Adlerarten

Adlerarten

Alle Adlerarten sind geschützt.

Im Gegensatz zu ihren nahen Verwandten, den aasfressenden Geiern, töten sämtliche Adlerarten in der Regel ihre Beute selbst. Sie ernähren sich von frischem Fleisch oder Fisch und gehören zu den größten Vögeln. Die Greifvögel haben eine gewisse Schnelligkeit und Kraft, die es ihnen erlaubt auch Beutetiere zu schlagen, die viel größer sind als sie selbst. Oft jagen die Adler allerdings kleinere Beute. Die Vögel verwerten ihre Energie so effizient, dass sie mit wenig Nahrung auskommen. Ein 3,5 kg schwerer Steinadler braucht etwa 250 Gramm Fleisch am Tag. Adler nutzen Winde und aufsteigende Warmluft, um sich in obere Luftregionen tragen zu lassen, ohne dabei ihre Flügel kaum zu bewegen.

Vier Adlerarten, die in Deutschland vorkommen

Heute sind die Bestände der Fischadler vielerorts immer noch stark gefährdet. Wenn die großen und weithin sichtbaren Vögel fliegen, kann man ihre schwarzweiße Färbung, ihren kurzen Schwanz und ihre abgewinkelten Flügel gut erkennen. Fischadler kreisen 20 bis 40 Meter über dem Wasser. Haben sie Beute erspäht, stoßen sie mit vorgestreckten Klauen auf sie herab. Der Äußere Zeh des Fischadlers ist drehbar wie der einer Eule, so dass er den Fisch sicher mit zwei Zehen vorn und zwei hinten umgreifen kann.

Unter den Adlerarten in Deutschland ist der Schreiadler der Kleinste. Die Bestände der Adler sind in der Vergangenheit dramatisch geschrumpft. Die Greifvögel sind anspruchsvoll, was ihr Lebensraum betrifft. Die Vögel benötigen unzerschnittene und dünn besiedelte Landschaftsräume. Bei uns leben etwa nur noch 90 Brutpaare der seltenen Greifvögel.

Der Seeadler hält seine Beute fest in den Klauen und es gibt für sie dann kein Entkommen mehr. Der Greifvogel reißt die Beute mit seinem scharfen Schnabel in Stücke. Manchmal lagert der Vogel in Astgabeln auch Beute als Vorrat ein. Ein Seeadler ist kleiner als ein Bartgeier, Mönchsgeier und Gänsegeier. In Mitteleuropa gehören Seeadler zu den größten Greifvögeln.

Steinadler sind Flugakrobaten, die sich im Flug auf dem Rücken drehen können. Sie sind die Könige der Lüfte. Die Greifvögel jagen Ratten, Mäuse, Alpenmurmeltiere, Rehkitze, Feldhasen, junge Gämsen und Hühner. Der Steinadler hat in der Vergangenheit die rücksichtslose Verfolgung überstanden. Dagegen wurden Wölfe, der Luchs, der Braunbär und der Bartgeier ausgerottet.

Andere Adlerarten weltweit

Der Harpyie im südamerikanischen Regenwald nistet in den Baumkronen und jagt über dem Blätterdach unter anderem nach Kapuzineraffen. Auch auf Bäumen lebende Faultiere sind ihr eine willkommene Beute. Diese Greifvögel sind unter den Adlerarten die größten. Die Tiere brauchen ein großes Revier und verschwinden schnell, wenn man beginnt, den Regenwald abzuholzen. Wird der Regenwald zerstört, so sind die großen Greifvögel die ersten, die darunter leiden.

Der Habichtsadler bewohnt trockene, felsige Gebiete in Südeuropa, Nordafrika und im Süden Asiens. Der Adler hat eine Schnelligkeit und Gewandheit wie ein Sperber. Seine Nahrung besteht zu 60 Prozent aus Tauben, weitere Beute sind Rabenvögel, Wildhühner, Hasen, Wildkaninchen und Reptilien. Die Beutetiere schlägt der schnelle Jäger oft im rasanten Sturzflug.

Der größte australische Greifvogel ist der Keilschwanzadler, der ein echter Steppenbewohner ist. Der Vogel war kurz vor dem Aussterben, da er alljährlich in ganz Australien abgeschossen wurde, unter den Vorwand, dass er sich an Lämmern vergreift.  Die natürliche Beute der Greifvögel waren früher Wallabys, doch heute bilden Wildkaninchen ihre Hauptnahrung.

Der Riesenseeadler kommt im nördlichen pazifiknahen Ostasien vor, der überwiegend an großen Gewässern zu sehen ist. In den Gewässern, die in der Winterzeit eisfrei bleiben, sind die großen Greifvögel Standvögel. Andere Adler sind Zugvögel, die zugefrorene Gewässer verlassen. Mit ihren mächtigen Schnabel und Klauen können Riesenseeadler perfekt Fische fangen. Die Greifvögel sind eine bedrohte Tierart.

Schlangenadler ernähren sich, wie der Name schon aussagt, ausschließlich von Schlangen. Sie erbeuten auch eine Blindschleiche, Eidechsen, Frösche und seltener Vögel. Die Greifvögel halten sich Mitteleuropa sehr selten auf. Der Schlangenadler ist größer als ein Mäusebussard und fängt folgende Schlangenarten: Ringelnatter, Schlingnatter, Kreuzotter und Würfelnatter. Der Schlangenadler hält im Rüttelflug genau wie der Turmfalke Ausschau nach Beute.

In den fischreichen afrikanischen Gewässern kommt der Schreiseeadler mit einem verhältnismäßig kleinen Revier aus. Mit seinen kraftvollen Fängen kann er große Fische aus dem Wasser im Tiefflug erbeuten. Der Greifvogel hat eine Spannweite von ungefähr 1,60 Meter. Die Adler sitzen oft in den Kronen von Bäumen, von wo aus sie ihr Territorium beobachten.

Der Weißkopfseeadler ist das Wappentier der USA, was der Steinadler in Österreich ist. Er ernährt sich vom Fisch und jagt ähnlich wie auch der Prachtfregattvogel anderen Vögeln ihre Beute ab. Die Fische fängt der Greifvogel im Flug, der auch Wasservögel im Sturzflug aus der Luft schlägt und keine Abneigung gegen Aas hat. Der Adler hat eine Lebenserfahrung von etwa 30 Jahren. Das Gefieder vom Männchen und Weibchen ist gleich gefärbt.

Foto von Ray Hennessy