Die Britischen Inseln sind auch ein Paradies für Tiere

Papageitaucher

Papageitaucher – Foto von Wynand van Poortvliet

Tiere auf den Britischen Inseln

Gute Lebensbedingen hat die Pflanzen- und Tierwelt auf den Britischen Inseln seit der letzten Eiszeit. Dank des Golfstromes liegen die Inseln in einer gemäßtigten Zone. Wäre dieser mildernde Einfluss nicht vorhanden, dann würden Tundra– und Taigatiere die Inseln bewohnen, etwa Rentiere und Vielfraße. Verglichen mit den Verhältnissen auf dem Festland ist die Wildtierfauna der Britischen Inseln bescheiden. Nicht einmal halb so viele Arten wie z.B. in Belgien, Frankreich und den benachbarten Ländern sind auf ihnen vertreten.

Britischen Inseln

Die Britischen Inseln sind eine Bezeichnung für ein im Nordwesten Europas gelegenes Archipel. – Foto: Skellig Michael

Die am längsten isolierte Insel Irland, wurde von der Hauptinsel England aus besiedelt und weist nur die Hälfte der dort vorkommenden Arten auf. In Irland ist nur der Rothirsch heimisch, während in England auch das Rehwild lebt. In England sind vier Spitzmausarten zu Hause, in Irland lediglich nur die Zwergspitzmaus. Die dem Engländer vertrauten Haselmäuse und Maulwürfe und die weit seltenere Wildkatze fehlen in Irland. In Irland gibt es keine Schlangen und das einzige dort heimische Reptil ist die kleine Waldeidechse. Nur eine einzige Kröten– und Molchart sowie ein Frosch, der vor langer Zeit durch den Menschen eingeführt wurde, sind in Irland vertreten.

Tiere in England

In England kommen dagegen Dutzende von Amphibien– und Reptilienarten vor, darunter auch mehrere Schlangen, etwa die Kreuzotter. Anderseits sind auf beiden Inseln Füchse, Igel, Eichhörnchen, Dachse, Wiesel und Otter weit verbreitet. Auch Vogelarten wie der Steinadler, das Rotkehlchen und das Auerwild. Die britischen Tiere unterscheiden sich nicht oder höchstens sehr geringfügig von den entsprechenden kontinentaleuropäischen Arten. Denn die Inseln sind erst seit so kurzer Zeit vom Festland getrennt, dass eine eigenständige Entwicklung nicht möglich war. Nur der irische Hase, eine Unterart des Schneehasen, zeigt eine leichte Abweichung von der Stammform, vor allem in der Färbung.

Mehrere Tierarten sind durch den Menschen auf den Britischen Inseln eingebürgert worden. Sie brachten das ursprüngliche im Mittelmeer-Raum heimische Wildkaninchen mit, welchen ihnen Fleisch lieferte. In neuerer Zeit sind Hirsche aus Japan, China und Indien in England heimisch geworden. Das gleiche gilt für die Biberratte oder Nutria, ein wasserlebendes Nagetier aus dem tropischen Südamerika, das wegen seines Fells sehr begehrt ist.

Britische Inseln sind für Zugvögel ein Paradies

Zugvögel Britische Inseln

Die Inseln mit ihrem feuchtwarmen Golfstromklima und ihren mannigfachen Lebensräumen sind Brutplätze vieler Zugvögel. Sie fliegen um die halbe Welt, um auf den Britischen Inseln zu brüten und Junge aufzuziehen oder auch dem strengen Winter im hohen Norden zu entgehen. In jeden Monat des Jahres treffen Vögel nach einem feststehenden Fahrplan ein oder fliegen wieder weiter. Zahlreiche Seevogelarten brüten und versammeln sich an den Küsten Großbritanniens wie auch auf den vielen kleineren Inseln am Festlandsrand der Nordsee. Die Friesischen Inseln vor Holland, Deutschland und Dänemark bieten vielen Meeresvögeln eine Heimstätte und Nistplätze, unter anderem dem Kormoran, der Küstenseeschwalbe und verschiedenen Möwenarten. Die Insel Helgoland ist vor allem bekannt für seine Brutkolonien der Basstölpel und Trottellummen.

3. Foto von Mitch Hodge