Der Marderhund (Nyctereutes procyonoides)

Der Marderhund erobert sich den Lebensraum auch im Westen und Süden von Europa.

Der Marderhund erobert sich einen Lebensraum auch im Westen und Süden von Europa.

Der Marderhund wird auch Enok oder Waschbärenhund genannt. Das Tier verbreitet sich auch immer mehr in den deutschen Bundesländern aus. Es ist ein stämmiges Tier mit kurzen Beinen, spitzer Schnauze und um die Augen trägt es eine schwarze Gesichtsmaske. Am Tage bekommt man selten einen Marderhund zu Gesicht, denn er versteckt sich in Dickichten oder in Höhlen fernab von menschlichen Siedlungen. Ursprünglich sind

Marderhund wird auch Tanuki oder Enok genannt.

Marderhund wird auch Tanuki oder Enok genannt.

Marderhunde in Europa keine heimische Tierart. In wenigen Jahrzehnten haben es die anpassungsfähigen Tiere geschafft, sich verschiedene Lebensräume (in Teilen Nord-, Ost- und Mitteleuropa) zu erobern. Früher wurden Marderhunde (von 1929 bis 1945) in Farmen für die Pelzindustrie im europäischen Teil der Sowjetunion gehalten. Von da aus wurden einige Tausend Tiere in die Freiheit entlassen.

Da die Marderhunde Schäden unter dem Niederwild, den Wasservögeln und gelegentlich auch unter den Fischbestand anrichten, ist die Bejagung auf die Tiere wichtig. Das ist aber sehr schwer, weil sie sehr menschsenscheu und schlau sind. Der Marderhund ist nicht mit einem Marder weder noch mit einem Waschbär verwandt. Die Tiere sind Mitglieder der Canidae-Familie, zu der auch die Wölfe und Füchse gehören.

Wie groß sind Marderhunde und welche Geräusche machen sie?

Die Marderhunde kommen aus den fernen Osten zu uns und verbreiten sich rasend schnell in Mitteleuropa. Marderhunde haben die Größe wie ein Rotfuchs, sie können nicht bellen und geben Geräusche von sich, dass ein Knurren, Winseln und Miauen ist. Die Raubtiere werden oft mit dem Waschbär verwechselt, weil ihre Gesichtszeichnung ähnlich ist. Der Pelz der Marderhunde ist in der Modebranche sehr gefragt und befindet sich oft an den Kragen von Kapuzen.

Welche Spuren hinterläßt ein Marderhund?

Die Spuren von Marderhunden sind nicht genau in einer Reihe, sondern etwas versetzt. Ihre Pfotenballen sind wulstig ohne Haare und liegen in 3 Reihen hintereinander. Die Spuren sind vorne 4 bis 5 cm lang und 5 bis 6 cm breit, die Hinterspur ist etwas kleiner. Die Zehen weisen eine starke Spreizung auf und stehen in Fächerform vor dem Hauptballenabdruck. Der Kot von Marderhunden hat eine verdrehte Form mit einer Länge bis zu 8 Zentimeter.

Kann man Marderhunde als Haustiere halten?

Es gibt Menschen, die ein Marderhund als Haustier halten möchten, dazu braucht man immer eine Genehmigung von Behörden mit Vorschriften über Haltungsbestimmungen für Wildtiere. Zu beachten ist aber, dass Marderhunde für Menschen gefährlich werden können, wenn sie sich mit dem Virus Tollwut infiziert haben.

Steckbrief Marderhund

  • Wissenschaftlicher Name: Nyctereutes procyonoides
  • der Marderhund gehört zur Ordnung der Fleischfresser (Carnivora), zur Familie der hundeartigen Raubtiere, nächster Verwandter ist der Polarfuchs
  • der Marderhund sieht ähnlich aus wie der Waschbär wegen der gleichen Gesichtsmaske
  • Größe: Körperlänge ca. 50 bis 70 cm, dazu eine Schwanzlänge von 13 bis 25 cm
  • die Schulterhöhe beträgt 20 bis 30 cm, gesamte Höhe ca. 38 bis 51 cm
  • Gewicht ca. 5 bis 10 kg
  • das weiche Fell ist beigegrau an den Flanken, am Bauch und am Rücken schwarzbraun, das Winterfell ist deutlich dichter und schwerer
  • die Stimme vom Marderhund ähnelt eher einen Miauen oder Winseln statt einem Bellen, bei der Suche nach einer Partnerin stößt der Rüde lang gezogene heulende Schreie aus

Vorkommen des Marderhund

Der Marderhund ist ein scheuer Bewohner von Wäldern mit viel Unterholz.

Der Marderhund ist ein scheuer Bewohner von Wäldern mit viel Unterholz.

Das nachtaktive Tier ist sehr scheu und bewohnt Wälder und Regionen mit viel Unterholz. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet umfasst das östliche Sibirien, das nördliche China und Japan. In der Uraine wurden zwischen 1928 bis 1950 ca. 10.000 Tiere ausgesetzt, die sich immer mehr zum Westen Europas hin verbreitet haben. In vielen deutschen Bundesländern sind sie mittlerweile auch heimisch geworden. Als einzige Vertreter der Hunde halten Marderhunde in Gegenden mit harten Wintern eine Winterruhe ab. Der Marderhund kann ein Alter von ca. 6 bis 8 Jahren erreichen.

Nahrung

Er gilt als Allesfresser, Mäuse, Vögel, Eiergelege, Hasen, Kaninchen, Frösche, Maulwürfe, Fische, Schnecken, Insekten, Obst, Beeren, Nüsse, Eicheln. Der Marderhund ist nicht in der Lage auf Bäumen zu klettern, er sucht sich deshalb seine Nahrung am Boden aus (oft unter Sträuchern, an Ufern von Gewässern), er ist kein echter Jäger wie z.B. der Fuchs sondern mehr ein Sammler.

Fortpflanzung

Die Paarung der Marderhunde findet im Januar/Februar statt, die Tiere sind monogam und bleiben ein Leben lang zusammen. Die Tragzeit beträgt ca. 9 Wochen. Es kommen pro Saison 5 bis 8 blinde Welpen meistens in verlassenen Bauten von Füchsen zur Welt, gesäugt werden die Welpen ca. 40 Tage. Die Welpen verlassen den Bau das erste Mal nach ca. 2 Wochen. Nach 6 Monaten sind die jungen Marderhunde ausgewachsen und nach 10 bis 12 Monaten geschlechtsreif, bis zum Ende des Winters bleibt die Familie zusammen.

Die Feinde des Marderhund

  • der Wolf
  • der Luchs
  • der Braunbär
  • der Uhu,
  • sowie Jäger, Hunde und die Autos von Menschen

Der Marderhund ist auch wie der Rotfuchs ein Überträger von der Infektionskrankheit Tollwut und dem Parasit Fuchsbandwurm.

Foto1: cc -C, Enok-038 - Raddetal
Foto2: cc - Usūrinis šuo arba mangutas ( Nyctereutes procyonoides) Raccoon dog, Marderhund, Енотовидная собака IMG_3780 - von Gediminas Gražulevičius
Foto3: cc - drinking - von Cloudtail