Der Löffler brütet wieder in Deutschland

Löffler

Die Löffler sind gesellige Vögel in Sümpfen, Brüchen und Auen.

Durch den löffelförmig verbreiteten Schnabel ist der Löffler mit keinem anderen Vogel zu verwechseln. Im Brutkleid sind die Männchen und Weibchen bis auf den gelblichen Halsansatz und die nackte gelbe Kehle rein weiß. Die Federn am Hinterkopf sind zu einem Schopf verlängert und gelblich übertüncht. Im Jugendkleid fehlt dieser Federschopf und der Halsansatz hat ein reines weiß.

Die Winterquartiere der Zugvögel liegen im tropischen Afrika. Von März bis April kehren die Vögel an ihren europäischen Brutplätzen zurück. Der Abzug erstreckt sich von Ende August bis Anfang Oktober. Der Löffler Vogel brütet zu mehreren hundert Brutpaaren inzwischen wieder im norddeutschen Wattenmeer. Im deutschen Binnenland sind sie seltener anzutreffen. Der Zugvogel ist kleiner als ein Graureiher oder Weißstorch, der auch mal ein gebrauchtes Nest zum Brüten von einem Kormoran annimmt.

Löffler Steckbrief

Systematik

  • Ordnung: Pelecaniformes
  • Familie: Ibisse und Löffler (Threskiornithidae)
  • Unterfamilie: Löffler (Plataleinae)
  • Gattung: Platalea
  • Art: Löffler
  • Wissenschaftlicher Name: Platalea leucorodia
  • Größe: Der Vogel erreicht eine Länge von 86 cm. Er ist an seinem schneeweißen Gefieder und am langen, spatelförmigen Schnabel gut zu erkennen. Die Beine und der Schnabel sind schwarz, die Schnabelspitze ist gelb.
  • Die Flügelspannweite der Vögel beträgt bis zu 140 cm, Gewicht der Männchen 1800 Gramm, die Weibchen 1500 Gramm.
  • Der Vogel wird auch Löffelreiher genannt, der im Flug von einem weißen Silberreiher durch einen ausgestreckten, leicht geneigten Hals und dem Löffelschnabel gut zu unterscheiden ist.
  • Stimme: Am Brutplatz gelegentlich grunzende Laute und bei Erregung klappert der Vogel mit seinem Schnabel.
  • Vorkommen: Die Wasservögel sind von Süd-, West- und Mitteleuropa, Vorderasien, dem Nordosten Afrikas über Vorderindien bis nach Ostasien verbreitet.
  • Lebensraum: Löffler halten sich in seichten offenen Gewässern auf. In verschilften Sümpfen und Flussmündungen.
    Nahrung: Krebstiere, Wasserinsekten, Fische, Schnecken, Molche, Frösche und Würmer.
    Feinde: Der Fuchs, der Baummarder und das Hermelin. Rabenvögel und Möwen rauben das Gelege aus, wenn die brütenden Vögel durch einen Seeadler von ihren Nestern verjagt werden.

Fortpflanzung Löffler

  • Die Vögel nisten in Kolonien in ausgedehnten Röhrichten auf kleinen nackten Inseln, lokal auf Bäumen oder Büschen.
  • Die Nester bauen die Vögel aus Schilf und stehen oft auf ungebrochenem Rohr.
  • Das Weibchen legt 3 bis 5 Eier ins Nest, die farblich auf weißem Grunde rotbraun und violettgrau gefleckt sind.
  • Die Brutzeit ist von April bis Juni, eine Jahresbrut. Die Brutdauer beträgt 24 Tage, die Nestlingszeit etwa 40 Tage.

Foto von Frank Vassen – cc