Die Bisamratte lebt am und im Wasser

Die Bisamratte (Ondatra zibethicus), auch Bisam genannt, ist ein guter Schwimmer und Taucher. Sie haben einen langen seitlich abgeplatteten, ruderförmigen Schwanz. Beim Tauchen verschließt das Tier sein inneres Ohr mit einer Hautfalte. Ursprünglich stammt die Bisamratte aus Nordamerika und hat sich heute in ganz Europa ausgebreitet. Der Bisam zerstört Deiche und Uferbefestigungen an Gewässern durch ihre selbst gegrabenen Höhlen. In denen ziehen sie auch ihre Jungen auf, die schon im selben Jahr ihre Fortpflanzungsfähigkeit erreichen.

Bisamratte schwimmt

Der Bisam ist ein hervorragender Schwimmer.

Die Bisamratte ist ein großes Nagetier und mit den Wühlmäusen verwandt. Die Nager sind fast so groß wie ein Wildkaninchen. Ein Weibchen kann im Jahr drei bis vier mal Jungtiere gebären. Die Jungen erreichen im ersten Jahr schon die Geschlechtsreife. Früher wurden Bisamratten in Europa in Tierfarmen gehalten. Von ihren Fellen wurden Mäntel und Mützen hergestellt. Eine schwimmende Bisamratte, deren Kopf nur aus dem Wasser schaut, ist von einem Biber schwer zu unterscheiden.

Ist die Bisamratte gefährlich?

Bisamratte Uferboeschung

Man kann gut erkennen wie die Uferböschung untergraben wurde.

Sie sind sehr scheue Tiere, die sich perfekt ans Wasser angepasst haben.  Sie sind für Menschen und auch für Hunde nicht gefährlich. Für die Wasserwirtschaft können die Tiere gefährlich werden. In Küstenbereichen beschädigen sie Deiche, Dämme und Uferböschungen. Eine ständige Bekämpfung der Nagetiere ist wichtig. Ohne Maßnahmen würden sich die gebärfreudigen Tiere in großer Zahl vermehren.

Kann man Bisamratten essen?

Bisamratten kann man essen, die Gerichte stehen heute noch auf französischen und niederländischen Speisekarten der Restaurants. Der Bisam ist ein reiner Pflanzenfresser, der mit einer Wanderratte nicht verwandt ist.

Steckbrief Bisamratte

  • Wissenschaftlicher Name: Ondatra zibethicus
  • Größe Bisamratte: Kopf-Rumpf-Länge rund 35 cm, Gewicht 1 bis 1,5 kg, der fast nackte und abgeplattete Schwanz ist ca. 22 cm lang und größer als der einer Wanderratte und deutlich kleiner als ein Biber

Die Bisamratte hat keine Schwimmhäute wie der Biber. Sie haben sogenannte Schwimmborsten. Das sind steife Haare, die als Saum an den Rändern der Zehen wachsen und diese paddelartig vergrößern. Der Hauptantrieb im Wasser sind die langen kräftigen Beine und die weit gespreizten Hinterfüße. Der Schwanz wird zur Steuerung eingesetzt.

Das Fell der Bisamratte ist dicht und wasserabweisend. Damit können sie sich lange Zeit im Wasser aufhalten. Die Fellfarben der Tiere variieren von schwarz, dunkelbraun bis cremfarbig.

Lebensraum

Gewässer mit konstantem Pflanzenbewuchs, Marschland, Größere Teiche, Seen, Flüsse und Bäche. Bisamratten können ein Alter von ca. 5 Jahren erreichen und sind keine gefährdete Tierart.

Feinde

Fischotter, Uhu, Fuchs, Greifvögel

Nahrung

Wasser- und Uferpflanzen, Schilfrohr, Rohrkolben und Simse, Schachtelhalm- und
Laichkrautarten, Pflanzenwurzeln, Flussmuscheln, Krebse, Schnecken

Fortpflanzung Bisamratte

Die Tragzeit der Weibchen beträgt rund 30 Tage. Das Weibchen bringt 2 bis 3 Würfe im Jahr zur Welt  (pro Wurf ca. 5 bis 8 Jungtiere). Die Jungtiere leben im Bau in einem Nest. Es ist mit trockenen und weichen Pflanzenteilen ausgepolstert. Die Säugezeit beträgt ca. 3 Wochen. Nach der Stillzeit steigen die Jungtiere auf pflanzliche Kost um.

Die Bekämpfung der Bisamratte an Teichanlagen

Bisamratten können in Teichanlagen einen erheblichen Schaden anrichten. Manchmal ist es erforderlich die Tiere zu bekämpfen. Sie knabbern sich durch Teichfolien und graben Baue in die Uferzonen hinein. Sie richten auch im Pflanzenbewuchs große Schäden an. Eine Bisamratte lässt sich gut mit einer Lebendfalle bekämpfen. Gefangene Tiere kann man an großen Seen oder Flüssen wieder aussetzen. Man kann auch versuchen Bisamratten zu vertreiben. Fühlen sich die Tiere an den Teichanlagen gestört, verlassen sie oft freiwillig das Gelände.

Hamsterarten: Steckbrief Feldhamster
Fliegenarten: Steckbrief Hausfliege

Bildangaben
Foto1 von Stefan Ertl CC BY-SA 3.0
Foto2 von HaSt CC BY-SA 4.0
Foto3 von Sgbeer CC BY-SA 3.0