Greifvögel sind alle Fleischfresser

Greifvögel

Alle Greifvögel haben eine ganzjährige Schonzeit. – Foto Vincent van Zalinge

Greifvögel in Europa

Die Weihen (Vögel) sind schlanke Greifvögel, die lange Flügeln haben und einen langen Stoß. Sie besitzen wie die Eulen einen mehr oder weniger ausgeprägten Federkranz um die Augen. Schwankend und gaukelnd fliegen sie gewöhnlich über Wiesen und Moore. Unsere häuftgste Art, die Rohrweihe (Circus aeruginosus) bewohnt größere Rohrwälder. Dort baut sie ihr mächtiges Nest mitten im Schilf hinein. Sie ist ein arger Räuber und ernährt sich fast ausschließlich von Sumpf– und Wasservögeln. Vor allem von deren Brut und Eiern. Die Kornweihe (Circus cyaneus) und die Wiesenweihe (Circus pygargus) brüten auch in Deutschland in offenem Gelände. Die bei uns durchziehende Steppenweihe (Circus macrourus) unterscheidet sich von den beiden Arten durch ihren in allen Kleidern hellen Bürzel. Im Prachtkleid hat das Männchen eine auffallend blaugraue Färbung.

Der Bartgeier wird wieder in den Alpen angesiedelt

Von den übrigen Geiern unterscheidet sich der Bartgeier (Gypaetus barbatus) vor allem durch seinen vollkommen befiederten Kopf und das mehr falkenähnliche Flugbild. Das wird hervorgerufen durch die langen, ziemlich schmalen und gewinkelten Flügel, sowie durch den langen keilförmigen Schwanz. Im Flug sieht der Bartgeier königlicher aus als ein Adler. Er ist auf der Oberseite, Flügel und Schwanz schwarz mit grauem Anflug. Unterseits dagegen hell-rostgelb mit rostfarbener Brust. Auffällig sind ferner der schwarze Bocksbart und ein schwarzer Zügelstreifen am vorn fast weißen, hinten rostgelben Kopf. Die Heimat diesen schönen Vogels sind die hohen Gebirgsketten der Alten Welt. In Europa wird der Bartgeier wieder erfolgreich ausgewildert, der auch zu den Alpen gehört.

Der Rotmilan und Schwarzmilan

Rotmilane

Rotmilane sind etwa so groß wie Bussarde. – Foto Julian Schmuckli

Die Milane sind an ihren langen, mehr oder minder gegabelten Schwanz und den gewinkelten Flügeln im Fluge verhältnismäßig leicht zu erkennen. In Mittel- und Südeuropa kann man den Rotmilan (Milvus milvus) mit tief gegabeltem Schwanz und den Schwarzmilan (Milvus migrans) beobachten, die in Deutschland geschützt sind. Der Schwarzmilan ist in mehreren Unterarten über die ganze Welt verbreitet. Oft nisten die Greifvögel oft zu mehreren Paaren in der Nachbarschaft von Graureihern und anderen Raubvögeln. Sowohl der Rotmilan als auch der Schwarzmilan verlassen ihr Brutgebiet im Herbst und ziehen bis ins Mittelmeergebiet, ein Teil sogar bis ins südliche Afrika.

Die Schlangenadler ist bei uns seltene Greifvögel

Schlangenadler

Der Schlangenadler ernährt sich fast ausschließlich von Reptilien. – Foto Jeffrey Eisen

Große einsame Wälder und mit Kahlschlägen benötigt der Schlangenadler (Circaetus gallicus) als Lebensraum. Die Greifvögel kommen in Mitteleuropa sehr selten vor. Der Adler ist ein Nahrungsspezialist, der sich hauptsächlich von giftigen und ungiftigen Schlangen ernährt, seltener von Blindschleichen, Eidechsen, Fröschen und Kleinsäugern. Beide Geschlechter, aber hauptsächlich das Weibchen, bebrüten das meist nur aus einem Ei bestehende Gelege. Das Weibchen zerreißt dem kleinen Jungen zunächst die Beute und bietet sie brockenweise dar. Aber schon nach der dritten Lebenswoche schlingt der Jungvogel ganze Ringelnattern und Kreuzottern hinunter.

Der Seeadler bewohnt gewässerreiche Landschaften

Seeadler

Seeadler Foto Frankie Dixon

Die größten Greifvögel in Deutschland sind die Seeadler, die sich in ihren Beständen sehr gut erholt haben. Den Seeadler erhennt man vor allem an dem kurzen, keilförmigen, im Alter weißen Schwanz und den unbefiederten Fängen. Der umfangreiche Horst, der 2 Eier und selten 3 Eier enthält, steht auf alten Bäumen, Felsklippen und gelegenglich auch auf dem Boden. Die Eier werden vorwiegend vom Weibchen bebrütet, das auch die vom kleineren Männchen herangetragenen Beutetiere für die Jungen zerlegt. Die Seeadler werden erst im 5. bis 6. Jahr geschlechtsreif, leben offenbar in Dauerehe und kehren immer wieder zu ihrem alten Horst zurück. Fische bilden ihre Hauptnahrung, doch schlagen sie auch kleinere und mittlere Säuger und Vögel, sowie Blässhühner und Entenvögel.

Der Wespenbussard ist ein Langstrecken-Zugvogel

Wespenbussard

Wespenbussard – Foto Clive Hollin

Die von Westeuropa bis Japan lebenden Wespenbussarde (Pernis apivorus) unterscheiden sich von anderen Greifvogelarten dadurch, dass Zügel und Stirn mit kurzen schuppenartigen Federn bedeckt sind. Wahrscheinlich ist das ein Schutz der Greifvögel gegen Stiche von Wespen und Bienen. Die Nahrung der Greifer besteht aus allerlei Insekten, doch werden auch kleine Nagetiere, Reptilien und Frösche gejagt. Mit Vorliebe frisst der Wespenbussard die Larven der Wespen und Hummeln, deren unterirdische Nester er mit seinem Fuße ausscharrt. Er bewohnt Laub- und Nadelwälder. Sein Horst, den er gern mit frischen grünen Ästen auskleidet, steht vorzugsweise in der Nähe von Waldrändern. Der Wespenbussard trifft spät im Frühjahr bei uns ein und verlässt sein Brutgebiet wieder im zeitigen Herbst, um teilweise bis ins tropische Afrika zu ziehen.

Greifvögel in Afrika

Sekretär Vogel

Sekretär (Vogel) – Foto Ansie Potgieter

Der Sekretär besiedelt offene und halboffene Savannenlandschaften

Der Sekretär (Sagittarius serpentarius) zeichnet sich durch seine besonders hohen Läufe aus. Er hat verhältmäßig kurze Zehen und Krallen und einen allzu kräftigen Schnabel. Sein hoher schlanker Wuchs wird durch den gestuften langen Schwanz noch betont. Der Sekretär lebt in den Steppen und Savannen des tropischen Afrika und nistet auf niedrigen dornigen Bäumen. Für gewöhnlich hält er sich einzeln oder paarweise auf dem Boden auf und flüchtet meist laufend. Seine Nahrung besteht aus allerlei kleineren Wirbeltieren, vor allem Reptilien und große Insekten; mit Vorliebe verspeist er Schlangen. Um seine Beute zu töten oder betäuben, schlägt er sie mit großer Wucht auf den Boden auf. Der lange Federschopf am Hinterkopf erinnert an einen Sekretär früherer Zeiten, der seine Schreibfeder über dem Ohr trug.