Ebbe und Flut – Sorgt für Nahrung für viele Tiere

Ebbe und Flut im Wechsel beschert den Tieren einen reich gedeckten Tisch.

Der tägliche Wechsel von Ebbe und Flut regelt das Leben von vielen Tieren an den Küstenregionen. Diese ständige Wasserbewegung bedeutet Leben für Organismen in den Gezeitenzonen. Die Wellen reichern das Wasser mit Sauerstoff an und schaffen Nahrung herbei. Es werden Flohkrebse und andere Kleinlebewesen freigespült und Nährstoffe vom Boden aufgewirbelt. Seepocken, Muscheln und Napfschnecken, die sich an die Felsen anheften, leben von der nahrhaften Brühe, die ihnen das steigende Wasser zuträgt. Die Seepocken strecken ihre Rankenfüße aus und fangen mit ihnen winzige Organismen ein.

Fische und Krebse jagen zwischen Steinen und Felsen nach Nahrung. Würmer kriechen auf dem Boden umher, ewig auf der Suche nach organischen Abfallstoffen. Welche Tiere in der Gezeitenzone im Wechsel von Ebbe und Flut leben, hängt vor allem davon ab, ob das Litoral eine Marschlandschaft, eine Fels- oder Sandküste ist.

Räuberische Vögel, die von Ebbe und Flut abhängig sind

Viele Tiere kann man beobachten, die im Gezeitenwasser auf Nahrungssuche gehen. Viele Vögel sind unter den räuberischen Arten stark vertreten. Manche Vögel, etwa die Möwen, sind während der Ebbe aktiv. Andere dagegen zum Beispiel die Seeschwalben stürzen sich beutejagend ins Wasser. Die bei Niedrigwasser trockengefallenden Strände locken viele Vögel an, die sich über die toten Fische hermachen.

Andere Vögel suchen nach Muscheln und Krabben. Am eifrigsten sind die Möwen, die sich mit heiseren Geschrei um jeden stindkenden Fischkadaver streiten. Ebenso gierig schnappen sie nach Krabben oder Muscheln, die sich nicht gut genug versteckt haben. Um die Muscheln aufzuknacken, tragen die Möwen sie hoch empor und lassen sie auf einen Felsen oder sogar auf eine gepflasterte Straße fallen. Die Technik hat auch ein Bartgeier drauf, der es so mit gößeren Tierknochen macht.

Mit der einsetzenden Flut beginnt für die Filtrierer die Zeit der Nahrungsaufnahme. Der angsteigende Wasserspiegel ist aber auch für die Tiere unterhalb der Niedrigwassermarke das Signal zum Vormarsch. Kleine Garnelen und verschiedene Karbbenarten dringen in die jetzt überspülte Gezeitenzone vor und suchen auf dem Boden nach Nahrung. Die eleganten Seeschwalben kreisen über dem überflutenden Strand und holen kleine Fische und Krustentiere aus dem Wasser.

Foto: Von Sinjin Thomas