Der Amazonas – Ein Ökosystem für viele Tierarten

Amazonas

Der Amazonas mit seinen Wäldern, Sümpfen und Flüssen ist einzigartig.

Das Stromgebiet des Amazonas ist eine Welt für sich, mit einer Ausbreitung von über sechs Millionen Quadrahtkilometern. Der Amazonas, mit mehr als eine Länge von 6712 km, ist der größte Fluss der Erde. Seine Bedeutung verdankt er jedoch nicht seiner Länge, sondern viel mehr seinem Wasservolumen, das ein Fünftel des gesamten Flusswassers der Erde ausmacht. Im Amazonsgebiet leben viele Tierarten und manche sind für Menschen sehr gefährlich. Der Amazonas ist ein Strom der Superlative: Er beherbergt das größte Nagetier (Wasserschwein), die größte Schlange (Anakonda), den größten Otter (Riesenotter) und die größte Süßwasserschildkröte (Arrauschildkröte).

Gefährliche Reptilien im Amazonas

Der Mohrenkaiman (Melanosuchus niger), ein Alligator mit einer Länge von fast fünf Meter, ist die größte südamerikanische Krokodilart. Das Reptil ist ein furchtbarer Gegner für jedes Tier. Wenn der Mohrenkaiman im flachen Wasser liegt, ragen nur seine Nasenöffnungen, die Augen und die Schuppenkämme des Rückens sichtbar heraus. Das gleicht einem Baumstamm, doch dieses friedliche Bild täuscht über seine Angriffslust und Kraft hinweg. Die Reihen der kräftigen kegelförmigen Zähne dienen nicht zum Kauen, sondern zum Ergreifen und Festhalten der zappelnden Beute. Um sein Opfer mit heftigen, krampfartigen Schluckbewegungen verschlingen zu können, muss der Kaiman wieder auftauchen.

Die Anakonda ist die größte Schlange der Erde

Riesenschlange

Riesenschlange Anakonda – Foto von Holger Link

Junge Tapire, Agutis, Wasserschweine, Vögel und sogar kleine Kaimane sind die Beutetiere der Anakonda. Eine große Anakonda vermag ein 70 Kilogramm schweres Säugetier zu verschlingen. Sie erbeutet meist ein Tier im ufernahen Seichtwasser. Häufig ruht die Schlange vollständig im Wasser, bis nur der breite, keilförmige Kopf herausragt. Ein andermal ringelt sie sich auf dem Ufer zusammen oder auf einem überhängenden Ast. Aber das Tier ist jederzeit immer bereit, sich ins Wasser zu stürzen. Wie alle großen Boaschlangen erstickt die Anakonda ihr Opfer, um es dann als Ganzes zu verschlingen.

Fischarten im Amazons

Schätzungsweise leben rund 2000 Fischarten im Amazonas. Einer davon ist der Piranha, ein attraktiver, hochgebauter Sägesalmler, dessen silbrige und grünlichblaue Oberseite an Kehle und Bauch in ein bräunliches Orange übergeht. Solange der Fisch das Maul geschlossen hält, wirkt er ganz harmlos. Aber Piranhas haben kräftige Kiefer und ein furchteinflößendes Gebiss mit scharfen Dreieckszähnen.

Der Zitteraal

Zitteraal

Zitteraal – Foto: Von Tiia Monto – CC BY-SA 4.0

Jedes Lebewesen, von der Qualle bis zum Menschen, erzeugt messbare Mengen elektrischer Energie. Sie lässt sich bei den höheren Tieren vor allem im Nervensystem nachweisen. Sowohl im Gehirn als auch in den Nerven, die zu den Muskeln führen. Im Meer und im Süßwasser haben bestimmte Fische zu ihrer Verteidigung das elektrische Organ besonders stark ausgebildet. Nirgens hat dieser Anpassungsmechanismus extremere Formen angenommen als beim südamerikanischen Zitteraal oder Elektrischer Aal. Dieser elektrische Fisch wird gefürchtet, der kräftige Stromstöße in das umgebende Wasser abgeben kann. Bei anderen elektrischen Fische wird die elektrische Ladung nur bei einer Berührung ausgelöst. Ein zwei Meter langer und 30 Kilo schwerer Zitteraal erzeugt einen Stromstoß von 550 Volt und knapp zwei Ampere. Der Stromstoß kann ein Pferd betäubt zu Fall bringen und einen Menschen sogar töten.

1. Foto: Von Sébastien Goldberg