Der Turmfalke

Turmfalke

Turmfalke mit Beute

Der Turmfalke (Falco tinnunculus) ist ein kleiner brauner Vogel, der spitze Flügel, einen schlanken Schwanz hat und ihn als Falken kennzeichnet. Diesen Greifvogel sieht man öfters in der Feldmark fliegen, wenn er nach …

Beute Ausschau hält. Dabei unterbricht er den Flug oft und rüttelt auf der Stelle meistens gegen den Wind. Hat er potentielle Beute im Visier, stößt sich der Turmfalke in steilem Winkel auf das Opfer.

Besonderheit Turmfalke

Eine kleine Feder, die Alula, an der Vorderseite jedes Flügelgelenks verleith dem Turmfalke die außergewöhnliche Fähigkeit, über seiner Beute in der Luft zu stehen(rütteln), bevor er pfeilschnell auf sie herabstößt. Die Alula bewirkt, dass die Luft an der Oberweite der Flügel schneller strömt, als an der Unterseite, so dass oben ein geringerer Druck herrscht, wodurch Auftrieb entsteht. In den 50er und 60er Jahren wurden zahlreiche Turmfalken vergiftet, doch inzwischen haben sich ihre Bestände wieder erholt.

Die Greifvögel haben sich gut an das Leben in großen Städten angepasst und nisten auf den Simsen hoher Gebäude oder sogar in Industrieanlagen. Europäische Turmfalken jagen oft am Rand von Straßen, deren Grasböschungen einen hervorragenden Lebensraum für kleine Säugetiere, ihre Hauptnahrung, darstellen. Oft sieht man den Turmfalke vom Autofahren aus beim Jagen in der Feldmark, wenn er rüttelnd nach Beute späht. Er steigt in weiten, kreisförmigen Bewegungen ab, bevor er auf eine Haselmaus herunterstößt.

Turmfalke Steckbrief

Sytematik

  • Klasse: Vögel (Aves)
  • Ordnung: Falkenartige (Falconiformes)
  • Familie: Falkenartige (Falconidae)
  • Unterfamilie: Eigentliche Falken (Falconinae)
    Gattung: Falken (Falco)
  • Art: Turmfalke
  • Wissenschaftlicher Name: Falco tinnunculus
  • Größe Turmfalke 34 bis 36 cm. Eine durchschnittliche Flügelspannweite von 76 cm. Gewicht Weibchen 220 g, Männchen 200 g.
  • Die geringere Größe als ein Habicht und ein anhaltender Rüttelflug nach Beute suchend, sieht man den Turmfalke oft über Wiesen und Felder.
  • Das Männchen hat eine gefleckte rotbraune Oberseite. Die Unterseite ist rahmfarben mit verstreuten schwarzen Flecken. Der Kopf, Bürzel und der Schwanz ist grau, der letztere mit breiter schwarzer Binde vor der weißen Spitze.
  • Das Weibchen ist oben rotbraun und gebändert statt gefleckt. Der Schwanz ist rostfarben gebändert.
  • Die Greifvögel sitzen auf Bäumen, Masten oder auf Felsen. Sie fliegen mit schnellen Flügelschlägen, gelegentlich mit kurzem Gleiten und häufigen Rütteln nach Nahrung.
  • Turmfalken stoßen im steilen Winkel auf Mäuse oder Käfer nieder.
  • Stimme/Ruf Turmfalke ist ein schrilles wiederholtes „kli, kli, kli“ und ein tönender Doppelruf „ki-li“. Am Brutplatz ein vibrierendes „wrrii … wrirr“. Außerhalb der Brutzeit sind die Vögel eher schweigsam.
  • Feinde: Raben können das Nest von Turmfalken plündern. Landwirte verspritzen Gifte auf die Felder, so dass die Beutetiere vergiftet werden und die Falken dadurch sterben.
  • Vorkommen: Die Standvögel kommen in Mooren, Felder, Küsten, lichte Wälder und in Städten vor.
  • Nahrung: Wühlmäuse, Käfer, größere Insekten, Eidechsen, Regenwürmer und Kleinvögel.
Küken Turmfalke

Frisch geschlüpfte Küken von Turmfalken.

Fortpflanzung Turmfalke

  • Die Vögel brüten in Kirschtürmen, Scheunen und oft in verlassenen Krähen- und Elsternestern. Sie nehmen auch Nistkästen an.
  • Die Brutzeit ist von April bis Mai.
  • Das Weibchen legt 4 bis 6 Eier ins Nest, die in etwa 30 Tagen ausgebrütet werden.
  • Wieviele Küken die Altvögel großziehen, hängt von der zur Verfügung stehenden Nahrungsmenge ab. Bei allen Greifvögeln haben die am letzten geschlüpften Küken am meisten Schwierigkeiten, an Futter zu kommen, da die Konkurrenz der früher geschlüpften, etwas kräftigeren Vögel unerbittlich ist.
  • Nach einer Nestlingszeit von 30 Tagen verlassen die Jungvögel das Nest.
  • Sie werden noch etwa 4 Wochen von den Altvögeln nach dem Betteln weiterhin gefüttert.

1. Foto: Von Vincent van Zalinge
2. Foto: Von Philip Brown