Die Gottesanbeterin stammt ursprünglich aus Afrika

Gottesanbeterin

Die Gottesanbeterin ist ein Anschleichjäger.

Die Europäische Gottesanbeterin ernährt sich von Insekten, denen sie reglos in der Vegetation sitzend auflauert. Die meisten Gottesanbeterinnen tragen eine Tarnfärbung. Tarnung durch die Entwicklung von Farbmustern oder Formen, die mit der Umgebung verschmelzen, ist im Tierreich weit verbreitet.

Tiere benutzen Tarnung, um sich vor Feinden zu schützen, oder aber, wenn sie Raubtiere sind, um sich vor ihrer Beute zu verbergen. Dann sind sie in der Lage blitzschnell aus dem Hinterhalt anzugreifen. Tarnmuster sind entweder genetisch fixiert, oder das Tier kann seine Farbe wechseln und sich dem jeweiligen Hintergrund anpassen, wie die Tintenfische oder die Chamäleons. Die Gottesanbeterin steht in Deutschland auf der Roten Liste und darf nach den Bestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes weder gefangen noch gehalten werden.

Gottesanbeterin mit Beute

Gottesanbeterin mit Beutetier.

Steckbrief Europäische Gottesanbeterin

Systematik

  • Klasse: Insekten (Insecta)
  • Ordnung: Fangschrecken (Mantodea)
  • Familie: Mantidae
  • Unterfamilie: Mantinae
  • Gattung: Mantis
  • Art: Europäische Gottesanbeterin
  • Wissenschaftlicher Name: Mantis religiosa
  • Größe: Die Weibchen erreichen eine Länge bis zu 75 mm, die Männchen bis zu 60 mm.
  • Die Färbung der Tiere reicht von zartgrün, gelblich bis braun.
  • Gottesanbeterinnen sind Einzelgänger und haben verlängerte Halsschilder, große dreieckige, bewegliche Köpfe auf denen seitlich große Facettenaugen sitzen.
  • Am Hinterleib befinden sich vier dünne Beine und zwei kräftige Vorderbeine, die mit Dornen und Haken behaftet sind und ausgezeichnet zum Fangen von Beute dienen.
  • Nahrung: Die Tiere gehen mit angewinkelten, betenden Vorderbeinen auf Nahrungssuche. Sie pirschen sich langsam an ihre Beute heran, die meist kleinere Insekten, Grillen, Heuschrecken, Schaben und Käfer sind. Ist ein Beutetier in Reichweite, schnellen die beiden dornenbewehrten Fangbeine auf das Tier zu. Seltener wagen Gottesanbeterinnen sich an größere Beute heran, wie z.B. an einer Zauneidechse, an einem Grasfrosch oder an Mäuse.
  • Feinde: Wespen, Vögel, Ameisen, Säugetiere und Echsen.
  • Vorkommen: Europa, Asien, Afrika und Nordamerika. In Deutschland kommen Gottesanbeterinnen heute in allen Bundesländern vor.

Fortpflanzung

  • Die Paarungszeit der Gottesanbeterinnen findet meist von August bis Oktober statt. Einige Tage danach legen die Weibchen ihre gesamten Eier in sogenannten Ootheken ab.
  • Ein Oothek (Eipaket) besteht aus einer schnell erhärteten Schaummasse und beinhaltet bis zu 200 Eier, dass haftend an Steinen oder Grashalmen befestigt wird.
  • Die Larven darin können sehr kalte Wintertemperaturen überstehen und schlüpfen im Frühjahr aus.
  • Gottesanbeterinnen haben ein außergewöhnliches Paarungsverhalten. Es kommt gelegentlich vor, dass ein Weibchen während oder nach der Paarung ein Männchen verspeist.
  • Die erwachsenen Gottesanbeterinnen sterben vor dem Winteranfang.
  1. Foto: Von cdnh – cc
  2. Foto: Von Marian Hubinsky – cc