Feuchtwiese – Lebensraum und Nahrungsquelle für Vogelarten

Feuchtwiese

Feuchtwiese

Welche Tiere in einer Feuchtwiese leben

Ein ehemals häufiger und recht weit verbreiteter Schnepfenvogel der Feuchtwiese ist die Bekassine. Ihre größte Bestandsdichte erreicht sie auf feuchten bis nassen Süßgras Wiesen mit eingestreuten Seggenbeständen. Aber auch Seggensümpfe und Sumpfwiesen, die teilweise locker mit Schilf bewachsen sind, sagen dem Schnepfenvogel als Brutplatz zu. Hat die Bekassine von ihrem Nistplatz aus keine gute Rundumsicht mehr, gibt sie diesen Platz schnell auf. Deshalb sind diese scheuen Tarnkünstler in Mitteleuropa deshalb nur auf offenen Flächen anzutreffen.

Mit ihren außerordentlich langen Schnabel sondiert die Bekassine die obersten Bodenschichten auf der Suche nach Würmern, Schnecken, Kleinkrebsen und Insekten. Dabei kann der Watvogel ruhig blind im Boden stochern, denn er ertastet die Beutetiere mit Hilfe von speziellen Sinneszellen. Die sogenannten Herbstschen Körperchen sitzen an der Spitze des Schnabeln.

Eine Feuchtwiese bietet Vogelarten viele Insektenarten als Nahrung

Watvögel

Watvögel – Foto: Von Saketh Upadhya

Von reichhaltigen Insektenangebot in den Feuchtwiesen ernähren sich viele kleine und größere Vögel. Häufig sieht man Schwalben– und Mauerseglertrupps über der Feuchtwiese fliegen; sie profitieren alle als Insektenjäger des freien Luftraumes. Einer unserer populärsten Vogelarten auf Feuchtwiesen ist unser Weißstorch. Es gibt bei uns noch eine zweite Storchart, den Schwarzstorch, der aber in großen, naturnahen Waldgebieten zuhause ist. Wenn die ersten Strahlen der Frühlingssonne am Morgen den Nebel durchdringen, hört man die unermüdlichen „kchiuwitt kwit kwit“ Rufe des Kiebitzes. Dieser taubengroße, schwarz-weiß gefärbte Vogel vollführt im Frühjahr auffällige Schauflüge.

Wie eine Feuchtwiese entsteht

Dazu zählen alle nassen Wiesen mit Sauergräsern. Sie kommen vorwiegend in Moorgebieten und Gewässerniederungen vor, wo der Grundwasserspiegel sehr hoch steht. Als Folge periodischer Überschwemmungen sind Feuchtwiesen entlang von Fließgewässern extrem nährstoffreich und sehr fruchtbar. Feuchtwiesen sind durch extensive Bewirtschaftung des Menschen entstanden. So wurde eine Wiese einmal pro Jahr gemäht, um dann Heu für das Vieh zu erwirtschaften.

Wo die Sumpfohreule lebt

Sumpfohreule

Sumpfohreule – Foto: óskar elías sigurðsson – cc

Auch eine Eulenart ist Brutvogel von Feuchtwiesen, Verlandungsflächen und Mooren. Es ist die zu den Ohreneulen zählende Sumpfohreule. Die Eule ist in den Moor- und Tundragebieten des Nordens weit verbreitet, bei uns jedoch eine ausgeprochene Rarität. Die Sumpfohreule ist hauptsächlich in der Dämmerung und am Tage aktiv. Im weichen gaukelnden Suchflug, mit langsamen und weit ausholenden Flügelschlägen überfliegt sie ihr Nahrungsrevier auf der Suche nach ihren Beutetieren, die überwiegend Wühlmäuse sind. Manchmal steht sie kurz rüttelnd nach Art eines Turmfalken in der Luft, um sich im rechten Augenblick auf das Opfer zu stürzen.

Was eine Wiesenweihe frisst

Die weitgehende Zerstörung großer Feuchtgebiete seit den 1950er Jahren hat zu einem starken Bestandsrückgang der Wiesenweihe geführt, damit ist der Greifvogel auf die Rote Liste gefährdeter Tierarten gelistet worden und vom Aussterben bedroht.

Die Wiesenweihe hat Beute im Visier – Foto: cc – Von JeltoB

Unter den Greifvögeln ist vor allem die Wiesenweihe auf Feuchtwiesen als Lebensraum angewiesen. Wie auch die Sumpfohreule stellt sie ähnliche Ansprüche an ihr Habitat. Ihr Verbreitungsschwerpunkt bei uns ist die Norddeutsche Tiefebene. Die Wiesenweihe ist die kleinste und zierlichste der vier europäischen Weihenarten. Ihre Beutetiere sind kleine Vogelarten, Wühlmäuse, Reptilien und große Insekten. Durch Verlust von naturnahen Feuchtwiesen, brüten einige Wiesenweihen auch auf intensiv genutztes Kulturland. Aber der Erfolg, die Jungen dort bis zum Flüggewerden aufzuziehen, ist naturgemäß gering.

Singvögel auf Feuchtwiesen

Viele Singvögel können auf einer Feuchtwiese beobachtet werden. Den Hausrotschwanz, der auf einem Zaunpfosten sitzt und dort auf Insekten lauert. Aber auch den Neuntöter, der in der nahen Schlehenhecke seine Jungen mit Großinsekten aufzieht. Oder man sieht ein Trupp Stieglitze, die auf schwankenden Disteln mit ihren spitzen Schnäbeln den Samen herauspicken. Ein typischer Brutvogel auf Feuchtwiesen ist dagegen das knapp sperlingsgroße Braunkehlchen. Im April treffen die Vögel aus ihren afrikanischenWinterquartieren bei uns ein. Das Braunkehlchennest ist sehr gut versteckt, denn sonst wäre es in der offenen Landschaft schnell von Räubern entdeckt. Unter einem Busch oder Grasbüschel wird es gegen die Sicht nach oben vorzüglich getarnt.

  1. Foto: Von Jorbasa – CC BY-ND 2.0