Biolumineszenz: Leuchtende Tiere

Glüwürmchen

Glüwürmchen: Großer Leuchtkäfer (Lampyris noctiluca)

Manche Arten von Pilzen, Schwämmen, Korallen, Meereswürmern, Crustaceen, Mollusken und Insekten strahlen nach Einbruch der Dunkelheit Licht aus. Diese leuchtenden Beobachtungen von Tieren, Pilzen und Pflanzen gehen schon sehr weit zurück und werden als Biolumineszenz bezeichnet. Ihr unheimliches Glühen und pulsierendes Leuchten entstehen, wenn eine Substanz in ihrem Gewebe, das Luciferin, von einem Enzym namens Luciferase aufgespalten wird. Biolumineszente Pilze kennt man seit der Zeit des Aristoles (384-322 v. Chr.), die vor allem auf vermoderndem Holz wachsen.

Biolumineszenz

Einige Korallen leuchten nachts mit Biolumineszenz.

Biolumineszenz ist besonders an den Meeresufern zu beobachten, wo in den sich brechenden Wellen Tausende von biolumineszenten planktonischen Protozoen und Algen Lichtblitze aussenden. Viele Tiefseefische strahlen in der ewigen Dunkelheit Licht aus. Jede Art verfügt dabei über ein individuelles Lichtmuster, an dem sich wahrscheinlich Männchen und Weibchen derselben Art erkennen können.

Mit der Biolumineszenz finden Lebewesen verschiedene Anwendungen. Das Spektrum kann eine Partnersuche sein, das Anlocken von Beutetieren, Tarnung und Täuschung bis zum Erschrecken von Fressfeinden. An Land spielt auch die Kommunikation zwischen Sexualpartnern eine Rolle.

Die Lichtsignale der männlichen Glühwürmchen auch Leuchtkäfer genannt sollen Weibchen anlocken. Jede Art verfügt über ihren eigenen Signalcode. Ein guter Platz, um Biolumineszenz zu beobachten sind Wiesen an warmen Sommerabenden, wenn sich Glühwürmchen versammeln. Nicht jedes biolumineszente Tier strahlt selbst Licht aus. Einige Tintenfische und Tiefseefische bekommen das mit Leuchtbaktierien hin. Weibliche Anglerfische tragen ein Leuchtorgan als Köder an der Angel über dem Maul und locken so Beutefische an.

Glühwürmchen

Leuchtkäfer

Leuchtkäfer kommen auf allen Kontinenten vor mit Ausnahme der Antarktis.

Jedes Jahr in der Regel von Juni bis Juli schwärmen in Mitteleuropa Glühwürmchen durch die Wälder aus, um sich eine Partnerin zu suchen. Die Dunkelheit erschwert die Kommunikation. Die männlichen Tiere versuchen, die Aufmerksamkeit der Weibchen mit Hilfe eines Leuchtorgans am Hinterleib zu erregen. Alle Arten der Leuchtkäfer strahlen ihre Leuchtsignale in der Nacht aus. Glühwürmchen sind keine Würmchen, sonders aus der Familie der Käfer mit weltweit ca. 2000 Arten. In unseren Breiten kommen drei Arten vor: Der Kleine Leuchtkäfer, der Große Leuchtkäfer und der Kurzflügel-Leuchtkäfer.

Systematik

  • Klasse: Insekten (Insecta)
  • Ordnung: Käfer (Coleoptera)
  • Unterordnung: Polyphaga
  • Teilordnung: Elateriformia
  • Überfamilie: Elateroidea
  • Familie: Leuchtkäfer
  • Wissenschaftlicher Name: Lampyridae
  1. Foto: Von Sam Neal – cc
  2. Foto: Von Angel – cc
    3. Foto: wilsan u