Geier in Europa

Der Schmutzgeier gehört zu den kleinsten Geierarten von Europa.

Die Geier sind mächtige Greifvögel, wie auch der Steinadler, die in den Bergen vor allem der Iberischen Halbinsel, Griechenlands und auf dem Balkan vorkommen. Noch zwei andere große Geierarten horsten in einigen Gebirgen im südlichen Europa, der Mönchsgeier und der Gänsegeier. Der Gänsegeier ist ein geselliger Vogel, der seine Kreise hoch über ….

den Pyrenäen zieht, den Meeralpen und dem Nordbalkan sowie über den meisten Bergen, die der Mönchsgeier bewohnt. Geier spielen eine wichtige Rolle als Gesundheitspolizei in der Natur, die überwiegend oder ausschließlich Aas fressen.

Vier Geierarten stellen wir hier vor, die in Europa verbreitet sind: der Schmutzgeier, der Gänsegeier, der Mönchsgeier und der Bartgeier

Steckbrief Schmutzgeier

– Wissenschaftlicher Name: Neophron percnopterus
– Größe: 60 bis 70 cm, Spannweite bis zu 165 cm, durchschnittliches Gewicht 2 kg
– Flugbild: Lange, geradrandige zugespitzte schwarzweiße Flügel und einen keilförmigen weißen Schwanz
– Kopf- und die Kehlhaut sind nackt und gelb über einer struppigen, weißlichen Halskrause
– das Gefieder ist schmutzig weiß mit scharf absteckenden schwarzen Handschwingen
– der Schnabel ist dünner als bei anderen Geiern
– der Schmutzgeier kann ein Alter von ca. 40 Jahren erreichen
– Vorkommen: Südeuropa (Iberische Halbinsel, Mallorca, Süditalien, Sizilien, Balkan), Türkei, im Nahen Osten und in Nordafrika
– Lebensraum: Gebirge sowie im Flachland, Baum- und Buschsavannen, Wüstengebiete
– Nahrung: Aas, Abfälle, Insekten, Schnecken, Fische
Fortpflanzung Schmutzgeier
– die Brutsaison ist von Februar bis Mai, beide Partner bebrüten meist 2 Eier
– das Nest wird an Felsen gebaut
– die Brutdauer beträgt ca. 42 Tage
– mit ca. 70 bis 85 Tagen werden die Jungvögel flügge, beide Elternteile versorgen den Nachwuchs mit Futter
1. Foto: von Artemy Voikhansky – CC BY-SA 3.0
2. Foto: cc – Aves 020 17062014-55.jpg – von Paco Gómez

Steckbrief Gänsegeier

Die Gänsegeier gehören in Spanien zu den Standvögeln.

– Wissenschaftlicher Name: Gyps fulvus
– Größe: Körperlänge 97 bis 110 cm, Spannweite zwischen 235 bis 270 cm, Gewicht zwischen 6,2 bis 11,5 kg
– der Gänsegeier ist im Flugbild an seine langen und breiten Flügeln mit weit gespreizten Handschwingen zu unterscheiden
– der kleine Kopf kann in die Halskrause eingezogen werden
– das sandfarbene Gefieder sticht von den dunklen Flügeln und Schwanzfedern ab
– der Kopf und Hals ist mit weißen Dunen bedeckt
– Stimme nur in der Brutzeit sind krächzende und pfeifende Rufe
– Vorkommen: in Trockengebieten südliches Europa, Nordafrika, Vorder- und Zentralasiens bis zur Mongolei, Nordindien und Bangla Des
– Lebensraum: Der ursprüngliche Gebirgsvogel kommt in trockenen Gebieten, Steppen und Gebirgen sowie im Flachland vor
– Nahrung: Ausschließlich von toten Kadavern, mit seinem kräftigen Schnabel kann der Gänsegeier auch die Haut von großen Säugetieren aufreißen
Fortpflanzung Gänsegeier
– das Nest wird aus dünnen Zweigen in Nischen, Höhlen und auf hohen Felsvorsprüngen angelegt, die Nestmulde wird mit Grünzeug ausgepolstert
– es wird ein Ei vom Weibchen ins Nest gelegt, eine Jahresbrut ca. von Januar bis April
– die Brutzeit beträgt ca. 48 bis 55 Tage, beide Partner bebrüten das Gelege
– die Nestlingszeit beträgt zwischen 110 bis 115 Tage und nach dem Ausfliegen werden die Jungvögel noch weiterhin bis in den Frühherbst hinein von den Altvögeln mit Nahrung versorgt
Foto: cc – vale-gier-5.jpg – von yves hoebeke

