Der Grasfrosch

Grasfrosch beim Laichen.

Grasfrosch beim Laichen.

Das dichte Röhricht aus Schilf und anderen Pflanzenarten in den Gewässern bieten Fröschen einen einzigartigen Lebensraum. Der Grasfrosch (Rana temporaria) ist zwar kein echter Wasserbewohner, aber hinsichtlich der

Fortpflanzung und als Nahrungsquelle ist der Frosch auf Wasser angewiesen. Das Laichgeschäft des europäischen Grasfrosches vollzieht sich im Monat März innerhalb weniger Nächte.

Grasfrosch Überwinterung

Die nach der Laichperiode an Land und oftmals weitab vom Gewässer lebenden Grasfrösche suchen zur Überwinterung in der Regel wieder das Wasser auf. Außer Teichen, Weihern und Gräben dienen auch wasserreiche Höhlen, Stollen und Brunnenkammern als Winterquartiere. Wie aus Freilandbeobachtungen und Magenuntersuchungen hervorgeht, verhalten sich die Frösche während der Winterruhe ebenfalls nicht völlig passiv. Große Ansammlungen überwinternder Grasfrösche, die Schlittschuhläufer gelegentlich unter einer Spiegeleisdecke beobachten konnten, dürften der Vergangenheit angehören. Leider ist ein erschreckender Rückgang der Grasfrösche zu beobachten.

Die Ursache dafür ist sehr vielschichtig. Neben der Zerstörung geeigneter Lebensräume sei nur die schädigende Wirkung der in der Landwirtschaft angewandten Biozide erinnert, denen die Frösche vor allem während ihres Landaufenthaltes sowohl direkt als auch über die Nahrungskette zunehmend ausgesetzt sind. Auf dem Gewässerboden, oft im Schlamm eingegraben, überwintern auch die meisten Wasserfrösche. Während unsere Molche im Laufe des Sommers das Wasser verlassen und in der Regel geeignete Verstecke sich an Land aussuchen. So wurden z.B. einzelne Kamm- und Teichmolche unter der Uferbefestigung von Teichdämmen gefunden. Kleinere Gruppen überwinterten in Erdhöhlen, unter Baumwurzeln, in modernden Baumstümpfen.

Entwicklungskalender der Frösche

Alle der rund ein Dutzend mitteleuropäischen Froschlurcharten sind zur Laichzeit auf Süßgewässer angewiesen. Der jahreszeitliche Reigen beginnt, etwa ab Ende Februar, mit der Balz der Grasfrösche. Liegt noch Eis und Schnee auf den Pfützen sind die Frösche bereits in Paarungshaltung aneinander verklammert. Anfang April steigen ihre Laichballen an die Oberfläche. Nur wenig später sieht man die schwarzen Eischnüre der Erdkröten. Als letztes laicht die Wechselkröte, die sich bis Ende Mai fortpflanzt. Kurze Zeit nach der Eiablage hängen winzige Kaulquappen an den jetzt leeren Gallerhüllen.

Riesig wird die Quappe der kleinen Knoblauchkröte, die mancherorts eine Länge von 17 cm erreichen soll. Molch- und Salamanderquappen kann man von Froschlurchen an ihren Kiemenbüscheln unterscheiden. Wachsen den Jungfröschen Hintergliedmaßen und der Schwanz bildet sich zurück, steht der Übergang zum Landleben bevor. Ganz zu letzt brechen die Vorderbeine durch die Kiemendeckelhaut. Spätestens Mitte November geginnt die Überwinterungsphase. Die Froschlurche graben sich im Uferschlamm ein oder schlafen in tiefen Erdhöhlen unter Steinen.

Grasfrosch Steckbrief

Systematik

  • Klasse: Lurche (Amphibia)
  • Ordnung: Froschlurche (Anura)
  • Überfamilie: Ranoidea
  • Familie: Echte Frösche (Ranidae)
  • Gattung: Echte Frösche (Rana)
  • Art: Grasfrosch
  • Wissenschaftlicher Name : Rana temporaria
  • Größe: Ein ausgewachsener Grasfrosch erreicht eine Länge von 11 cm. Die Hautoberfläche kann Rot, Gelb oder in Brauntönen mit Fleckenmustern sein.
  • Lebensweise: Die Frösche sind nachtaktiv und halten sich am Tag an feuchten Stellen auf. Sie überwintern in Erdlöchern oder im Schlamm von Gewässern.
  • Nahrung Grasfrosch: Heuschrecken, Insekten, Asseln, Würmer, Käfer, Schnecken und Spinnen.
  • Feinde: Schreiadler, Rotmilan, Bussard, Uhu, Storch, Fuchs, Wildschwein, Ratte und Würfelnatter.

Fortpfanzung Grasfrosch

  • Nach der Winterstarre suchen die Frösche ihre Laichgewässer auf.
  • Die Weibchen legen etwa 700 bis 2500 Eier in Laichklumpen ab, die von den Männchen besamt werden.
  • Eine Entwicklung zur Larve beträgt je nach Wassertemperatur wenige Tage bis zu 4 Wochen.
  • Die Metamorphose zum Landtier dauert etwa 3 Monate. Ende Juni entsteht ein voll ausgebildeter Jungfrosch.
  • Störche die in Deutschland brüten: Steckbrief Weißstorch und Steckbrief Schwarzstorch

Foto: cc – Von ernst.ruhe