Giftschlangen setzen ihre Giftstoffe zur Jagd und Verteidigung ein

Texas-Klapperschlange

Die Texas-Klapperschlange ist neben der Diamant-Klapperschlange eine der größten Klapperschlangenarten.

Giftschlangen in Amerika

Unter den Giftschlangen sind die Klapperschlangen ganz bekannte Arten. Die Klapper oder Rassel besteht aus einer Anzahl bis zu 21 von übereinander greifenden, abgeflachten Hornkörpern am Schwanzende. Das Klappern entsteht dadurch, dass bei der Häutung der Haut von der Endschuppe nicht abgestreift werden kann. Die Anzahl der Klapperringe gibt somit die Zahl der stattgefundenen Häutungen an, aber nicht die der Lebensjahre. Wie bei vielen Schlangen, vibriert auch bei den Klapperschlangen der in der Erregung aufgerichtete Schwanz. Dabei entsteht ein rasselndes Geräusch, das der Größe des Tieres entsprechend bis zu Entfernungen von 30 Meter hörbar macht. Dadurch werden größere Tiere in ihrer Umgebung verscheucht.

Die Klapperschlangen sind gefährliche Giftschlangen, die nur in der Fauna Amerikas vorkommen. Am häufigsten wird die Wald-Klapperschlange (Crotalus horridus) angetroffen. Die Giftschlange ist im Osten der Vereinigten Staaten von Vermont bis Florida verbreitet. Ihre Aufenthaltsorte sind sonnige Böschungen in Wassernähe. Im Verhalten ist die Schlange ein träges oder flinkes Tier, das gern in die Wohnhöhlen kleiner Säugtiere reinschlüpft. Die Färbung der Männchen ist samtschwarz, die der Weibchen schwefelgelb mit dunklen Querbändern.

Die Diamant-Klapperschlange ist die gefährlichste Art

Diamant-Klapperschlange

Diamant-Klapperschlange

Die größte und gefährlichste der nordamerikanischen Schlangenarten ist die Diamant-Klapperschlange (Crotalus adamanteus), die fast 2,5 Meter lang wird. Auch die Texas-Klapperschlange (Crotalus atrox), die von Texas westlich bis California vorkommt, ist als Giftschlange sehr gefürchtet. Ebenso die Schauer-Klapperschlange (Crotalus durissus), die in Mexiko, Mittel- und Südamerika lebt. Ihren Bissen fällt viel Weidevieh zum Opfer. Sie alle suchen in der Nacht ihre Nahrung.

Weniger zu befürchten ist die Seitenwinder-Klapperschlange (Crotalus cerastes), deren Augenbrauenschildchen zu einem kurzen Horn ausgezogen sind. Sie wird höchstens 0,5 Meter lang. Ihre Klapper von 3 cm Länge verursacht nur ein leises Schwirren. Ihr Lebensraum sind wüstenartige Gebiete im westlichen Nordamerika. Sie wird auch Sidewinder genannt, denn wenn die Schlange sich rasch entfernt, bewegt sie sich seitlich fort. Dabei sind bei allen ihrer Bewegungsphasen immer nur Teile des Schlangenkörpers dem Sand aufliegend.

Die Brillenschlange ist eine gefährdete Art

Die asiatische Brillenschlange (Naja naja), die auch in Grassteppen vorkommt, hat sich auch im Süden des Kontinents verbreitet. Die Giftschlange ernährt sich von Kleinnagern und Fröschen. Die Nager jagt sie häufig in Wohngebieten und auf den Äckern, die Frösche in Reisfeldern. So kommt das Tier regelmäßig mit Menschen in Berührung, die wahrscheinlich deshalb von einer Brillenschlange öfter gebissen werden als von allen anderen Giftschlangen. Die Schlange ist jedoch keineswegs besonders angriffslustig.

  1. Foto: Mary Keim – CC BY-NC-SA 2.0
  2. Von John – CC BY 2.0