Steckbrief Mönchsgeier

Mönchsgeier erkennt man an ihrer Halskrause aus Federn . Die Greifvögel können mehrere Jahrzehnte alt werden.

– Wissenschaftlicher Name: Aegypius monachus
– Größe: 99 bis 110 cm, im Flugbild ist der Mönchsgeier den Gänsegeier  ähnlich, zu unterscheiden am größeren Kopf, kräftigeren Schnabel und längeren, schwach keilförmigen Schwanz
– das Gefieder über den Dunen ist dunkelbraun
– Vorkommen: Mittelmeerländern sowie in West- und Innerasien
– Lebensraum: Hoch gelegene Steppen, Halbwüsten und in hohen Gebirgen
– Nahrung: Aas, die Greifvögel jagen auch lebende Murmeltiere, Eidechsen und Schildkröten
Fortpflanzung Mönchsgeier
– das Nest wird in hohen Bäumen angelegt
– die Brutzeit findet von Januar bis April statt
– das Weibchen legt ein Ei ins Nest
– die Brutzeit beträgt ca. 50 Tage
– beide Elternteile versorgen das Küken ca. 4 Monate mit Nahrung
Foto: von Francesco Veronesi from Italy – CC BY-SA 2.0 

Steckbrief Bartgeier

– Wissenschaftlicher Name: Gypaetus barbatus
– Größe: Körperlänge 95 bis 125 cm, Flügelspannweite 230 bis 285 cm, Gewicht 4,5 bis 7 kg
– ausgewachsene Bartgeier haben ein kontrastreiches Körpergefieder, die Oberseite ist grauschwarz, der Kopf, Hals und die Körperunterseite ist weiß bis rostrot
– von anderen Geiern durch ihr auffälliges Flugbild zu unterscheiden, das mehr einem großen Falken als  einem Geier ähnelt, mit langen, ziemlich schmalen, gewinkelten Flügeln und langem, keilförmigen dunklem Schwanz ausgestattet
– in der Brutzeit geben die Vögel ein krächzendes Pfeifen von sich
– Nahrung: Aas, von Knochen, die aus der Luft fallengelassen werden, deren Zersplitterungen von den Bartgeiern verschluckt werden, Knochen können bis zu einer Länge von 18 Zentimetern (3 cm dick) verschluckt werden
– Lebensraum: Bergregionen oberhalb der Baumgrenzen (Gebirgsketten), ein Revier hat die Größe zwischen 100 bis 400 Quadratkilometern, die Greifvögel bleiben das ganze über ihr Brutrevier treu
– Vorkommen: Bergregionen von Südeuropa, Afrika, südwestlich von Zentralasien, Mongolei und Zentralchina
Fortpflanzung Bartgeier
– während der Balzzeit gibt es Brautgeschenke, das Brautpaar hält in der Luft Verfolgungsjachten ab oder lassen sich aus größer Höhe gemeinsam zum Erdboden trudeln, genau so wie es die Seeadler tun
– das Nest wird an unzugänglichen Steilhängen der Gebirgsketten angelegt
– die Eiablage findet im Dezember bis Januar statt
– das Weibchen legt meist zwei Eier ins Nest
– die Brutzeit beträgt ca. 52 bis 58 Tage
– das geschlüpfte Zweitküken ist deutlich schwächer und überlebt selten
-die Jungvögel verbleiben im Nest ca. 4 Monate und werden von beiden Altvögeln gefüttert
Foto: von Richard Bartz, Munich aka Makro Freak –  CC BY-SA 2.5

Ein Vogel in alpinen Gebirgen: Mauerläufer