Die Eulen

Eulen

Die Eulen sind bekannt als lautlose Jäger.

Seit jeher gelten Eulen als Symbole der Weisheit, wahrscheinlich wegen ihrer würdevollen Erscheinung. Zugleich gelten sie schon seit dem Altertum als Unglücksvögel- oder Todesboten wegen ihrer nächtlichen Lebensweise, ihrer schauerlich erklingenden Rufe und ihres geräuschlosen Fluges. Eulen sind Raubvögel, die sich von den anderen Greifvögeln dadurch unterscheiden, dass sie nachtaktiv sind und in voller Dunkelheit erfolgreiche Jäger sind. Das verdanken sie verschiedenen Körperanpassungen. Die Eulen haben sehr große Augen und einen sehr guten Gehörsinn, der so hoch entwickelt ist, dass Beutetiere selbst in völliger Finsternis nicht verfehlt werden. Die meisten Eulen sind mit kräftigen, befiederten Läufen, scharfen Krallen und mit einem gekrümmten Schnabel ausgestattet. Wird eine Eule von einem Feind bedroht, stellt sie ihre Flügel vom Körper ab und sträubt das Gefieder, dass ihren Körper viel größer erscheinen lässt. Die Drohgebärde wird noch verstärkt, indem die kleinen Federbüschel ihrer Ohren noch aufgerichtet werden.

Eulen in Europa

Es gibt 13 europäische Eulenarten. Die Schneeeule, der Bartkauz, der Habichtskauz und die Sperbereule besiedeln den Norden von Europa. Die Zwergohreule ist in Südeuropa zuhause. Die Schleiereule, der Waldkauz, die Waldohreule, die Sumpfohreule, der Raufußkauz und der Steinkauz kommen auch in Deutschland vor. Die kleinste Eulenart in Deutschland ist der Sperlingskauz und die größte der Uhu. Der Sperlingskauz ist nicht viel größer als ein Haussperling, der mit Vorliebe kleine Singvögel am Tage und in der Nacht jagt. Den Greifvogel erkennt man an seinen ruckartigen Schwanzbewegungen. Der Uhu ist dagegen ein Riese mit der Größe von 70 cm. Der große Greifvogel lebt in dichten Wäldern und felsigen Schluchten, der einen Vogel bis zur Größe eines Auerhuhns überwältigen kann. Im allgemeinen gehören Feldhasen, Wildkaninchen, Eichhörnchen, Ratten, Mäuse und Vögel zu den Beutetieren der Uhus.

Eulen im Moor

Eine Eulenart ist Brutvogel in Mooren, in Feuchtwiesen und Verlandungsflächen, die zu den Ohreneulen zählende Sumpfohreule. Sie ist in den Moor- und Tundragebieten des Nordens weit verbreitet, bei uns allerdings eine ausgesprochene Rarität. Der Sumpfohreule kommt weniger auf den Feuchtigkeitsgrad einer Landschaft an, als vielmehr auf die Höhe und Deckungsgrad der Vegetation. Der Greifvogel ist in der Dämmerung und am Tage aktiv. Manchmal sieht man den Vogel auch wie ein Turmfalke kurz rüttelnd in der Luft. Als einzige unserer Eulen baut die Sumohreule ein richtiges Nest.

Von den Greifvögeln ist vor allem die Wiesenweihe auf Feuchtwiesen als Lebensraum angewiesen, denn weite naturnahe Verlandungsflächen, ihre ursprüngliche Heimat, sind kaum noch vorhanden. Wie die Sumpfohreule, die ähnliche Ansprüche an den Lebensraum stellt, hat auch sie ihren Verbreitungsschwerpunkt bei uns in der Norddeutschen Tiefebene. Die Wiesenweihe ist die kleinste und zierlichste der vier europäischen Weihenarten, die dementsprechend kleinere Beutetiere wie Wühl- und Zwergmaus, Kleinvögel, Reptilien und große Insekten jagt.

Foto: Victor Benard