Entenarten von Wildenten, die in Deutschland vorkommen

Entenarten

Nach der Brutzeit leben verschiedene Entenarten gesellig zusammen. – Foto: Jon Sailer

Entenarten: Welche Schwimm- und Tauchenten sind

Die hübsche Mandarinente (Aix galericulata) wurde aus Ostasien, wo sie als Wildvogel in Baumhöhlen brütet, als Ziervogel eingeführt. Das Männchen trägt ein sehr buntes Gefieder, mit den aufgestellten orangefarbenen „Segeln“ auf den Flügeln. Nicht weniger schön ist die in Nordamerika weit verbreitete Brautente, die man oft auf unseren Zierteichen sieht. Die Moschusente (Cairina moschata) hat ein schwarzes, metallisches und glänzendes Gefieder mit weißen Flügeldecken und Achselfedern. Sie kommt an den Urwaldflüssen Südamerikas vor. Die Entenvögel nisten in Baumhöhlen oder auf alten Horsten von Greifvögeln. Sie halten sich mit Vorliebe auf den über das Wasser ragenden Ästen der Bäume auf, dabei erleichtern ihre scharfen Krallen das Festhalten. Man hat die Enten gezähmt und sie sind die wilden Vorfahren in Südamerika und vielen anderen Ländern gehaltenen Hausenten.

Unterschied zwischen Tauch- und Schwimmenten

Eine komplette Stockenten Familie

Stockenten sind Schwimmenten. – Foto: cc – Allie_Caulfield

Die Schwimmenten (auch Gründelenten genannt) stellen zahlenmäßig die größte Gruppe der Entenarten dar. Sie tauchen nicht nach ihrer Nahrung, sondern „gründeln“, wobei sie oft auf dem Kopf stehen, bis zum Voderkörper eingetaucht. Meist besitzen sie einen Spiegel auf den Flügeln. Die Männchen tragen häufig ein sehr buntes Hochzeitskleid, während die Weibchen im allgemeinen matter und recht unscheinbar gefärbt sind. Bei vielen Arten haben die Männchen im Sommer ein den Weibchen ähnliches Gefieder. Sie leben alle in nächster Nähe des Wassers, vorrangig vor allem an Binnengewässern.

Entenarten: Die Schwimmenten

Die Krickente (Anas crecca) ist bei uns zumindest auf dem Zuge zu beobachten. Sie ist die kleinste europäische Ente, die in beiden Geschlechtern einen leuchtend grünen Spiegel aufweisen. Eine nicht viel größere Knäkente (Anas querquedula) hat weiße Augenstreifen. Die Pfeifente (Anas penelope), deren Männchen zeichnet sich durch einen rostbraunen Kopf mit hellgelblichen Scheitel, grauen Körper und rosenholzfarbene Brust aus. Die Spießente (Anas acuta) ist schlank und langhalsig, das Männchen hat einen langen, scharf zugespitzen Schwanz. Die Löffelente (Anas clypeata) hat einen auffallenden und breiten Löffelschnabel, der Erpel hat einen glänzenden grünen Kopf.

Sturzbachente

Die Sturzbachente ist eine hochspezialisierte Ente, die reißende Gebirgsflüsse bewohnt. – Foto: Von gailhampshire – CC BY 2.0

Die südamerikanische Sturzbachente (Merganetta armata) hält sich vor allem an reißenden Gebirgsbächen auf. In Bolivien trifft man sie in Höhen von 1300 bis 3600 Meter an. Sie hält sich auch in der Andenzone von Chile und Argentinien auf. Ihre Nahrung ist rein tierischer Art und besteht ausschließlich aus rheophilen Larven von Wasserinsekten. Mit ihrem schmalen, weichen Schnabel weidet die Sturzbachente Steine ab und holt sich die Insektenlarven auch aus Ritzen und Spalten. Mit ihrer lauten Stimme übertönt sie selbst das Brausen des Sturzbaches. An jeden Flügel besitzt sie einen starken, spitzen Sporn, der zur Verteidigung dient.

Die Tauchenten

Eisente

Eisenten sind die kleinsten Vertreter der Tauchenten. – Foto: Ron Knight – cc

Die Tauchenten unterscheiden sich von den Schwimmenten vor allem durch ihre Lebensgewohnheiten. Wie der Name schon ausdrückt, tauchen sie ganz ausgezeichnet. Tauchenten können lange unter Wasser bleiben und holen ihre Nahrung vom Grunde herauf. Beim Schwimmen erkennt man sie an der tiefliegenden, gleichmäßig ins Wasser abfallenden Rückenlinie. Die Hinterzehe ist vom einen großen Hautlappen bedeckt. Die meisten Tauchenten bevorzugen Binnengewässer. Die häufigsten Vertreter, auch bei uns Brutvögel, sind die Reiherenten (Aythya fuligula). Die Männchen haben einen dunkel-kastanienbraunen Kopf und Hals, schwarze Brust und einen hellgrauen Körper.

Die sehr östliche Moorente (Aythya nyroca) ist in beiden Geschlechtern tief dunkel-kastanienbraun gefärbt mit leuchtend weißer Unterseite. Eine Schellente (Bucephala clangula) brütet in Baumhöhlen und Kaninchenbauen an Flussbänken. Die Kolbenente (Netta rufina), eine plumpe, sehr dickköpfige Tauchente, brütet in Deutschland in der Bodenseegegend und an Stellen von Norddeutschland. Sie besiedelt sonst noch den Mittelmeerraum, das südliche Russland und Teile von Asien.

Zu den Tauchenten gehört auch die Eiderente (Somateria mollissima), und die Prachteiderente (Somateria spectabilis). Die Eiderente brütet an den Küsten im Norden Europas und Asiens und kommt auch auf einigen deutschen Nordseeinseln vor. Die Eiderente unterscheidet sich von allen anderen Enten durch ihre bedeutende Größe, den langen Kopf und den auffälligen Flug, meist in geringer Höhe. Die Wahl des Nistplatzes nimmt offenbar allein das Männchen vor. Das Nest baut sich das Weibchen alleine. Es wird in einer kleinen Vertiefung aus Pflanzenteilen der nächsten Umgebung frei am Boden und am Wasser recht dürftig angelegt. Das Innere des Nestes besteht aus dichten Dunenfedern.

Die Stockente und Schnatterente

Die bekannteste und häufigste Ente ist die Stockente (Anas platyrhynchos), die wilde Stammform unserer Hausenten. Beide Geschlechter besitzen den blauen, weiß gesäumten Flügelspiegel, der besonders im Fluge sehr auffällig wirkt. DasVerbreitungsgebiet der Stockenten umfasst Europa, Asien, Nordamerika und Nordafrika. Das Gebiet der kleineren und schlankeren Schnatterente (Mareca strepera), die sich gern zur Stockente gesellt, ist kaum weniger ausgedehnt. Beide Entenarten sind Stand-, Strich- oder Zugvögel. Die Stockente paart sich leicht mit Hausenten.