Brutpflege in der Tierwelt sorgt für Nachkommen

Brutpflege

Brutpflege: Die meisten Vogeleltern füttern ihre Nachkommen mit proteinreichen Insekten und anderer tierischer Kost.

Auf grund der reichen, vielfältigen Tierwelt im und am Gewässer findet man eine große Mannigfaltigkeit von Brutpflegehandlungen vor. So zählen doch zur Brutpflege alle Tätigkeiten und Leistungen der Elterntiere, die nach der Eiablage oder Geburt der Jungen der Nachkommenschaft zugute kommen.

Brutpflege Säugetiere an Gewässern

Bisamratte schwimmt

Bisamratte

Die Brutpflege der am Gewässer lebenden Säugetiere entzieht sich fast völlig unseren Blicken. So säugt das Weibchen der Wasserspitzmaus (Neomys fodiens) seine 6 bis 9 blind und nahezu nackt geborenen Jungen in einer Erdhöhle am Gewässerufer. Die gleichfalls bei Geburt blinden Bisamratten (Ondatra zibethicus) unternehmen erst nach etwa 14 bis 20 Tagen Ausflüge ins Freie. Während der ersten 8 bis 13 Tage wird das Männchen in der Mutterburg nicht geduldet. Bei Störungen verlegt das Weibchen seine Jungen sofort in eine andere Behausung.

Da die Nagetiere dämmerungsaktiv sind, kann man die älteren Jungtiere nicht so leicht beobachten. Bei ihren ersten Schwimmversuchen drücken die Jungen Bisame ihre Nasen rechts und links von der Schwanzwurzel in das Fell des Alttieres. Nach einem Monat schwimmen sie hinter diesem in Kiellinie her. Ein Teil der Jungtiere ziehen bald ab und legen eigene Baue an. Andere dagegen bleiben oft mit den bis zu drei neuen Würfen eines Jahres, in größeren Burgenkomplex, über den Winter mit den Eltern zusammen. Zum Frühjahr hin lösen sich dann die sippenähnlichen Verbände auf.

Vögel

Die Brutvögel an unseren Gewässern gestaltet sich schwieriger und in einer zeitaufwendigen Geländearbeit. Ihr Leben im Verborgenen, das oft schwer zugängliche Terrain und die stets notwendige Vorsicht zur Vermeidung von Brutstörungen sind nur einige der die Arbeit erschwerenden Faktoren. Die Vielfalt der während der Brutzeit und Jungenaufzucht erkennbaren Verhaltensweisen ist verwirrend. Der Brütungsbeginn ist nicht einheitlich. Viele Vogelarten, die meisten Singvögel, Gänse, Enten u. a., fangen nach der Ablage des letzten Eies oder unmittelbar vor Vollendung des Geleges an zu brüten. Der Weißstorch, Reiher, Rohrdommel und Rohrweihe beginnen damit bereits nach dem ersten Ei. Man findet in ihrem Nest deshalb auch immer Junge in verschiedenen Altersstufen.

Die Lachmöwe brütet teils vom ersten Ei an, teils nachdem das Gelege vollzählig ist. Und so kann man diese Reihe beliebig fortsetzen. Meist teilen sich Männchen und Weibchen das Brutgeschäft, wie z.B. bei den Tauchern, der Zwergdommel (Ixobrychus minutus), Teichralle (Gallinula chloropus), Blesshuhn, Lachmöwe und den Rohrsängern. Ihr Anteil kann recht unterschiedlich sein, im allgemeinen trägt aber dabei das Weibchen die Hauptlast. Bei der Großen Rohrdommel, Bekassine und allen heimischen Entenarten brütet nur das Weibchen.

Brutpflege Wassertiere

Bei dem Dreistachligen Stichling betreibt nur das Männchen die Brutpflege und verteidigt das Laichgelege im Nest unerbittlich gegen Feinde. Dem Laich wird auch ständig Frischwasser zugefächert, die Nestkonstruktion den wechselnden Erfordernissen bis zum Schlüpfen der Brut angepasst. Auch wird noch der Jungfischschwarm eine Zeitlang bewacht.

Die Wasserspinne (Argyroneta aquatica) hält nach der Eiablage im unteren Raum der Eiglocke so lange Wache, bis die Jungen die Glocke verlassen haben. Eindringlinge werden mit weit geöffneten Kiefernfühlern (Cheliceren) empfangen und durch wiederholtes blitzartiges Vor- und Zurückstoßen des Körpers vertrieben. Außerdem sorgt das Weibchen für die notwendige Sauerstofferneuerung in der Glocke.

Zum Schutze der Nachkommen werden auch Eier und Junge am Körper des Elterntieres herumgetragen. So finden sich zur Aufnahme der Eier bei niederen Krebsen Brutsäcke (Kiemenfüße u. a.) und Bruträume (Wasserflöhe). Bei den Flusskrebsen (Astacidae) haften die Eier mittels Schleimfäden an den Schwimmfüßen (Pleopoden) des Hinterleibs. Dabei bleibt das verkümmerte erste Pleopodenpaar frei, so dass die erforderliche Beweglichkeit des Hinterleibs, d. h. das Einschlagen nach vorn, weiterhin gewährleistet ist. Durch die rhytmische Bewegung der Schwimmbeine wird den Eiern ständig Frischwasser zugeführt.

Die Eizahl schwankt je nach Alter und Größe des Weibchens sowie von Art zu Art. Beim Edelkrebs (Astacus astacus) sind es durchschnittlich 100 bis 200 Eier, aus denen rund 26 Wochen (Eiablage November/Dezember) 9 bis 11 mm lange Krebse schlüpfen. In der Regel entwickeln sich allerdings nicht mehr als 20 Jungtiere. Sie bleiben bis zur ersten Häutung, etwa 8 bis 10 Tage, beim Muttertier und halten sich dort mit ihren Scheren an den Schimmfüßen fest. Bei Gefahr suchen sie auch späterhin bei ihm noch Schutz.

  1. Foto: Stefan-Xp – CC BY-SA 3.0.
  2. Von HaSt –  CC BY-SA 4.0