als 140 km/h auf das Opfer zu.

Fortpflanzung Greifvogel Steinadler

Seinen Horst baut der Greifvogel auf schmalen Felsbändern und in den Nischen der unzugänglichsten Wände. Das die mächtigen Bauwerke aus Zweigen und Stöcken an den scheinbar glatten Felswäden überhaupt Halt finden, ist fast unbegreiflich. Wenn die Mulde im Horst Eier oder Jungvögel enthält, wird von den Altvögeln täglich frisches Grünzeug zum Auspolstern herangeschleppt. Meist besteht ein Gelege aus zwei Eiern. Nach einer Brutzeit von etwa 40 Tagen schlüpfen die kleinen Küken aus. Sie bleiben den Sommer über drei Monate im Horst. Ständig schreien sie nach Nahrung, die ihnen beide Elternpaare zutragen.